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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-06-01 · 6 (6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
6 (6.1934)
Date
1934-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes » Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortlich« Hchriftleitung: Leo Änschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresden / Druck: A. Gruhnert, Oresden»Ä. i Alleinige Annahmestelle für Inserate: Jat^Sternlicht, Stübel-Allee 35 / Ruf 34185 / Die 4mal gespaltene 4H»mm-Zeile tostet 22 pfg., laufend Rabatt X. Zahrg. Dresden, Juni 1934 Nummer 6 Oer Haushaltsplan der Gemeinde für 1934 Von Or. Walter Krün. Oer Haushaltsplan, die Vorausschähung der Einnahmen und Ausgaben für ein Geschäftsjahr, Iwird üblicherweise im Vergleich mit den Ergebnissen der vorhergegangenen Jahre ausgestellt. Das bringt für unsere Gemeinde in diesem Jahre besondere Schwierigkeiten mit sich, weil das Jahr 1933 eine einschneidende Veränderung für den Stand der Gemeinbefinanzen bedeutete. Wenn wir hier von allen anderen Einwirkungen dieses schicksalsvollen Jahres auf die einzelnen Gemeindemitglieder und auf die Gesamtheit absehen, so bleibt für unseren Etat rcfri zahlenmäßig das Ergebnis, daß die Zahl der Steuerpflichtigen / durch Wegzug und durch Zusammenbruch der Existenzen sich erheblich verringert hat, während auf der Ausgabenseite die Leistungen der Gemeinde und der ihr verbliebenen Mitglieder auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege sehr erheblich erhöht werden mußten. Diese Entwicklung hat sich auch seit Beginn des laufenden Jahres fortgesetzt. Da sich die Einnahmen der Gemeinde nicht beliebig vermehren lassen - denn Erhöhungen des Steuersatzes bringen zwangsläufig größere Schwierigkeiten bei der SteuereinhebUng und Vermehrung der Gteuerausfälle mit sich - bleibt als einzige Möglichkeit größte Sparsamkeit bei allen Ausgaben. In derselben Lage befinden sich ja auch die bürgerlichen Gemeinden Deutschlands, deren Haushaltsaufsiellung erst vor kurzem durch zwei Verordnungen geregelt und denen dabei Zieitgehende Drosselung der Ausgaben vorgeschrieben wurde. Eine Verminderung von Ausgaben seht stet» voraus, das der Ausgabenkreis möglichst eingeschränkt wirb. Oie Ausgaben unseres Haushaltplanes beschränken sich daher auf die Aufgabengebiete, welche von der Gemeinde unbedingt ausgeübt werden müssen, das sind' neben der allgemeinen Verwaltung Gottesdienst, Religionsunterricht, Fiedhofswesen, Wohlfahrtspflege, verbunden mit der Zusammenarbeit und Unterstützung unserer Wohltätigkeitsvereine. Hierzu tritt die Verwaltung unserer beiden Gemeindehäuser Zeughaussiraße l und 3, der Zinsenbienst und verschiedene kleinere Ausgaben. Oie Gesamtsumme aller Ausgaben beträgt nach größten Einschränkungen RM 243 000. - gegenüber RM 248 000. - im Vorjahre. Nachdem schon in den letzten Jahren mit möglichster Sparsamkeit alle sachlichen Ausgaben herabgesetzt worden sind, besteht - wie in allen Gemeinden - ein bedeutender Test unserer Ausgaben heute in Gehältern, Pensionen und Eoziallasten, die gesetzlich oder vertraglich festliegen. Da die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung im vergangenen Jahre eine über die gesetzliche Gehaltskürzung hinausgehende freiwillige Kürzung ihrer Bezüge auf sich genommen haben, ist an diesem Test der Ausgaben eine weitere Lrspamis im laufenden Jahr nicht möglich gewesen. Oer zweite Hauptposten unserer Ausgaben sind die Unterstützungen Bedürftiger, die teils von der Gemetndekasse direkt, teils über die Wohlfahrtsvereine vorgenommen werden. Eine Entlastung der Gemeinde ist hier dadurch möglich geworden, dafi^lrine neue Einrichtung, die Unterflühungsaktion füf Hilfe und Aufbau) im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, die lediglich durch freiwillig aufgebrachte Mittel außerordentlich nütz- . liche Aufbauarbeit leisten konnte. Erstrebt wird hierbei, solches Gemeindemitgliedern, die durch den. Umschwung der Verhältnisse ihre Existenz verloren haben, neue Wege zu Erwerb und Lebensrauzn zu eröffnen, eine Aufgabe also, die ganz neu aus der Entwicklung der Dinge in Deutschland entstanden ist. Wenn auch die Wohlfahrtspflege der Gemeinde infolge der großen Notlage neben dieser neuen Aktion voll aufrecht erhalten-werden, ja gegesi frühere Jahre heuje noch mehr leisten muß, so tritt doch eine fühlbare Entlastung durch diese zusätzliche private Wohltätigkeit ein. Allen Spendern, die trotz ihrer sonstig?« Belastung zu diesem Werve der Nächstenliebe beigesteuert haben und noch weiter geben', sti ebenso wie den ehrenamtlichen Mitarbeitern an diesem Werke auch hier der herzlichste Dank ausgesprochen. Neben diesen beiden Ausgabengruppen, Besoldungen und Wohlfahrtspflege, treten an finanzieller Bedeutung die sachlichen Ausgaben für Gottesdienst, Fries-. Höfe Und Unstrricht, der lausende Verwaltungsauswand der Gemeinde und der Zinfendienst zurück. Die Verwaltung verkennt nict^t, daß es in der heutiges Notzeit notwendig wäre, einzelnen Mstgliedern der Gemeinde durch weitere Maßnahmen seelisch oder wickschastlich eine Stütze zu bioten; der Mangel an Mitteln, hat bishsr An unsere Leser! Wie bereits in der vorigen Nummer bekanntgegeben, dürfen nach Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 13. Dezember 1033 ab i. Apn'l 1034 Zeitschriften nicht mehr graftgeliefert werden. Oer Gemeindevorstand ' mußte sich daher entschließest, gleich anderen jüdischen Gemeinden, eine Bezugsgebühr für das Gemeindtblatt festzusehen.!lm allen Gemeindemitgliedern d?n Weiterbezug des Blattes zu ermöglichen, wusde die Gebühr so niedn'g als möglich bemessen und zwar auf NM. - .10 pro Monat bezw. NM. 1,20 pro Jahr, einschließlich Postzustellungsgebühr. Im Hinblick auf die Bedeutung des Gemeindeblattes als Bindeglied und Organ für die amtlichen Veröffentlichungen der Gemeinde spricht der Gemeindevorsiand die sichere Erwartung aus, daß kein Gemeindemitglied davon absieht, auch künftig Bezieher des Blattes zu sein. Wir.bitten, den Betrag von NM. -.80 für das 2., 3. und 4. Quartal 1034, unter Benutzung beiliegender Zahlkarte möglichst umgehend einzufende«. ,

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