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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-05-01 · 5 (5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
5 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Gemeindetlatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. S - ,, TMi***L*P Dresden-A jAtfUUüUS rWvOvWVV Scheffelstraße 21 JiecUHstoffc - Jkunutsioffo - häUcstoffo Große Auswahl Kleine Preise Unsere Gemeinde Leo 23a«jcf Für uns deutsche Juden bedeutet beute die Gemeinde mehr denn je. Seit altem schon ist sie den Ihren immer wieder Ausiucht und Halt geworden, beruhigend und bergend, wie eine trauliche, engere Heimat inmitten der großen. Wenn uns Juden Heimatsinn, Heimatliebe, diese seelische Verbundenheit mit dem Boden, der unsere Kindheit trug, mehr vielleicht als vielen anderen im Lande zu eigen isi, so daß wir über alle Trennung im Baum und über alle Entfernung der Tage mit dieser Stätte unseres werdenden Daseins verwachsen bleiben, auch dieses Hcimatsgefühl wurzelt zu einem wesentlichen in der Gemeinde ES bleibt in uns tiefer und stärker, wenn unsere beginnenden Zähre von einer Gemeinde umfaßt und umhegt waren. Aber heute ist uns unsere Gemeinde noch mehr; sie ist uns fast wie ein Heim, wie ein schützendes Haus. Eine Geborgenheit inmitten so mancher Einsamkeit, eine Beruhigung in aller Unrast ist uns durch sie gegeben. Es ist, wie wenn jetzt so viele von uns einander erst fänden, einer dem anderen auch innerlich näher gerückt werde. Und mehr denn je will so mancher in seines Baseins Bedrängnis oder in seiner Seele Notdurft dies heute erfahren, daß kein Zude verloren oder verlassen ist, so lange es feine Gemeinde gibt. Oie große Zuversicht,, diese Hilfe, die uns so nottut gegen Verzagen und gegen Verbitterung, der Glaube an einen Weg, an eine Zukunft, will durch die Gemeinde immer neu werden. Oem Juden, der ohne sie wäre, der neben ihr stehen wollte, würde auch sein Menschentum beeinträchtigt werden, sein Seelisches sich verengen. Zn der Gemeinde leben, das gewinnt heute den ganzen Gehalt, den vollen Ton. Wie sollte ein Jude heute leben, wenn er das Bewußtsein von seiner Gemeinde nicht hätte. Wer heute mit seiner Seele, mit seinen» Opfer, mit seiner Hoffnung außerhalb der Gemeinde bliebe, der wäre - dies Wort in seinem absprechenden Sinne genommen - der Ghettojude. Oamit erwachsen der Gemeinde,". fast von Monat zu Monas, neue Ausgaben. Sie soll den Baum,-die Hilfe und die Eingliederung für das gewähren, worin wir alle, die Alten und zumal die Heranwachsende Fügend, unser Menschentum bewähren können oder, mit anderen und doch dasselbe besagenden Worten, für alles das, was Gottesdienst sein kann. Vieles, waS einst neben ihr den oft weiten TSCHECHOSLOWAKEI ERZGEBIRGE Sanatorium Chefarzt Dr. Mognus Wölz Theresienbad Eichwald Direkte Autobusverbindung mit Dresden Platz hatte, verlangt jetzt in ihr die sichere Stätte. Sie, die sich einst inmitten eines vielgestaltigen Lebens vielleicht hatte beschränken dürfen und sich damit begnügte, der Andacht, der predigt, dem BeligionSuntern'cht und dem Wohltun an Lebenden und Toten xinen Bereich zu schaffen, soll jetzt Gemeinde deS jüdischen LebenS sein. ES darf von ihr erwartet werden, daß sie zu all dem Alten so viel deS Neuen in sich'einfüge: Erziehung, Schulung und Bildung, ja auch Erholung, Ausspannung, Erhebung durch die Kunst, und in diesen gestaltet sich ja daS Wesen deS Menschen meist noch mehr alS in seiner Arbeit. Damit wird unsere Gemeinde nicht etwa verweltlicht - daS Fudentum kennt ja keine Scheidung von Bezirken der Beligion uud Bezirken deS LebenS -; vielmehr kann vieles, was bisher oft weiheloS und würdelos war, nun eine Weihe und eine Würde empfangen. Nur wenn politisches Trachten, parteiische Einseitigkeit sich dessen bemächtigen wollte, dann würde unsere Gemeinde verweltlicht und entweiht. Nur dann bestände auch die Gefahr, daß an Stelle eines schaffenden Auf- . bauen» ein geschäftiges Getriebe träte. Zur geschichtlichen Aufgabe unserer Gemeinde ist es geworden, LebenSgemeinde zu sein. ' Oamit ist ein Letztes noch gesagt. Pflichten, die auS dem Ernste der Zeit geboren sind, lassen Grenzen und Sonderungen zurück- ' treten und fordern die Gemeinschaft, die Einheit. Wir sind jüdische Gemeinden auf deutschem Heimatboden, jede mit ihrer Art, - jede mit ihrer Sorge, ihrem Leid und ihrem Gebot. Aber über all dem Verschiedenen steht die eine, unS allen auferlegte gleiche Not, vor unS allen die eine gleiche Aufgabe. Not und Aufgabe führen unS zusammen, enger denn je. Wir können heute nur die eine jüdische Gemeinde im deutschen Lande sein, die eine jüdische Gemeinde „Oeutschland", die große LebenSgemeinde. OaS zu verwirklichen, dem sein« Weihe zu geben, daS tritt vor unS alS die heilige Mahnung hin, als Zeichen unserer Geschichte. ‘CHn nr I < Q-r> I . I I l irV: Koadi &•(?!> Drerden-A.?‘i:;'‘"'~ Fritz Brauer Architekt und Baumeister Dresden-A. Pillnitzer Straße 20 Preiswerte Einzel-Pauschalreisen nach dem Süden ui^ter Ausnutzuni' sämtlicher vothandener Fabrpreisermissigun'en •* Jetzt besonders empfehlenswert: Raffus* / Rom—Riviera Abbazla Gardasee — Venediff , Schweiz Fahrkarten zu bshnamtlicheo Preisen Reisekreditbriefe, Hotelanwelsunffen Schiffspassaffen Zuverlässige RriseautkQnfte uod kostenlose Prospekte durch: Reisebüro Dresden-A.'l Seestraße 4 Tel. 23703 Ritfer & Künzel HlacscUaUsUaßc3^ PxcUwuU Hlo&el icdeezdt auf Jßagtc CUaisctöHQucs CoucUs PoUUutsscl (UUi# und dock gd

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