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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-03-01 · 3 (3.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
3 (3.1934)
Date
1934-03-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden I'ttr. FESTABEND des J. T. 5. V. BAR-KOCHBA Dresden anläßlich seines IS JÄHRIGEN BESTEHENS UND DER EINWEIHUNG SEINER TURNHALLE am Sonnabend, 17. März 1934 im Saale der „Harmonie", Landhausstraße 11 Sportliche Vorführungen , Festball ♦ Eintritt: 1.—. Kartenverkauf: Buchhandlung StrauQ, WaisenhausVr. 25 ( -:-- ■— in der Gemeinde kann man Ihn heiligen, in Kaddisch und Keduscha, »Er thront auf den Lobgesängen der Gemeinschaft Israels", »Ihr wißt, bei unserm Volk herrscht die Familie" (liriel Akosia)! Wer also im Iudentum die Religion in den Vordergrund stellt, muß schon deswegen die Gemeinschaft pftegen! tlm wievielmehr, wer alle Religion geringschäht: Ihm bleibt ja vom Iudentum nichts weiter übrig als Ahnenadel und Bruderliebe und Wille zur Größe der Enkel! Das gemeinschaftliche Leid? Das ist nichts Erhebendes! Wenn es nicht vom Willen zum Iudentum verklärt ist, dann ist es sinnloses Schicksal und zum Verzweifeln! Wer nur durch Leid mit der Iudenheit verknüpft ist, wird nicht mehr mit ihr verknüpft sein, sobald das Leid aushört! Rur Iuden t u m garantiert die Dauer der Iuden heit Iudentum aber kann nicht bestehen ohne Arbeit für es und Arbeit an ihm, noch dazu in seiner nichtjüdischen abschleifenden Umgebung! Von wo aps also man es betrachtet, es bleibt immer dasselbe: Soll Iudentum in uns leben» sollen wir als Iuden leben, ja wollen wir auch nur überhaupt als würdige Menschen leben, die nicht bloß ans Brot deyck^n, - so müssen wir für Iüdisches arbeiten! Mit dem Iüdischen sind wir verbunden, wie der Zentaur mit seinem Roß, wir kommen nicht davon los,-' wir faulen, wenn das Iüdische in uns fault! Doch ich nehme an, etwas arbeitet jeder für sein Iudentum! Er tuts nur im stillen Kämmeklein! Man denkt: Das Heilige scheut die Öffentlichkeit, es verlangt Intimitätnicht alle sind immer zu gleicher Zeit bereit, man findet nicht immer die passenden Gesellen, man lernt einzeln besser, jeder lernt auf andere Weise, jeder will anderes tun als der andere! Doch ist das wirkliche richtig? Und sind das wirklich die Gründe, warum so viele nicht in Gemeinschaft Iüdisches arbeiten? Ich denke, es sind nur die Ausreden. In Wahrheit macht die Einsamkeit liumpf, allein ist es schwerer zu lernen und noch schwerer etwas fürs Iudentum zu leisten. »Schaff' dir Genossen!" so sagt ein Sah in den Sprüchen der Väter. Das gilt schon für individuelle Arbeit,, um wieviel mehr für Arbeit an der Gemeinschaft. Es gilt nun ganz besonders der Iugend. Sie hat die Kraft, sie hat den Enthusiasmus, das Gefühl der Denkweise der Zeit. Von ihr könnte und müßte das Iudentum auf neue Höhen geführt werden. Warum hält sie sich zurück? Die unorganisierte ältere jüdische Iugend, man sieht sie nirgends, - ja, sie berauscht sich nicht einmal an großen Worten. Warum von allem nichts? Ich fürchte, ich fürchte, sie ist großenteils geblieben, wie sie früher war, sie hat nicht umgelemt, das Iudentum bedeutet ihr, noch immer nicht so viel wie unbedingt nötig! Sie fühlt nicht die Verantwortung für die Zukunft, die das unerbittliche Schicksal aus ihre Schultern gelegt hat, die Qual, die aus der verlassenen Gemeinschaft nach ihr schreit, das Glück/ da» aus der lebendiggewordenen Gemeinschaft in ihre kalten Herzen strahlen könnte. — Und darum geht der Ruf an-euch, ihr 2.0- - 30jährigen noch immer unorganisierten jungen Leute, ihr Zerstreuten des Hauses Iakob: Alles vereinigt sich jetzt zu Gemeinschastsftonten: So vereinigt auch ihr euch zur pflege unserer heiligsten Güter! Heran ihr Starken ln unserer Iugend, zeigt, daß Ihr aus eigener Kraft euch durch Leistung auch selber Ehre schaffen könnt. Heran, ihr Beliebten, stellt eure Beliebtheit in dem Dienst des Iudentums. Und auch ihr Stillen, ihr vereinsamten Angestellten, ihr familienlosen Selbständigen, heraus aus dem Frieden eures Stübchens, oder den Vergnügungsstätten, wo wir doch nicht gern gesehen sind! »Wo es an Männern fehlt, sei du der Mann"! Genug gibt es zu tun: Organisieren, helfen, sich befreunden, lernen, umdenken, neues Schaffen in Kunst und Religion, Gemüt und Geist, Körper und Seele, - und über dem allem: Iüdisches pflegen, im Iüdischen leben. Das Iudentum kann nicht mehr warten: »Wenn nicht jetzt, wann dann?!" Abschiedsfeiern für Or. Lohn Levy i. Abschiedsfeier des Semeindevorstandes Am 8. Februar veranstaltete der Gemeindevorsiand zu Ehren seines scheidenden Mitglieds Or. Zohn Levy und seiner Gattin ein von den übrigen Mitgliedern gestiftetes Abschiedseffen. Dieser Abend zeigte, wie der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Max Lesser, in seinen Einleitungworten betonte, so recht die enge persönliche. Verbindung Dr. Levys mit der Gemeindearbeit nicht nur, sonbem auch mit seinen Vprstandskollegen, wie sie nur durch jahrelange vertrauensvolle Zusamnrenorbeit erworben werden kann. Herr Prof. Dr. Winter gab dem Scheidenden herzliche Worte der Ermahnung mit auf den Weg, im Gedanken an eigene Eindrücke von einer Reise ins Heilige Land. Herr Rabb. Or. Wolf sprach in einer großangelegten Rede von der Einheit des Iudentums und der unauflöslichen Verbundenheit der Iuden, die am Aufbauwerk in Palästina und derer die in Deutschland an der Erfüllung ihres Lebensaufgabe arbeiten. Herr Or. Saacheimer gab, gleichzeitig als Syndikus des Sachs. Isr. Gemeindeverbandes, dem Dank der Beamten und Angestellten an Herrn Or. Levy Ausdruck, dessen starkes soziales Empfinden er besonders betonte. Herr Or. Levy dankte für die ihm gewordene Ehrung und gelobte - anknüpfend an die Worte Or. Wolfs - sich äuch in der Feme noch als der Dresdner Gemeinde stets zugehörig zu fühlen. U. Abschiedsfeirr der Zionistischen Ortsgruppe Für Or. Levy, der Mitte Febmar seine Reise zur neuen Heimat Palästina angetreten hat, hatte die Zionist. Ortsgruppe zu einem Abschiedsabend eingeladen, der alle Kreise der Dresdner jüdischen Gemeinde in harmonisch feierlicher^ Stimmung zusammenführte. Or. Levy der seit 1925 dem Dresdner Gemeinderat und seit 1928 dem Gemeindevorstand angehörte, hatte durch seine starke jüdische Persönlichkeit, seine verwaltungstechnische Organisationsgabe und seine Kenntnisse sich die hohe Achtung aller, auch nicht zionistischer täglich EINGANG von FRÜHJAHRS-NEUHEITEN in Mänteln, Kleidern,Kostümen,Blusenu.Röcken « OLDNIAN M

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