Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-02-01 · 2 (2.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
2 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4892693-5739425-5770057--1914-4894509
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 2 ■\ Äemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde DrxSde'n'' Leite S Felix Bondi zum Gedächtnis Im Oktober -193fr hatten wir in diesem Matte dem Geheimen Iusiizrat Or. Felix Äondi die herzlichsten Glückwünsche der. Israelitischen Neligionsgemeinde zu Dresden'und ihrer Mitglieder zum 70. Geburtstage ausgesprochen. Heute betrauert die'Gemeinde mit seinen nächsten Angehörigen und Freunden aufs tiefste das Hinscheiden dieses aufrechten deutschen Iuden. Nur ein kurzes otium rum dignitate war ihm vergönnt. Im Mai 1933 mußte sich Felix Äondi aus gesundheitlichen Gründen aus seiner umfangreichen Anwalts- und Notari'atstätigkeit zurückziehen. Am 17. Ianuar 1934 wurde er von einer Grippc^dahingerafft. . . . Wie nicht unbekannt sein dürste, hat sich nach dec Vertreibung der Iuden aus Sachsen im 13. und 14. Iahrhundert erst ^um die Mitte, des 18. Iahrhunderts in Dresden langsam wieder eins jüdische Gemeinde gebildet. -Zu den ersten.. Mitgliedern gehörten Träger des Namens Äondi. Vorfahren Felix Aondis haben stets an den Angelegenheiten der Gemeinde Anteil genommen. So war es alte jüdische Tradition, die auf Felix Äondi von seinem Vater, dem Gemeindevorsteher Kommerzienrat Ioseph Äondi, Teilhaber des Bankhauses Äondi 6 Maron überkam. Auch er amtierte - wenn auch nur einige Iahre - als Gemeindevorsteher, .auch er brachte den sozialen Instutionen der Gemeinde das wärmste Interesse entgegen. Unvergessen bleiben wird ihm das hohe Verdienst, das er sich um die Heranwachsende jüdische Iugend als Vorsitzender des MenbelSsohn-Vereines während eines Zeitraumes von fast 30 Iahren erwarb. Als er im Frühjahr 1931 dieses Amt in jüngere Hände legte, wurde ihm durch Ernennung, zum Ehrenvorsitzenden der Dank dafür abgcstattet, daß er.sichUnermüdlich dafür eingesetzt hatte, den bedürftigen Jugendlichen eisse angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen, ihnen insonderheit die Erlernung eines Handwerks zu erleichtern. Nicht minderen Hank schuldet ihm die Allgemeinheit dafür, daß er sich stets mit seiner ganzen starken Persönlichkeit für die Kunstpflege als langjähriger Vorsitzender des Museeumsvereins und als Vorsitzender des Gemeinühigen Vereins und vieler anderer charitativer Organisationen für däs Gemeinwohl eingesetzt hat.' Von hervorragender Bedeutung waren seine Leistungen als Iurist. Echon in.jungen Iahren erwarb er sich durch seine ungewöhnliche Tüchtigkeit eine große Klientel. Seine besondere Begabung betraf das Gebiet des Handelsrechts. Hier betätigte er sich praktisch insbesondere in der Äeratung vieler großer Unternehmungen. Als wissenschaftlicher Schriftsteller genoß er hohes Ansehen in der gesamtess deutschen Iuristenwclt, nicht zuletzt durch seine Mitarbeit am Staubschen Kommentar zum Handelsgesetzbuch. * ■ Felix Äondi war seinem Äußeren wie seiner Gesinnung nach ein Edelmann, auf den wie selten auf einen anderen das Wort paßt, das einst Emil Lehmann gn seinen Sohn richtete: »Sei stolz, mein Sohn! Zum ältesten Adel zum besten Äürgerstande zählt, wen ohne Furcht und ohne Tadel ' Deutschtum und Iudentum beseelt." Mit stolzer Freude konnte die Dresdner, jüdische Iugend die Vertreter der jüdischen Iugend aus allen Teilen Deutschlands zu Pfingsten 1928 hier aufnehmen und der 7. Delegiertentagung des „Verbands der Iüdischen Iugendvereine Deusschlands" einen würdigen Nahmen geben. Die Tagung bedeutete einen Höhepunkt in der Geschichte * des Verbands, und die etwa 300 Teilnehmer denken doch heute beglückt an sie zurück. Nicht immer konnte das Niveau des Iugendbunds auf gleicher Höhe bleiben. Oie Entwicklung geht auch hier auf und ob. Ost vermag ein wirklich jugendlicher Mensch alle andcm mitzureißcn, fehlt aber dieser eine, so fehlt der Gemeinschaft die treibende Krafi, und eine Ermattung «er Arbeit ist dir Folge. Doch wurden solche Kn'sen immer überwunden. Immer fanden sich noch junge Menschen, die den Willen zur Arbeit aufbrachten, von 5er Notwendigkeit dieser Arbeit überzeugt. , Deshalb darf man auch für die Zukunst hoffen. Wer selbst die Geschichte des Iugendbunds von Anfang an miterlebt hat, weiß, daß er notwendig ist, heute mehr als je, da er für viele junge Menschen die einzige Möglichkeit bedeutet, mit andem zusammenzükommen und dem Meinsein zu, entgehen. Bevoc Sic JUktamcauftcä^c icgtickcc Act ecteÜCH, vcdoHQCH Sic bäte Angebot i/oh: )ac. StecnUcld DeccdcH^-16, StcUccHCcTH.1t!-, Ruf :18631 "Bankhaus °6ebr.IrnksolS vresden Verlin Gegründet I SS4 Und er ist doppelt notweudig: aus ihm gestaltet sich die jüdische Gemeinde der Zukunst. ~ , ‘ Kurt Hirschel. Dresdner £aufc»rgrfd>&ft: waisendausstraße 18-22 Berliner ^aus: Berlin XO 8 Bebrenstraste c2-c3 Kostenlose Beratung in alten Hypotheken u. «rurbjtmksangelegenheltrn! SAISONSCHLUSS-VERKAUF I I vom 1. bis mit 10. Februar I QOLDMAN N I DRESDEN-A. AM ÄLTMARKT - 3 , » * S " ......iNiiiiiiiHiuiiiiiiiiiiMiiiiiiiiHiiiiHiiiiiiiiiininiiiimiuiiiiiiiuii*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.