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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-02-01 · 2 (2.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
2 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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-er Israelitischen ^eligionsgemeinde Dresden Amtliches Organ -es Gemeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortliche Schriftleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgrmeinde Dresden / Druck: A. Gmhnert, DresdeN-Ä. 1 Alleinige Annahmestelle für Insekte, Zac. Stemllcht, Gtriesenrr Platz 14 / Ruf 18631 / Die 4mal gespaltene 4S.mm«Aeile kostet 22 pfg., laufend Rabatt, X^Zahrg. Dresden, Kebruar 1934 Nummer 2 Aufgaben einer jüdischen Schute Vortrag von Or. Friedrich Brodnitz, Berlin. Auf Veranlassung des „Vorbereitenden Ausschusses für die Gründung einer jüdischen Schule in Dresden" fand am 27. Januar abends in der Dresdner Synagoge ein Vortrag des Herrn Or. Friedrich Brodnitz-Berlin, des Neichsfvhrers der jüdischen Jugend/ über das Thema „Aufgaben einer jüdischen Schule'" statt. Herr - Or. Brodnitz führte ungefähr folgendes aus: Das Bildungsziel der deutschen Schule sei vor dem großen Umbruch die Ansammlung von Fachwissen gewesen. Oie. heutige Schule dagegen erstrebe ein einheitliches Formungsideal, das gegeben stk durch den nationalen Gedanken, verbunden mit dem Nassengcdankcn. Wie steht es bei den Juden? Wenn man die Entwicklung der letzten drei Generationen betrachtet, so sei die Antwort: äußere Blüte und innerer Niedergang durch vollkommene Entjudung Das ' Idealbild für den Vortragenden sei die Generation unserer Großeltern. Oie Tore der. Emanzipation seien geöffnet gewesen, die Generation habe innerhalb ihres Familienlebens fest in jüdischer Tradition gewurzelt. Oer nächsten Generation sei es materiell gut gegangen, aber sie habe nur noch sehr geringe Bindungen an die religiöse Tradition gehabt. Oie -heutige Generation habe diese Bindungen noch weiter gelöst. In der letzten Zeit dränge jedoch unsere Iugend in die Iugendbünde, um sich wieder mit jüdischem Wissen anzufüllen. Nach der Zerstörung Ferusalems sei die Schule l in Favne gegründet worden, die zu einer Keimzelle des Wissens und Geisteslebens des Iudentums wurde. Oer tiefe Orang des Iuden gehe nach dem „Lernen" und in Zeiten, .wo es uns schlecht gehe, sei uns keine größere Aufgabe gesetzt, als für dieses Lernen zu sorgen. . ' Oer junge jüdische Mensch befinde sich in einer Situation, die alle hergekommenen Begriffe über den Haufen4 geworfen habe. Früher sei ihm die Laufbahn eines Akademikers oder selbständigen Kaufmanns sicher gewesen. Es habe dem Fudentum aber die normale soziale Schichtung gefehlt, zu der auch die handarbeitendcn Berufe.gehören. Oie Iugend sei in den letzten Fahren io dieser Erkenntnis weiter gewesen als die alte Generation xmd sie habe gedrängt, - iift gegen den Willen der Eltern - in die Hand-' arbeitenden Berufe hineinzugehen. Ietzt sei den Iuden die Laufbahn des Akademikers und des selbständigen Kaufmanns so gut wie.verschlossen. Wir sollten aber dem, was geschehen ist, nicht nachtrauem, sondem den Weg zu Ende gehen, müßten aber auch wissen, warum wir ihn gehen. Zunächst ergebe sich schon daraus die Forderung -nach der jüdischen Schule. Sie sei am stärksten in der jüdischen Fugend laut geworden und dir Ncichsvertretung der deutschen Fuden habe diese Forderung bejaht. Einheitliche Nichtlinien für die Aufstellung von Lehrplänen zum - Unterricht an jüdischen Schulen seien von allen jüdischen Parteien, von der liberalsten bis zur konservativsten, angenommen, worden. Für die Frage, ob. eine jüdische Schule nötig sei, wäre cs nicht entscheidend, ob cs einem jüdischen Kind auf der Schule gut gehe oder nicht. Oie Frage müsse vielmehr so gestellt-werden: Wie kann einem jüdischen Kind der Erwerb desjenigen Maßes positiven Iudentums gesichert werden, das es braucht, um sich als aufrechter Fude behaupten zu Können Trotzdem dürste man das Ergehen des einzelnen Kindes auf der Schule nicht unterschätzen. Es sei der Wunsch maßgebender Stellen», daß die Andersartigkeit der Fuden nicht als Minderwertigkeit hingestellt werde. Aber die Kinder seien nicht in der Lage, so schwierige Auseinanderhaltungcn für sich selbst zu vollziehen. Kinder seien grausam und hielten nicht mit ihren Gefühlen gegen ändere Kinder zurück: Andrerseits redeten Kinder Der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten e. V.y Ortsgruppe Dresden' veranstaltet am Dienstag, den 6. Februar 1934( 20*5 Uhr im Festsaale der „Harmonie", Landhausstraße 11, einen Vortragsabend, zu dem die Gemeindemitglieder hiermit ganz ergebenst eingeladen werden. '‘ ’ Es spricht: Rechtsanwalt Dr. Urias, Vors. d. Landesv. Hamburg, über »Schicksjal und Wille« Eintritt Mitteisaal 1.— RM, Seitensaal 0.50 RM, Jugendliche 0.25 RM I Kartenverkauf: Theaterkasse im Reka / Buchhandlung Strauß, Waisenhausstri 25 / Blusenecke, Webergasse l Karl Meyer, Hauptstraße Ecke Heinrichstraße Keine Abendkasse!

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