Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 1 (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Nr. 1 Gemeindeblatt der Israelitisch »«Religion - gemeinde. Dresden Seit- Z der Dresdner Kaufmannschaft (Osfra -Allee) r t I des .Kulturbundes Deutscher Juden, Berlin Dienstag, den 30. Jan. 1934 /#TkfWl I> W1171W TT /flk in der berliner Original- | - abends 8\lhK If Ji 11 llUlLi 11 jlf Besetzung , von Shakespeare ‘ i _ ’ ' - ' Eintriffskorten von RM 7.— bis RM 1.— Vorverkauf: Theaterkasse Reka •/ Buchhandlung Strauß. Waisenhausstr. 25 / Gemeindeamt, Zeughausstr. 3.1. Geschlossene Vorstellung für Gemeindemitglieder. ' 1 Keine Abendkasse Theatersaal I lAcfcnti ii. Kein Einsichtiger, der an jüdischen Dingen ebenso wie an der weiteren Gestaltung unseres Lebens hier interessiert ist - und wer wäre das nicht, gieichviei wie er zur Frage der Errichtung jüdischer Schulen sieht - wird sich der Erkenntnis verschließen, daß bei dem -geht viel erörterten plane eine ganze Veihe von Faktoren eine Nolle spielen. Einige von ihnen liegen noch dazu außerhalb unseres Machtbereichs. Man darf sich auch nicht bloß vom Gefühl, der vielfach nur augenblicklichen seelischen Einstellung, leiten lassen und man darf ebensowenig die finanzielle Grundlage, die außerdem stimmen muß, als. das Ausschlaggebende ansehen. Schließlich läßt sich die ganze Frage auch nicht generell, sondem. nur unter Beachtung der bestehenden örtlichen Verhältnisse lösen. Überhaupt jjjirb in dieser Betrachtung gamicht zum Problem der jüdischen Schule im allgemeinen Stellung genommen sondem lediglich versucht, dem.plane einer jüdischen Schulein Dresden ein neues Gesicht zu geben, vielleicht das hieraus etwas praktisch Greifbares entspringt. Win kennen die Richtlinien,' die künftig für den Zugang zur Hochschule maßgebend, sind. Danach sieht fest, daß es nur sehr wenig, so gut wie gar keine jüdischen Studierenden mehr geben wird. Denn nicht nur die Gesamizahl der aufzunehmenden Abiturienten wird begrenzt unter den weiterhin für Nichtarier geltenden Beschränkungen, es wird auch außer dem Abitur eine besondere Zulassung eingeführt, kurz: die akademische Laufbahn ist unseren Kindem - davon' müssen wir ausgehen - so gut wie verschlossen. Was aber wird mit ihnen, wenn.sie 4 Jahre oder länger die Volksschule besucht haben? Das ist die Frage. Und an sie kann nur in Verbindung mit der bereits angebahnten Berufsumschichtung und demgemäß Umschulung herangegangen werden. Wer Noch in der Lage dazu ist, seinen Kindem eine höhere Vorbildung zu geben, muß darauf bedacht sein, sie so zu gestalten, daß sie diese in eine bestimmte Lebensbahn'gedrängten'Kinder zugleich berufstüchtig macht und sie jüdisch-charakterlich festigt, auf der anderen Seite aber ihr Deutschtum stärkt, immer von > dem Gedanken ausgehend, daß wir in Deutschland wurzeln und daß sich nirgends anders als hier unser und ihr künftiges Löben und Schiksal abrollen soll und wird. Und das ist der Punkt, wo eine jüdische Schule, wenn eine solche in Dresden überhaupt einen Sinn haben kann, einzusehen hat. Wohlverstanden, nicht eine jüdische Volksschule besonders für die ersten Jahrgänge, sondem eine jüdisch geleitete Fortbildung-¬ oder Aufbauschule. Ihr Lehrplan wäre in großen Zügen der der öffentlichen höheren Schulen, aber mit besonderer Berücksichtigung praktischer Fächer, Sprachen, kaufmännischer Wissenszweige und technischer Fertigkeiten. Eine infolge Erfassens weiterer Kreise sich auch besser rentjerende jüdische Schule dieser Art hätte einen praktischen Wert, sie dürste imstande sein, unsere Zugend, wohin sich auch später ihr.Lebensschifflcin wenden mag, organisch und möglichst vielseitig auf einen der sich dann bietenden Berufe so . vorzubereiten, wie es nötig ist, und hieran fehlt es> wie die Dinge liegen, für die nächste Zeit ganz und gar. Darum auch die.Natlosigkekt vieler jüdischer Eltem. Wie gesagt, nur eine Zdee: Umformung des-Schulgedankens von einem erhöhten und erweiterten Blickpunkt aus unter Betonung unserer deutsch-jüdischen Grundlage und mit bewußtem Hinarbeiten auf praftische Berufsziele. Davor sei entschieden gewarnt, in dieser uns allen am Herzen liegenden Sache etwas zu überstürzen. Sie ist zu wichtig, weil in ihren Auswirkungen für die jüdische Gesamtheit zu bedeutsam, als baß sie nicht gründlicher Prüfung unter Hinzuziehung von Fachleuten und sorgfältigster Vorbereitung seitens der dafür Verantwortlichen aller Kreise bedarf. - l Bankhaus Sebr.SrnholS vresden Berlin Gegründet 1 $ 6 4 Dresdner Sauptgef«t>Lfr: VaifenhauSstr.Tße 16-22 Berliner Saus: Berlin 1V 6 Bebreni^raße 62-6Z Kostenlose Beratung ln.allen Hypotheken v. GrundstückSangelegenhelten- TIEDEMANN & G'RAHL Weinhandlung Weinstuben Telefon 20207 Telefon 18600 Dresden, Seestr. 9 f Dresden, Seestr. 9 «• »e«e»»»ee«Meee> D&s fäJUc€Hd&Jxw^lCc&<zceit Dccsdctvs! j i Täglich nachmittags und abends das große' Programm t 'Nachmittags Eintritt frei / Kein Gedecku. Weinzwängt | WalsenhaussfraBe / Telefon 22943 i