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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-10-01 · 10 (10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
10 (10.1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemem-e-latl der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliche- Organ de- Gemeindevorstandes ^>i>m>«W>Wi«iM««mMmiimiiiii«> Mitteilungsblatt des Sächsischen IsraelWchen Gemeinbeverbanbes Beranttvortl.Echriftleitaag: Btlrodirettor L-Plormacher. Dresden-Berlag: Israelitische Religionsgemrini Alleinige Annahmestelle ftir Inserate: Iae. Eternllcht, Zrughansstraße 3,1- Telephon 14051 - Die 29-mn x Dresden-Druck: Kaden DG ,-Ronpareillejeile tostet 30 PI »mp-, Dresbrn-A. 1, laufend Rabatt VII. Jahrgang mm | Dresden, Oktober 1931 Nummer 16 JnhaltSverz Bekanntmachung eichnis: llr. Berta Badt «n / BereinSnachrichten : >lteS Nultgerät in neuer Form / Oscar Lester 80 Jahre / Chassidische Geschichten J Amtliche / Theaternachrichten /, Kinonachrichten / Geschäftliche Bekanntmachungen / Kalendarium Altes Anltgerat in neuer Form Bon Or. llortu lluät .Eine der verdienstvollsten und erfreulichsten Arbeitsgemeinschaften unserer Tage, der ,M unst» Dien ft" i n Dresden, strebt nach Verinnerlichung und Erneuerung der religiösen Kunst aus den Formanschauungen der (Gegenwart. In seltenem Nebeneinander stellt diese Vereinigung den Siebenarmigen Leuchter neben das j kreuz, wenn sie ihre Ziele zusammensaßt. Und so gab denn auch die Ausstellung „Kult und Form", die der Kunst-Dienst im Berliner Kunstgewerbemuseum veranstaltete, reiche Gelegenheit, die Erneuerung und Umformung jüdischen Kultgerätes in unserer Zeit zu überblicken. Welche Möglichkeiten bieten sich dem Künstler, der heute danach strebt, unseren altehnvürdigen Geräten neue Formung zu verleihen? Franz Marc, der durch den Krieg allzu früh uns Geraubte, hat aller Kunst einmal den doppelten Weg geiviesen: entweder, so sagt er, muß man Traditionen wahren — oder neue Traditionen schaff e ii. Beide Wege werden von unseren jüdischen Künstlern Silberne Becher von B, Arledländer und Kunstgewerblern bcschritten. Das zeigte die äußerst ^reichhaltige Ausstellung der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, die sich an die obenerwähnte Ausstellung „Kult und Form'^anschloß, in vielleicht bisher selten erreichter Klarheit. 1 Die Grundformen unserer Kultgeräte haben sich in entscheidenden Umrissen Jahrhunderte hindurch unverändert erhalten. Seit die Gold- und Silberschmiede in der Lynagoge von Alerandria ihre eigenen Plätze einnahmen, muß es unter den vielen Juden, die in aller Herren Ländern das Kunsthairdiverk betrieben, Mensckien gegeben haben, denen religiöses Empfinden unmittelbar in künstlerische Gestaltung überging, daß sie fähig wurden, gottesdienstliche Formen von unwandelbarer Gültigkeit zu schassen. Ter Neichskunstivart Rodslob sprach kiirzlich bei der Eröffnung der Kult- und Formansstcllung von dem „Gcbetswert der menschlichen Hand"— asS er die Volkskunst der Stickerinnen kennzeichnen wollte —. Kein besseres Wort gibt's, uni jene jüdische Vorzeit des Kultgcräts zu kennzeichnen. Uni) so greift das Motto einer der fähigsten jüdischen Künstler unserer Tage, des Baumeisters Harry R o j e n t h a l, nach beiden Seiten hin, um die Ziele modern-jüdisäier Kunst zusammenzufassen. „In geistigem Zusammenhang mit der Tradition verwerfen wir eklektisch verwendete Kunstformen und erstreben ein inniges Verhältnis zwischen Kult und Leben durch verständliche Ausdrucksformen." Denn zu der liebevoll SaivdolobnilLt von 2 u.D.Uüwentbal 1 * ti . y vi,_r bewahrten Tradition tritt nnn das Nene: die Abkehr von allem Schnörkel, die neue Ehrlichkeit unserer Formempfindung. — Nosenthals eigene Arbeiten entlvickeln. sich seit Jahren ans dieser Basis. Ter schöne Thoravorhang, dessen Abbildung wir bringen, sammelt Goldlitzen aus Hellem Grunde zu kleinen, straylenden Vierecken: rechtwinklig und schlicht geführt, wie es der dekorative Sinn der Gegenwart will — und doch gerade in diesem geometrisch-abstrakten Gc>

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