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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-09-01 · 9 (9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
9 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 Seite 11 iemeindeblatt der Israelitischen ReljgionSgemeinde Dresden serviert, weil es der Entrechtung der Beamte» dient. I» nuiiiche» t'.emeinden »>ird ihnen gas aktive nnd in vielen, wenn nicht den ineijten E>e»,ei»den das passive Wahlrecht vorcnthalten, während in Prcntzen längst den Indischen Beamten aktives nnd passives Wahlrecht zngesprochen istj. t»!e»au so, wie jeder Reichs-, Ko»nn»»alnnd Ztirchenbeainte es ha>, „ins; nach in Lachse» dieser reaktionäre, die Beamfen kränkende »nid n»gerechte Instand endlich beseitigt iverden. Ter Berwallunb der t^eineinden würde es mir zugute koinnien, ivenn die Beamten, die Interesse nnd Berständnis für die Tinge besiben, in weitest gehendem Matze heraiigezogcn würden. 'Hur Lpezialsragen, snsl>esoudere die Ltellung der Rabbiner innerhalb der (»lemeindeverivallung, die Teilnahme der Beamten . an de» l^enieindeansschüsscii, soll nicht eingegange» werde». Znni Lchllij; sei n»r folgendes bemerkt: Es fehlt den Maulten in deir blemeinden an einer einheitlichen Berlrelung ibrcr Interessen. »Rach der Revolution sind beispielsweise in Leipzig Beanitenverlreler gewählt worden, ivelche die Rechte der Beamten, insbesondere auch bei der Etatsfestsetzling, wahrznnehmen Hallen. Dieser Ausschnf; irt Jit Leipzig ganz! stillschweigend vergessen oder abgeschasst ivorden. Leine Notwendigkeit in allen grotzen tgemeinden ist beule mehr' als je vorhanden. aolgende^ ,rordernngenjsind zn stellen: ' 1. Allen A »gestellten der jüdischest t^emeinLen Lachsens, deren Tätigkeit für das- Wesen einer jüdischen l»'>enieinde not» wendig »nd charakteristisch ist, also Rabbinern, Lehrern, .Kantoren, Lchächtern nnd höheren Berwallnngsbeainten stellt die Be» amleuekgenschast zn. j '-Hllen jüdischen <»>emeindel>eainleil ist das aktive n»d passive Walilrecht zn gewahren. :!. ai> allen grotzen! «iiemeinden sind Beaniteiiansschüne zn bilden, die bei allen die'Beamten betreffenden aragen z» Kören sind?! a» einem fleitzigc», voti der Beherrschung der einschlägigen Literatur zeugende», fast aitderthalbstündigen Bortrage sprach »»» Perkes, Leipzig, nt>er: Der biblische ('leschichtsnnlerrichl in der israelilisclien Religionsschnle. Religioii ist liiefühlssacbe vi>d kann nicht wie irgendein anderes Unterrichtsfach gelehrt, sondern lediglich ans dem Wege der Laggestio,, von Person mif Person übertragen werden. Das Zlind, das znr Lchnle kgiiiint, besitzt bereits religiöse Erfahrungen, eimtweile» noch in ungeklärter »»gefestigter svorm. Ter biblische E>eschich»sunterricht bat nun durch Erzählungen von Personen, die E'.ott in sich erfahren hulvn, die ersten religiösen Eiefühle der »Inder zn klären nnd zn stärken, die biollcsvorjiellnng zn reinigen und zu erholten. Tcshalb mutz die Auswahl der einzelnen lgeschichlen dein Auffassungsvermögen der! jeweiligen Altersstufe angepatzt sein. Weil den Bindern in deit iwrangegangenen Lcknljahrcn das Nötige Berständnis für die tiefere! Bedeutung der herrlichsten Erzählungen der Bibel fehlte, ebenso auch der historische Linn für die >snsai»- menhänge anfeinanderfol^ender Eleschichten, ist eine teilweise Wiederholung des frühere» Ltoffes entweder als Bibcllektüre oder im '.Hnschlntz an die Religsonslehre auf der Dberslnfe »inerlätzlich. Ter Ehuineschlchersetzungstlnterricht kann nnr dann einen ■ entsprechenden Ersatz für de» biblischen Eieschichtsnnterricht bilden, wenn die Binder in der Lage sind, mit der Lektüre zugleich de» 'Belvedere das vornehme Qesellsdiaftshaus T&ölidi Konzert / AbendsTanz/ SAle für Hodizellen und Qesellsdiaften AufWunsch Koschere Küche Referenz: das Gemeinderabblnat Llosf auch innerlich zn verari«eite». Taz trifft aoer in den seltensten jvällen z», da die Lchiiler nicht die erforderliche» hebräischen Borkennlnisie dazu lx'sitzen. La bleibt dem Religionslehrer als geeignetstes eindrucksvollstes Mittel für die Lloffdarbietung der freie persönliche Bortrag, insbesondere die freie Terlgestaltnpg. Tadurch ist ihm die Möglichkeit gegeben, nnveritändliche .Ausdrücke derBit>el in* die kindliche Lprache zn übersehen, die Begleitumstände des inneren Leele»lel»ens handelnder Personen anszuinalen, alle pinch,scheu Momente, die später behandelt werden sollen, in die Erzählung hineinzuflechlen «Josephs Bersnch»ng>, die Motive, die die biblisctie l'.eschichte enthält, stärker zn nnleritreichen , Abrahams »rriedfertigkeiti, harten und Anitötze mancher Erzählungen zu beseitigen iParadiesgeschichle i, aus Propheleinvorien inhaltreichc, znianinienhangende Erzädlnnge» herzuiielle». Tie >Benverl»l>g »ins; darin bestehen, das Leben in der Erzählung mit dem wirklichen Leben und Erl'et>eii in unserer Welt in Berbindung zu bringen. Tie schwierigsten <»>eschjchlen der B.il>el iLebe» Jakobs und Tavids» soll inan den.Ztindeni nicht'durch pädagogische Ztünsteleien schmackhaft Zii machen suchen, sondern sie als Anschannngsmitiel für die Problemutik der menschlictie» Leele lvnuven, dem s>>n,endlich:n dain.it zeigen, das; auch die Personell der Bibel keine heiligen, sondern nur Menschei; waren. Miitif int biblischen (»leschichlsnuterrichl iir Heine eine Forderung der .seit, zugleich, eintz rein pädagogisclie Mas;nahnie. .kindlichen Bedenken und ,rragön. die nach einer reli- .giösen Lösung verlangen, darf der Lebrer keinesfalls aus den, Wege gehen, er mnj; jedoeli jederzeit daran, bedacht sein, de.i kindlichen »leist immer wieder an, le>o„ hinzuleilken. Beiden Wundergeschichten der Bitvl ist das vanptgewicht in der Erzählnllg auf die Motive niid die folgen des wunderbare» Borganges, nicht al>er auf daS Wunder als solches zu legen. Wo eine b!'>e schichte von ihren; poetischen und sittlich religiösen»<e>ehalie nichts cinbützl, sondern dadurch noch wertvoller wird, kann der Lehrer eine Rationalisiernng vornehmen, Jut stnlereiie der äleligion inni; die srorderniig erhoben »»erden, das'/ in de» ol>eren »lassen die naive Behandlung der Wunder aufhört. Mil der „Aufklärung" ül»er die objektive Wahrheit der W»nderl»erichte mindern ivir nicht de» Wert der Bibel, denn der liegt einzig »nd allein in dein religiösen b>>eiile. der sie dnrehipehl. Angesichts der vorgerückten .jen iviirde beiblesseu, die Aussprache über das Referat bis zn unserer nächsten Bersaniniliing. die möglichst im Lause des nächsten Halbjahres statifindeu soll, und ebenso das Referat des ^err» Rabbiners Tr. Eloldin.,,»,: „Ter jüdische E>e»chichtsunlerricht in. der israeliiischen Religionsschule", bis dahin zii vertagen. Mit Tankesworten, an die Anwesenden schlos; der Boriitzcnde die Bersammlung. Täglich Eingang von Herbstneuheiten zu den bekannt niedrigen Preisen WILSDRUFITCR STRASSE

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