Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 5 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 5 (Semeinbeblatt der I s r a e l i) i s ch e n Religionsgemeinde Dresden Seile Jahrzehnt erlebt habein, zn. Selbst wenn sie,jetzt endlich veröffentlicht werden, fit :b sie durch die Eni Wicklung der letzten fünf Jahre längst überholt. Nach der Berufszählung von l!l<>7 ist der Anteil!>er Inden am Handel besonders groß. In Berlin gehörten lamals von b.">.'>71 jüdi»'d)en Erwerbstätigen allein 30 006 dem Hrindel an. Tie Zahlen für 102.", zeigen, daß von den jüdischen Erwerbstätigen in Hamburg f»0 Prozent im Hand. ^der lssefamtbevölkernn z. Noch überwiegt Hauptberufe Aber die Verhältnisse der sind nicht maßgebend für ganz Teutschla Tie Umstellung der Betriebe führt organisiernng. Jmnur stärker wird die E lichen .iiraft durch die Maschine. Tie l besctiäftigt sind gegenüber »I Prozent■ m-rlim-ii. Neben diesem freiwilligen beinhalten erfolgt eine ner der Handel als großen Handelsstadt >d. »ich zn ihrer Um rsetznng der inensch- Neckwnisicrung der »leitet durch die Vers eistignng der mediageistigen Straft wird be nisckie» Arbeit. Jmnter größer wird di!» Zahl der Arbeit »clnner, die der Selb riesige Armee der Unselbständigen mit hervorgernfen hat, bewirkt auch eine Znrückfetznng des „ jüdischen Elements. (Glauben viele Inden in ihrer tß'eignn'g zum Jndividualislnns nicht immer noch, solch' Betriebe meiden zn müssen, iveil sie in ihnen ihre Persönlichkeit nicht entsalteil können? Wenn die Inden nicht allmählich selbst eine innere Umstell nng vornehmen, werden sic hier immer mehr an Terrain tändigcn gebt gege lüber allen andern b e in ii H t e 'Jl 11 s s di 1 i e ß n n g der Inden. Tnrch die Ausgestaltung der Riesenkonzerne vollzieht sich eine Verdrängung der Inden, die ganz im stillen, aber oft sehr überlegt ge icklieht. Andt in vielen Unternehmungen, die dnrckl jndiidie Männer ins ^.'eben gerufen worden und. findet sich heute kaum »ockl ein jüdischer Ingenieur oder eine jüdische Stenottipiirin. Tiefe Bewegung führt aber and) zn einer Eliniinierling der Inden in den Staatsbetrieben. Wo und die jüdisdie» .iiauslente in den Bergbaubetrieben des Preußischen Staates, den kleine Eristenzrn,. die! stolz sind als ..Selbständige" an»;» treten, mit einem Telephon und einer Schreibmaschine als idvitt des dentidlen Inden üher die deutsche Wirtidia»! be lampsen wollen. Sie raubt vielen jüdiidien Erwerbstätigen elnzigem Regnisit iln^s Betriebes. Agei ten und Vertreter.! im "ande ihre Eriitenz und zivingf sie. in die Städte ab Viele unter ihnen, die unter den Nachlviri nngcn des ztriegesi znwandern. So vermehrt and» ne die Zahl der Abhängigen von neuem einen Berns ergreifen wußte». Mit ihren An gehörigen bilden heute alle Arbeitnebme' zivei Trittcl des ganzen deutschen Dolkis. Während aber die Arbeitnehmerschaft nur iin Tempo der (^esaintbevölkci nng wächst, erhöbt fielt der Anteil der Angestelltenschaft ii imer mehr. Bon 0 Prozent aller Erwcristätigen im Jahre 1^2 ans 10,r* Pro zent im Jahre 102-7. Zn ihnen stoßen h nte andi Tausende der ehemals freien Berufe: Aerzte. Zahnärzte und Anwälte. E i n n e » c r Mittel st and c n t ft c ft . Tiese gelvaltige soziale Umschiditnng. i»ic das deutsckie Bclk erlebt, trifft in ihrer ganzen Schwere auch die dentidien < „den. Im Jckhre 1007 ist der Prozentsatz de. Selbständigen bei den deutschen Inden nad» doppelt »o groß wie bei der Oicsamt' hevölkernng. srür den heutigen Inland fehlen »ns nocki die Unterlagen. Aber anc» ohne sie »vagen w r die Behauptung, der größte Teil der üdisdien Enverbstätigen befindet sich heute in abhängiger Stellung. Tie Schar der jüdisdien Angestellten, besonders auch der weiblich», wäckist von Jahr zu Jahr. Eine ^olg< der Proletarincr ing des jüdischen Mittelstandes, die die btentncrschidit vernieitct bat. Ans dem iiibtfcftctt Unternehmer ist der indische Angestellte geworden. Hinter sckieinbar glänzenden Fassaden zeigt sich oft bitterste Armut. Tie Bürokratisierung des Wirti'ch. ftslebens. die diese Aber nodi größer als djeie. fragen des Jetzt ist das P r o b l c m v o n M o r g e n. Tie Jrage nad» dem Schicksal unserer Wirtsdiast. Noch in der soziale Umbildnngsprozeß nickit beendet. Mebr denn je hat firit die ^.'age der dentidien Inden der aller übrigen dentidien Mitbürger angenähert/Wo führen >ionzeiitriern»g und Organisierung d.er Wirtschaft liin? In das nock) freies Unternehmertum? .könnten es die Inden nicht mit ('ieniigtnniig verzeidmcn. daß im Handel und im Handwerk. in der Industrie,und in der r!a»divirt»chasl die Jreibcit kapitalinisdien Schaffens in linieren Tagen stürmisch gefordert ivird? Aber ist das noch tapitaliitiidie Wirtjdiaft. die iicfi selbst überall Hemmungen anserlegt? Sri! Jabren beidiästigen fielt infolgedessen Wirlidiasls»,ihrer. Wirt schgftspolitiker und Wirtsdia'tsgelebrte mit der Jrage nad' der Zukunft des ziapitalismns. Jakob Ewldi'chniidt entscheidet lid» vor den deutschen Bankiers für den zrapitalismns.' Zur gleichen Zeit »'ordert .in .Hcniibnrg an»' dem Osewerfi'dxn'ts kongreß einer der junge» Jülirer der Sozialdemokratie, Jritz Naftali, die Wirtsdiastsdemokratie als den Weg znm Sozia lisinns . . Tas Sdiicki'al des >iapitalism»s »vird mit bestimmend »'ein iür das ('lei'diick der dentidien Inden. Sie waren die Wegbabner in unserer Epod»e. »verden »ie es ver i'teben. and» Jübrer in die neue Zeit z» sein? Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwüfden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Manldelmilch-Margarinsl Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden un<jl für Kuchen und "orten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthebt keine tierischen Fette und darf daher zu aljen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. TbMOR Palmin koscher besteht zu vollen 100o/o aus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten, Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne/das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfind liebsten Magen gut bekommt. für die rituelle Küche (Fleischig und milchig zu gebrauchen! len PALMIN TPK2—»II