Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 4 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 4 Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen GemeindeverbandeS Seile 3 fSTOItWERO( 5 Kakao Schokolade l Pralinen Herr Schorfen, Zwickau, wiederholt die Bitte, die Chemnitzer Angelegenheit heute hier zu ‘ bespreche». Es sei allenthalben Brauch, und in einem demokratischen Gemeinwesen unabweisbare Pflicht, auch der Minorität Rechte 4» verleihe». In Chemnitz sei es aber die Majorität, der auf Grund eines veralteten Gemcindewahlrcchts alle Rechte vorenthalteil seien. Er halte es für durchaus möglich und,bei allscitigem guten Willen auch für auösichtsvoll wen» voin Perbänd bestellte Männer sich mit Vertretern der beiden Ehemnitzer Parteien im Gcmeinderat an einen Verhandlungstisch setzten. — An dieser Stelle sei bemerkt, das; Herr Schocken im weiteren Verlauf der .Tagung im Zusammenhänge mit anderen Tinge» nochmals auf diesen Gegenstand zu sprechen gekommen i» und einer Versöhnung das Wort redete. — Herr Rechtsanwalt Salinger bemerkt, das; es seiner Meinung nach der Befriedung nur dienlich sein könne, wenn die andere Richtung des Ehemuitzce Gcmeindcrats auch im. Verbands.tusschuj; vertreten sei. Herr Kahn, Chemnitz, erividert, das; er nach den letzten schwere» Angriffen der Volkspartei den jetzigen Zeitpunkt zu Friedensverhandlungen nicht, für geeignet halte; wenn Ruhe cingetreten sei, sei er bereit, mit Vertretern der Volkspartei zu verhandeln. Herr Goldschmidt. Leipzig, betont nochmals, das; der Verbaut, satznngsgemäs; nicht das Recht habe, sich in die inneren Angelegenheiten einer 'Gemeinde einzumischen; er nimmt aber, wie die Mehrheit der Versammlung, von der Erklärung de? Herrn Kahn mit Befriedigung Kenntnis. Ter Vorsitzende hat am 12. Oktober |t*3n den Verbandsgemeinden Abschrift eines Schreibens des Rats zu Tresde», schulanil, übersandt, worin die Namen von jüdischen Schülern Mitgeteilt werden, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, uno worin weiter ersucht wird, die Zensuren im Religionsunterricht jeweils rechtzeitig vor Lslcrn den Schulen mitzntcilcu. Ter Vorstand der Israelitischen Rcligionsgemcinde zu Tresde» hat diese- Atigelegcnheit dazu benutzt, an den Rat zu 'TreSden die Bitte zu richten, von der Aufforderung an die Israelitische Religionsgcmeiude, die Zensuren im Religionsunterricht jeweils rechtzeitig vor Litern den Schulen mitzuteilen, allen Schulleiter» Kenntnis zu geben und ihnen aujzugeben, dem Vorstand der Israelitischen Religionsgemcinde die Kinder »amhaft zu machen,' für wclckie Weltgionözensure» nicht eingLgangen sind. Taraiif ist vom Rat'zu Tresde», Schulamt, mündlich folgender Bescheid gegeben worden. Wenn Kinder einer anderen Konfession angehören nnd außerhalb der Schule ihren Religionsunterricht erhalten, so sind die Zensuren von der betreffenden Religionsgcsellschaft einzuferderu und in die Zcnsurtisie cinzutrage». Tiefe Anordnung des Raies ijt den Schulleitern in einer Lchrcrkonfercn^ im Juli 1930 mitgeteilt worden, sie haben auch eine entsprechende schriftliche Anweisung erhalten. Auf die Eingabe des Geineindeverbaudes an das sächsische' WirischaftSininisteriuni vom ft. Februar 11)31, die Verordiiltng des Ministeriums für Volksbildung vom 21, August I929, Allg. 90;(ii, über den Schulbesuch an staatlich nicht anerkannte» Feiertagen und Berücksichtigung der Einpsindungen Andersdenkender in den öffentlichen Schulen auf die dem Wirtschaftsministcjcium untcrstehendeii Schulen auszudchncn, ist noch kein Bescheid eingegangen. Tanrit ist Punkt 1 der Tagesordnung ..Bericht des Vorsitzenden und Punkt 2 „Eingänge und Mitteilungen" erledigt. 3. Kassenbericht über das Jahr 1930 Z» 3: Ter Etat für das Kalenderjahr 193s>, der in Einiiähme und Ausgabe gleichlautend auf 25 500 Mark festgesetzt war. ist um (16,02 Mark überschritten worden. Herr Jpseph Kahn, Chemnitz, wird mit der Prüfung der Abrechnung betraut; er nimmt diese Prüfung während der Sitzung vor und bestätigt später die ordnungsmäßige Führung und Abrechnung der Kasse. Tie Rechnung wird scHastn unter Genehmigung der EtatSüberschreiäung von (10,02 Mairk richtiggesproch.» und dem Vorsitzenden Entlastung erteilt. > Das Vermögen des Separatfonds des Vexbandeö beträgt — »ach der Aufwertung —; nom. 050 Mark in I Wertpapieren uno Anleiheablosungsschuld mit AuslosungSrechten. Von 50 Mark Auslosungsrechten wird die Soziale Wohlfahrtsrcnlc mit 5-1 Prozent jährlich gewährt. I 4. Festsetzung des Haushaltplan« für das» Jahr 1931 I. drtz Sächsischen israelitischen Ge«eind«»erbandes; hierzu.! Antrag der Verbandsgemeinde Leipzig, das Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen GemeindeverbandeS betreffend, II. der Landcswahsfahrtsstelle; dazu: Festsetzung der Beiträge n) zur Zentralwohlfahrlvstclle der deutschen- Juden. l>) zur jüdischen Tubcrkulosensürsorge in Berlin, ci zur Hauptslellc für jüdische Wanderfürsorge. Zu 4: Ter Vorsitzende legt den Entwutf des Etats für 19.H vor, der m Einnahme und Ausgabe mit 15 30GMark abschlicßt. Tie Vermindcruug um >0 200 Mark gegen das Jahr 1930 hat ihren Grund iu dem Rückgang der Reichseinkommeinteuer. Als Beitrag der einzelne» Gemcinden werden wiederum 2 der Reickiseinkominciiiieucr augeuommen. Tie geringeren Einstellungen im diesjährige» Etat entspreck»eu de» von der Verbands gcmcindc -Leipzig gestellten Anträgen. Herr Schocken, Zunckau, beantragt Erörterung der Frage einer nuuiittelbaren Steuererhebung durch den Verband; dieser Punkt ivird unter Hinweis auf Punkt 7 der Tagesordnung zurückgestellt. Herr Prediger Heimann, Plaue», beantragt Erhöhung des (»lemeindebeitrags . zum Verband auf . II Herr Schocke», Zwickau, auf 2!4 der Reichseinkonniieiiiieuer. liegen eine Erhöhung des Verbandsbritrags wende» sich in erster Linie dir Vertreter der Wcmembeii Leipzig und Tpesdeu. Bei dieser Gelegenheit wird einstimmig beschloiicu, das; alle Verbandsgemeinde» eine Abschrift ihres Haushaltplanes mit An gäbe des Steuersatzes alljährlich dem Verbandsvorsitzenden;>i übersenden haben. Ter Antrag Heimann wird mit zwölf gegen tönt, der Antrag Schocken mit elf gegen sechs Stimmen abgelehnt. Ter Beitrag zur Ländeswohlfahrtsiicllc. beim Sächsischen israe titischen Gemeindeverband wird einschließlich des Zuschusses zum Gr ha I I der Fürsorgerin bei der LandeswohlfahrlsstcUe aus 2000 Mark sestgesetzt, der Beitrag zur .Hauptstelle für jüdische Wauderfürsorge und Arbeitsnachweise wird von 3000 Mark , aus 1500 Mark Herabgeseot. Tie Koste» der Gefangenetifürsorge werden 8,6 sekon bei Jacoby |, haben Sie noch nie den eigenartigen, prickelnden Reiz verspürt, wenn man die herrlichen Seidenstoff über seine Hände gleiten läßt? Besuchen Sie mich, dann werden Sie verstehen, warum - man es nicht lassen kann... "WmPSEIDBNHAUS > ipeuScby ALTMARKT 6