Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 2 (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Leite 2 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgeme -j---— : nde Dresden Franz ^afka und fein Roman Pan Munfroil Stnrniiinn „Amerika" Nr. 2 1. 2ii'l'0n Satire mit ift Jvraiq wmfo tot -- er intrh inr Tuni i! >-1 — und i führend dieier neben Satire bat Mae Prob aus dein tb'ad'laß de» Pernorbenen ivabre Tdxitze gehoben. Wo bl aab es einzelne, die dlcidt itadi Eridvinen de» ernen Werkes de» TidNers auf ibn als eine außerordentliche Endieinung btinvieien. Ta schrieb ein innrer Tiditer Proia, die 'ck'ledN bin vollkommen nw. inifeiner Prügnanz »nd Eindringlidikeit. nne ne gerade damals selten war. Tas-waren keine hmiiniidten Preis oder.v’ot;deiöiuu\ wie iie als billige Marktnxire tüglidt unter die Leute getvorieii wurden, sondern strenge makellose Tatze, die i'id' nicht trennten von der wahrhaftigen Welt, und die dort' zninnern das ganze l'Zeheininis und die Pariabilitül der menschlichen Teele lxirgen. Nid't birnlidx ivaren diese Tatze, sondern d e i it i g. im (leiste tönend ivic eine appol- 1 rnt’ctx' Munk. Ir» ivaren zunüctisr nur iveingo. die nci' dieser Musil btnzugeben verinoct'ten. aber dieie lausditcn auf und börten aus ibr eine Perheißung. ^ene Wenigen babe» eilte veglückende Benütignng eriabren dürfen und nidtt zuletzt die l'Zennßheit. daß Tranz Waffa die Anerkennnng und darüber binaus den Nuhin finden wird, der ibin gebührt. tß'och ist es nictn soweit. Wohl in der Name .Wotfo im Wreiie der Iiterariicb Interessierten längst kein Unbekannter mebr. wobl uadnen von Tan zu Tan die Ttiinmen. die den Pornos; durch die IndEreren; weiterer .Wreit'e intensivieren belfen noch aber bat teider dieser Pornos; nicht jene wrait erreicht, die allein letzte Perbreikunn und damit' die Unvergüiiglichkeit des Werkes gewährleistet. Tranz .wa'ka in ein j ii d i i che r Tidner. nidN. nur seiner Avnamiiiiina nach sondern vor allem gemäß seiner geistigen Ttruktur und jener traniidien Pcsenenbeit. mit iveldvr er vers»dn. üd> dem ('Zerüge der Welt eiitzuordnen. Tran; .Wa'ka in der Jude schlechthin. Es in vielleidn gut zu innen: der eivine Tude. waika. der das Mas; beherridit tvie kein ziveiter Tiditer dieses Jahrhunderts. nebk selber nnnemessen der Crönnun dent >iosmos gegenüber. Nirgends nibt es eine» verbornenen Winkel, in den er iidv betten darf: tvcis bei jedem Muli eine Telbnvernandlidikeik in. ivird bei ibin zur. Utopie. Er »tülit üdt. erniedrint tidi, zwingt sich mit heroischer (Erduld zu immer erneutem Permch. Aber es lient dodt gleidv zeitin eine Hosfnungslosigkeit, eine Perziveiflunn in dieser Bemühung. und indessen entblättert sich das Leben tvie ein berbnltdxn Baum. Das in waikas Melodie, die seiner selbst und die seiner Tichtung: denn nirnends anders finden ivir eine solche Einbeit von Leben, und Werk, nne bei ihm. Tieie Melodie Untat aus der nodt zu Lebzeiten ersdnenener, .'Novelle ..Tie Penvandlunn", aus den Nomanen ..Ter Pro zeiz" und ..Tas Tchloß". und fd>ltef;lidi aus dem dritten Nachlaßband. der im folgenden nodt näher betrachtet werden wird. Bedarf es nodt eines Beweises, das; diese seine Melodie eine itidiidte m ." Tn .wafkas Thema nicht das jüdisdte Tdtid- 'al in letzter Prggnanz'f fettes der Trdnnng (üegenüberneben. jene Tebnsudtt. seine Art zur Norm zu madten. jene Bemühung. in die Neibe zu treten, nur um aufzubören. ein Tonderiall zu iein> Wenn ^oiepb w. im „Prozes;" sein Leben hingibt im Wchhpf mit einer geheimnisvollen (NnidNSbebörde. nur um den liZrund zu erforidten. nvsbalb er vcrfolctt und verurteilt in: ivcnn w. inr „idtloß" seine letzten Enerdicn verid'wendet. nur um in einer fremdartidcn Untdebund Turchfdinittsmenfd) zu iverden; wenn schließlich der sechzehnjährige Warl Noszmanu im dritten Nachlaßband ..Amerika'/ trotz allem Tleiß und allen Entbebrunden in seinem Bestreben, sich der 'Trdnung des fremden .Kontinents einzurciben, immer wieder versagt - wer wiirte nicht über den Leiden dieser Einsamen den TchlagichaNen des jüdischen (>Ze- Zi > lrn e tc i idiicks: ein ziveitani midi einer n a t ü r l lieberall in WaitH idianern um den En mit Uielächter.. „Es wann die Parallele waitas" Werk den!: debu»d. io das ^Zitde fall, als betraditeiis vagau;. ..Pro; ein Menidi zum Tü begehrt. „Es in nicht ". Und der A Er gibt de» Periudt ivartet. bis man ihm trank und kindiidi. einer ,Trage a,if. der Mann, „tvieio inand außer mir Ei anttvortet: ,aMit fon dieser Ein gang ivar und idiließe ibn." Mit dem drittel beiden anderen ztenai 'Tdiloß" idtließt des fiinitiidu'u Wandj' den. .wein zweiter T io etnfadten Mitteln w über die zjeit hinab aus Einfadibeit einpos' iu ihrer iwordneten > Wer vermag das nreng: jemand, der ne als .walte zu de ist zwar atisnabnis kristallisiert aus der beit eben. , Aber tvie beit des LidNes üdt itach außen hart abgejz ndttig, wiegelt ne Mitleid, und io verbiv Maß: Törin und Eie e idjäbriges Lehnen midi der Norm, und dt e n .Taseinswrm'c' s Werk neben die Menicivn gleid) :jii' zeliall. staunend zntveilen, doch ost.gudt ist dodt io einfadi. dazuiein!" denken sie. nod, deutlicher sein: Wie der Txld in dictuern. so steht der T»de seiner Um iitmii den Pölkern degenüber, als Einzel und vielleidn bemitleidenswerte Ertraerzäblb Waika eine Legende, iu der : biiter des liZesetzes waudert und Einlaß izöglidi". iazit der Türhüter, „jetzt über ivartet vor der Tür Monde und Satire, auf. bineinzudriudeu in das (iZeictz jind die Türen öffnet. T»dessen wird er lalt. er nirbt. rafft er sidi nodt eininat zu llle nrebeit dodt nadt dem lNesetz". sagt iimt es. daß in den vielen Tchtrcn jtie ilaß begehrt bat?" Und der Türhüter iite niemand sonst Einlaß erhalten, dbiin it r f ii r d i di bestimmt. Tdi gehe jetzt sich EZeb iie »t Ni. las dir „A in e r i k a" in ivortlidten Tinne. nädiftcn kouinit. Wä Einsame der Welt der wir eben spradten ein .wuabe. der nodt Tragiidien also nodt Er tvill nidNs, al der Menidi werden, von etneni Tienstmädch Pater geworden. Tic kopflos gewordenen in ioldten Tüllen am weiß, daß .Warl eine ihn. und io komuit es er das Tdiiff verlaß Tnkel gefunden wird >iarl hat ^cit. üch in vorzubercitcn. Er einen.Hauslehrer und väterlicher Liebe zuge: EI Nadilaßliaiid „Amerika" und den i nten Nomanen „Ter Prozeß" und „Tas lt .waikas geniale Trilogie des Einiainen. ners, den tim die letzte Weisheit Trseniditer unter den Tüngeren vermodite init Epen ioldter (Größen zu schaffen: keiner iszmvachsen wie .wafka: keiner mit einer .rgesteigerteu Prosa Lätze zu formen.! die wlangfülle tvie eine Wertsinsonie wirsen, ccheiinnis zu deuten: .Wafkas Lpradte in zum ersten Male liest, nxire versüdit, Tein aber in »idit so. Tieie Pfolci frei Vfiii Lttrisnien: iie ist bergus Tdee.^cms Wafkas tragisdier Besesseninall hart ist. und dodi der W»idtversagt, io ist die Lpradte .waskas ren^b doch von allen Leiten her diirdi .rsn^Betvegtbeit wieder. Liebe und det üdi,zu°Weltener Einheit das ziviefadie chalt. -Timet II. das li'dtliriiirtvÄWirii Wafkas im tvortas Budi näimidi, das der . Welt am ljrend im „Prozeß" und im „Ldiloß" der genübersteht, mit jener Tchniucht. von in.warl.Noßmann im dritten Noilian xictit um diese Ltille weiß, der sich» des itidit bennißt wurde. J ein in geordneten Perhältnisicn lebener Tnnge hat Pedi gehabt. Er würde ich verführt und in mit sedizehn Taljren kleinbürgerlidien. durch das Mißgeichid teru idncken ihn nadt Amerika. "Tas ist beaueuinen. Tas Tienstmäddten aber Tnkel in Amerika hat, sie idireibt an daß der junge Auswanderer, nod) ehe im .L>afen von Neliyork van seinem Es idieint Nun alles gut zu enden, einem reichen Hause auf die neue Welt njird verwöhnt, bekommt ein. Wlavier. Neitunterridit. Ter Lnkel ist il)in.mit an, aber io sehr Prinzipienmensch, daß Pralinen.