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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-12-01 · 12 (12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
12 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-k emeinde Dresden Bier Geschlechter — vier Testamente Von .7. L. P e r e z Nr. 12 I. '.'Uj Irli'efcr Chaikels verschieden Joor, fand man unter seinem Kopfkissen einen Zettel folgenden Inhalts: ..Mein Wille ift, daß die Binder das Waldgeschäft gemeinsam betreiben. Nach meinem Tode sollen sie-einen Zaun um den Friedhof machen und das Dach der Schule ansbessern lassen. Meine Bucker bekommt mein jüngster Sohn Binjomin. Meine anderen Söhne und Schwiegersöhne haben Bücher bei ibrer Verheiratung bekommen. Meine Gemahlin soll die Wohnung für sich allein behalten. Sie soll ein armer- Waisenmädchen zu sich nehmen, um nicht allein zu sein. Sie soll sich selbst Kiddusch und Hawdole* machen. Sie bekommt den gleichen Teil wie die übrigen Erben. Außerdem . . ." Ten Rest konnte man nickt lesen. Er hatte den Zettel noch feucht unter das Kissen gesteckt, und die Zeilen waren verwischt.; II. Reb Binjomin, Et'i'eser Ehaikels Sohn, faßte sich weitläufiger: „Es ist die Zeit gekommen, und' ick werde in Bälde die ><nade haben, das Pfand dem zurückzugebcn, dem alle Pfänder gehören. Ter Mensch fürchtet Seinen lieben Rainen und Sein Gericht. Ich gebe aber aus der Welt ohne Unmut, voller Vertrauen zu dem barmherzigen Gott, der mich gnädig richten wird. Und ick weiß, daß ich das Pfand während der Jahre beschul utzt und verdorben habe. ..." Wir übergehen seine Beichte und eine Moralpredigt für die Kinder. Weiter heißt es: „Und' die Füße werden immer kälter, und die Gedanken verworrener. Und gestern stieß mir etrvas Wunderliches zu: beim Lernen schlummerte ich ein, und es träumte mir, daß das Buch mir aus der Hand gefallen fei. Als ich erwachte, begriff ich sofort, daß der Traum eine tiefe Bedeutung hat und daß an mich der Ruf ergeht. ... * Tas, was mir auf dieser Welt wirklich gehört,, verlasse ich nur für eine Zeitlang: nach hundertundzwanzig Jahren wird es mir Nachkommen, und ich werde die Gnade haben, es vor dem Antlitze der göttlichen Majestät wiederzusehen. Amen. Gottes Wille geschehe! ' Kidduscki und Hawdole gehören sonst zu den Lbliegenheiten des Mannes. Nur wenn kein Mann im Haufe ist, können diese l^ebete von einer Frau verrichtet werden. Und das, was mir nicht Nachkommen wird, hat mir in Wahrheit niema s gehört, und Gott allein weiß, daß ich mich davon ohne jedc Bitternis trenne. In betreff m:ines Vermögens verfüge ich nichts. Ich vertraue meiiten Cöhn.en — daß sie entweder in Frieden und Eintracht beisan menbleiben oder die Hinterlassenschaft nach Recht und Gesetz uirter sich austeilen werden und daß keiner den ändern übe worteilen wird. Und ich verlange, daß meine Erben, und zwar meine Frau und meine Söh re und Schwiegersöhne zweimal den Zehent entrichten sollen: sofort nach meinem Tode sollen sie öenj ganzen Besitz, 1 >ie beweglichen Sachen, den Hausrat, alle' Wechsel und auch die Darlehen, die gegen mündliches Versprechen erteilt worden sind, zusammenrechnen rmd einen Zehent davon für meine Rechnung, und für mein Seelenheil on nrme Lpiitv verteilen. Und vom Rest, das heißt von der eigentlichen Erbschaft, sollen sie einen zweiten Zehent abziehen, so wie ich von jedem Gewinn den Zehent zu opfern pflegte, und gleichfalls an arme Leute verteilen. Und die. beiden Zehente sollen sic an fremde Arme, wie oben erwähnt ist, verteilen und nicht an arme Verivandte. Sie werden schon selbst wissen, wieviel sie den armen Verwandten geben sollen, doch nicht von den Summen, die für milde Zwecke bestimmt sind. Von diesen Summen darf man selbst keinen Nutzen ziehen, denn wenn man nahen Verwandten gibt, so,ist es dasselbe, wie wenn man sich selbst gibt. Und auf meinem Grabstein soll nur mein Name, der Tag meines Todes und ,Sein Andenken in Segen' stehen, und sonst nichts. Und ich bitte meine Söhne und Schwiegersöhne, sie möchten nicht ganz in den Eitelkeiten dieser Welt untergehen und nicht unbedingt danach trachten, große Kaufleute zu werden: denn je größer der Kaufmann ist, um so kleiner der Jude in ihm. Und sie sollen keine Geschäfte in der Fremde beginnen und das bißchen Geld, das ich ihnen vermache, nicht in alle vier Winde streuen. Gott hilft dort, wo er will, und sein Segen kann ebensogut auf einem kleinen wie auf einem großen Geschäft ruhen. Tas will ich ganz besonders meinem teuren Sohn Jech'lel einschärfen, denn ich habe bemerkt,.daß er nach großen Reichtümern strebt. Und ich bitte meine Kinder, jedes Jahr vor Rosch haschono einen Zehent vom ganzen Reingewinn armen Leuten zu geben. Und wenn es einmal, Gott behüte, keinen Reingewinn gibt, und selbst wenn das Jahr einmal mit einem Verlust abschließt, sollen sie auch in diesem Falle Almosen geben, denn es wird wohl nur eine göttliche Prüfung sein. Ihr neuer ttonzug soll ein Egei ^Standard sein. Denn unsere Standard* Anzüge haben eine ganz besondere Verarbeitung und sind aus besonders dafür hergestellten Stoffen angefertigt. Sie müßten sich einmal solch einen Anzug ansehen oder besser noch anziehen. Das überzeugt auch Sie sofort und macht Sie zum begeisterten Anhänger der fyiffcf! £0er-Kfei<fffV10 EGER g SORII raße

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