Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 11 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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gionsuinerricht aufkommt, datz die israelitischen Steuerzahler also wohl zu den Moftcn des eriteren beizurragen haben, de» Israelirischen Rcligionsnnterricht aber selbst bezahlen mühen. Aus dem Umrrand jedoch, das; der Ltaat für diesen nicht sorgt, die Folgerung herzuleiten., den israelitischen Religionsunterricht überhaupt nicht als ordentliches Lehrfach anzusehcn, bedeutet, ein Unrecht auf einem anderen anszulxtuen. Nun slü^l allerdings das Ministerium sich daraus, das; die '-HC., Jiffcr 7, reim 20. Januar lbTT —> „Israelitische Schüler sind veroilichrcr, den Nachweis vorzulegen, das; für-ihren Religion-sunterr:cht in einier von den Vertretern der Neligioiiegescllschaften für ausreichend erachteten Weile gesorgt ist" — in Wegfall geloinmcn iii. Weil «!so ein solcher Nachiveicnicht mehr erbracht werden mni;, infolge der Freiwilligkeit der Teilnahme am israelitischen ^ieligionc-uiirerrichl. so ist — so folgert das Ministerium — dieser kein ordentliche-:- Lehrfach mehr. Aber einen solchen Nachweis braucht auch der evangelische Schüler nicht zu liefern. Tas beschick der F-tjeuvilligkeiL von seilen de-r Schüler teilt Ser evangelische mir dein israelitischen, der von der schule erteilte mit S e in von I r e m d e n L e h r k r >i f l e n gegebenen Religionsnnterrichr. Logiicheriveise haue also das Ministerium j e d e m Religionsunterricht den EKärakler eines ordenilichen Lehrfaches absprechen müssen. Tgiiill wäre aber Artikel II!» Absatz >, Latz.l, negiert. Es soll Nun zum Echliis; dargetan Werden, das; das Ministerium Sen Linn-Les Artikels I I!« Absatz L,"a>if den cs geiue PL. iiiitzt, verrannte. ' diesem Artikel komint nämlich das sogenannte Lchnlkonipr«liii>; zuin Ausdruck. Luer-Louilo. gieichseersavung, i. IA> LI.- i Einerseits setzten die liberalen Parteien gemäs; ihrer Weltanschaiinng die Freiwilligkeit der Teilnahme am Reugionsniilerrichi dtirch. Anderseits aber erreichten die kirchlich gesinnten Parteien die Perankerung des Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach aller schulen, ausgenommen die sogenannten weltlichen. Lrdeiiläch bedeutet nicht ob.igaiorisck. Ter Religionsunlcrrichl ijk :vohl obligatorisch für die 3ctm!cn, aber nicht für die Schiller. Zer ^laat bar also die Pflicht, allen Religivnsgcsellschcifken, dig für iure .".inter Religionsilnrerrichl wünschen, einen solchen »in lallen Eigenschaften eines'ordentlichen Lehrfaches einzurlchlen, sofern, die erforderliche Anzahl von Kindern vorhanden iii. l Nun lx'ijiniint zwar eine PL. vom 12. Leplember lÜ22 . . . ..Fm übrigeln iii es Lache der katholischen »irche, für den Religioiisunierrichl der katholischen Lchüler zu sorgen. Für die -Ionen dieses- Unterrichts bar der Staat nach den ge.tenden landcsaeietzlichcii jPeitiinmungen nicht aufzukoininen." Aber auch diese <L. ividcrs»richt Sem Arlikck I-l!i der Reichsoerfaniing. -Aus den. etwaigen Einivand, die Neicksverfavung stelle kein unmittelbar gchlendes-Nechi, sondern nur tärnndsätze 'für die Landesgefevgebung! auf, ballen ivir nicht für nötig, einziigehen, da das .Miniiieriiimi Sie den >Rgeniland dieser Eingabe bildende Perörd-- nun'g H: *> 1t vom 1. Juli l!«Lt« ausdrüalich auf Artikel I l!> Absatz 2 der Rcichsverfannng stützt. Wirklich Kat der »damburgische Ltaal die Pflicht, den israelitischen Nellgionsunlerricht auf seinen Etat .zu ütiernchineii aut baniid der t'ieichsverfas'niig anertaniit. >lbolömann, Tcnkschrifl.1 Wenn u«n auch, wie oben erwähnt, der Freistaat Lachsen für den katholischen :>!eligionsunterrichr nicht sorgt, so sind hiervon doch aiisgenoliimen. die karbolischen Polk-ssckulcn, in denen der Religionsunterricht im Auftrag und auf .Konen des Ltaalcs von den Polkssa»il!ehrern erteilt wird. Ta die sächsischen israelitischen lüeligionsgeilieindcn keine eigenen Polksschulcn besitzen, so müssen iie iiir ihre» ganzen lPligionsunierriair ausnahmslos allein anflommeii. Toch sind die israelitischen Religionsgciiicindcn noch ia anderci »dinnckt in offen kundiger Weise .zurückgefetzt. Wenn im Fahre I!«Li» die evangelisch-Inrberische Landeskirche l 111!)ln Mark, Sie röniisch-katbolische Kirche •> <J[)0 Mark als Lraatszuschni; erhielt, so hätte prozentual der sächsische israelitische biemeindcverband einen solchen von 7äi»> Mark bekommen müssen. Ijiid dieser hätte gerade gereicht, nzn daraus die Pensionen zweier in diesem Jakute in den Ruhestand versetzten Beamten aus ü\ eilige,neindez» -Prediger Bellack, Zilkau, und Prediger Lapbra, Annabergzu beitreiten, die nun, da die beiden Oieincindcn zu schwach sind, die übrigen Perbaildsgemeinden zu tragen habcit. Tatsächlich haben Preuszen, Bayern, Württemberg und Bade», um nur die größeren Lraaten herauszugreifcn, den israelitischen Religionsunlerricht dem christlichen insofern gleichgestellt, das; er ordentliches Lehrfach iii, als solcher von staatliche» bzw. ilädliichcn Lehrkräften erteilt oder bei »iner gewissen Lcküler.zahl subventioniert wird, und seine Fensur in den ,-jciignrsfcn aller schule» gleich der des christlichen Religionsunrerrichts aufgcnominen und bewertet wird. Im einzelnen sei über die einschlägigen Rechtsverhältnisse der Länder kurz folgendes bcmertt mach der Tcnkschrift des t'lcmeinderabbiners Tr. läoldmänn. Leipzig-: ->> Preuheu Für die Unterstützung des Religionsunterrichts in leii'runas-j schwalbe» «Gemeinden, für Rabvincrgchälkcr. Rcliktenvcrsorgung ntw. , letzt der vreunische Staat jährlich die Lumme von HOO ihm» Mark im Etat ans.- Eine grobe Menge von indischen Bolksschulen wird vom Staat oder den »rommunen beim Borbandensein der erforderlichen-i Lchülerzahl unterbalic wird überall dort Mindcstzahl von 2:> Tiefen Unterricht za Bolksschulen und de> vsleat an feinen Lchl.» Pälttc den i'femctndl n Acnderiingcn z»m Bc' licht zahlt der Ltaat für Nichtakadcmikcr. »Insbesondere hu für SLisienschaf», »tun,. 7>. Avril 1 ü.ti) hing, > Pauvt >>"' -uivensaii amt an höheren Lcki B> rvflichtnng, für dii sorge n. hatte der vre anerkannt, daü er k eine iüdiichc Lektior derartige» Lektion 1 stellt bat. Er bat endlich wiznr Prüfnng der Le eingesetzt. lTr. Isu in Preuficn.r n. An Bolksfch» len und an höheren Schulen Rcligionsuntcrrich erteilt, wo die festgesetzte nach Tr. läoldmanr: I?» Schülern vorhanden ist. aplcn die vreuhischen tivmmunen. die Träger der meisten höheren Lxbranstaltcn, ganz. Ter Ltaat len nur die Passte z» bezahlen und die andere t aufzubürdcn. obwohl auch hier in letzter sicit „sscrcn »» verzeichnen sind. ,>ür Rcligionsuntcrvro Ltuiide 4,sl> Mark für Akademiker. :t,7ä Mark Lchulraume werden unentgeltlich gestellt, hier ans einen Erlab des vreuhischen Ministers!t und Bolksbildnnjt l' II Nr. 17 4Ht-2ll. U I vom wiesen, worin di« jüdische Religionslchrc als bei der wi'icnschnltlichcn Prusnna siir das Lehrlcn vom I. Avril!!»:!«> ab iilzulaslen ist. Tie Pertiibildnna aum jüdischer Bolksschullebrer zu atzilche Ltaat bereits früher dadurch grundsätzlich cr Pädagogischen Akademie zu Frankfurt a. M. angcglicdcrt iindl die Lchaffiivg einer zweiten einer anderen Anstalt in baldige Aussicht gei t für den christlich«» Religionsunterricht so auch >rbüchcr der jüdischtc» Religio» eine »ommissivn ar greiinü. Tic Rechtsstclliing des Audentums der tone ii Ter Ltaat zahlt eine» jährliche» An Rclifteiiversorgung wandt wird. Bei dci üü Prozent der >1 trage» werden. Tic israelitische Religion Lonn werden sur die Aabressiunde zur schillc». Auch iiir geleistet. d> ii ,>iir Besoldung de an den Lberrat der ebenso ivie der Auschi cwbant werden, ^er vorhanden sind. Io d des Religionsunierri Iii Ii ,!u den jtesvl-ung, von imhi Mark, ganz voin Lta-it ml Lchuleii tragt der L Einzelkvmmuncn. vor ,'jur iktcsolduna!>l»i Mark bei. Für lcisriiirgsschwachc >äcm Lchnlen wird der Re Aiir Besoldung uf rjcht an sämtlichen ivird ganz, und gar zahl von Niuderu vo Aum Rabbincrgchi Versorgung gebt ganz richr wird an den B weile bezahlt. Tiefe Lachscii-A<cimar-Eiseng Regelung verschieden, und annsr in Eisena« Ter Ltaat zahlt c gionsunterrichk wird ^.ic Aakl der Anden Aum tllcligionsnii Bei den höheren weisen, zahlt der Ltait »cucrdiugs die l-l rinoery an de» Berband idcr Israelitischen liscincinden ijchnh von 70 «hm» Mark, der für bickältcr und r Beamten sowie! für Religionsunterricht ver- Unterhaltung von! Bolksschulen zahlt der Ltaat während 2n Prozent von de» cäcmeindcn ge- -tädte München i nd Nürnberg haben staatliche lchrcr. die auch »om Ltaatc besoldet werden, ii Retiaionsuntci'rjcht Anschüsse gezahlt, die für- Acit ich Mark beitragen. TaS gilt für 2<olks° bökcrc Lchnle» werden ausreichende Anschüsse <-i Baden läciitlichen wird ein Anschnk von 2:Iilli«j Mark Asracliten gezahlt. lAUerdings soll dieser Ausümsi i K an andere iäcmrinschaslen im »Fahre 19:12 ob* ^eligiousunlerricht wird bezahlt, sobald I.', tlindcr also in den groficn Ltädten überall die »tosten 'cl ciis von den Bchötjdcn getragen werden ,Ii -Württemberg n „sw. leinet der Staat einen jährlichen Lnschiis, ei noch crinierend^ jüdische Bolksschulen werden idrhaltc». ciuni Rtligionsunterricht an andercn aal nichts bei, wohl aber geschieht cs von den ichmlich in den gvohen Ltädten. >-l Qldendur s Landcsrabbiners trägt der Ltaat jährlich den Religionsunterricht sind :!Ii»ll Mark für iudcu in den Eta« gestellt. An manchen höheren AgivNsiilitcrrühr von der üommiine bezahlt.. ki Peile» io. zahlt der Ltaat! nichts. Ter Religionsiintcrollsschnlc» wie aüch an den höheren Lchulen vdm Staate getragen, sobald, eine genügende Anijhand«» in. j ui Tbiiringet, lt wird ein Beitrag geleistet. Tie Reliktcn- .. aus »tosten des Liaates. Ter Rcligionsunter. ojksschnlen wie an pcn höheren Lchnlen stundcn- Rcgclung gilt nnr für das alte <»icbict von ch. An den anderen Landcstcilcn ist die Es wohnen freilich dort auch sehr wenig Juden, und in Metninaen gibt cs kein Rabbinat. Ii> Mecklenburg i Bicrtcl des Rabbincrgchalis. Für den Reliin jährlicher Auschnt! von ttoo Mark gewährti in dort sehr gering. i» Lübeck! tijrrichi zahlt der Ltaat einen Beitrag. >»l Hamburg Schulen, die eine richts: bei Sen Bvlksi chnlen noch nicht. Handlungen iin isanpe. Bcmerkenswciit ist. da» der Pambnrgische Ltaat diese Pflicht au Tem Landesradbi» richts die Pälitc des tztrund der Reichsvcrsassnng anerkannt hat. I, Anhalt Ir wird siir die Erteilung des Religionsunteräehalis eines Ltudicnrats vom Ltaat bezahlt. Tiefe »Ausammeniie lnng zeigt, das, L»nhsen allein von allen deutschen Landern den »Fu »iifrchrn, vorentliält. Wenn auch geivik täleichbcrcchtigung der icn Rechte, die ihycn nach der Rcichsvcrfassung genügende Lchülcrzahl anf- »tostcn des Rcltgivnsiinterdoch sind diesbezügliche Beri» den anderen deutschen Ländern die völlige Juden noch nicht durchgcführt -ist. sv ist teils das -tcstrebcn dazu v irhandcu. teils und, wie in Prenficn. schon so beachtliche Erfolge crz elt. das, man voh einer fast völligen tzUcichsielluiia svrcchen kann. Taher bitten wir das Ministerium für Bolksbildnng. dah in den atwurf eines tziefetzc» über die üfscntlich-rcchtlichcn .Reliaionsgesellschastcn auch Borschrist m ausgenommen werden über das gleiche Recht aller Rclisionsgesellschi stcn: -ii auf »'iiiwendung von öffentlichen Mitteln des Staates und der »kommunen zur Bczaiilung des Rcligiönsunterrichts bzw. zur Besoldung und Relikten, crsorgung der Rcliaionslehrcr: l>l auf die Auzieln ng des Rcligionslehrers zu den Zensurcnkonscrcnzcn und Aufnahme sowie gebührende Bewertung seiner Aensut in den Lchulzeugnisseii. Sächsisch, r israelitischer lslemeindeverband Rechtslrnwcrli Paul Lnlin^ger, Porsitzender. Ue Bdrrinigun i der Rabbiner im Freistaat Sachsen Rabbi icr Profenpr Tr; W i u|t c r. Tie Sächsishe Israelitische Lchrervereinigun^ Prediger es »i a n n e l!ö c i jm a n n, Plauen.