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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-09-01 · 9 (9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
9 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Verantwort!. Sidristleitung: 9Qioö(rcttor L. Vloemachrr. Dresden Verlag: Israelitische Religionögemcinde, Dresden » Oruck - Kaden D Eomb. Dresden-A August/September 1930 / Nummer 8/9 Besreimtg wohltätiger Stiftungen von der Stempe lsteuer Tw Notverordnung des sächsischen Gesaintministcriunis. Ooni 5. August 1930 über die Aienderung des Steinpelstencrgesetzes enthält wichtige Bestimmungen für die öffentlich-> rechtlickien Religionsgesellschaften: . Nach Hein Steinpelsteuertarif, Nr. 25,. beträgt die Stein-1 pelsteuer für rechtsfähige Stiftungen 6 Prozent des Wertes ' des der Stiftung gewidmeten Vermögens ohne Abzug der' Lasten. i Steuerfrei sind Stiftungen, hie im Tcutschen Reiche ihren! Sitz haben und ausschließlich kirchliche, mildtätige, gemein.! niitzige oder ethische Zwecke verfolgen. j kBish r betrug die Steinpelstei«r von Stiftungen dieser Art \-2 Prozent des Wertes der Stiftung.)! Nach ptaritftcfle 24 beträgt der Steuersatz' von Schuld-! Verschreibungen der Geldschuld. Befreit sind die Schuldversch^e meinden. Bezirksverbände, gesetzten Schulbezirke und Kirchche zu Tarifstelle 24. Aus Vorstellung des Sächn Verbandes hat das säckpische Fi cs keine Bedenken trage, die nei legen, datz unter Kircljgemeinde i ligionSgeineinden zu verstehen vom 5>. August ist mit dem 20 treten. der Hauptsumme oder desKapitalwertes ibungen der säckjsi schon Ge- ^weckverbände, zusammenmeinden. — Anmerkung 7 scheu israelitischen Gemeinde- > anzininisterium erklärt, datz e Bestimmung dahin auszuauch die israclitisclvn Rcsind. Tie Notverordnung August 1030. in Kraft ge- L. l'I. Die ^redttgenofsenfchaftsbewegung Von I)r. li. Silbert, Berlin Tic Bolksbnnk gwria. die Bank der jüdischen Lelbst« Inlte und des jüdischen Mittelstandes in Berlin, gibt seit kurzer Beit ein inonatliches Mitteilungsblatt beraus, das sich bauvtsächlich mit den g-ragen der genossenschaftlichen »Ireditgewäbrung des jüdischen Mittelstandes betakt. Herr Tr. B. Lilbrrt veröffentlicht in der kürzlich erschienenen Nr. 1 einen Aussao über Kreditgcnossenschaftsbeivegung. dei^ wir nachstehend vcrüssentlichen. Tie Sied. Tic irdische Presse ist voll von Artikeln, die sich mit der Analyse der gegenwärtigen Wirtschaftssituation der Inden in Teutschland befassen und die traurige Feststellung machen, datz es dem deutschen Judentum 'wirtschaftlich sehr schlecht geht, und datz man die Folge dieser Entwicklung vorläufig nicht übersehen kann: sie ist schon in. ihrem gegenwärtigen Ausmatz katastrophal. Insbesondere im Kreise der Ostjuden ist die schwere wirtscliaftliche Tcpression besonders stark zu empfinden, und es häufen sich Fälle von bitterster Not, der abzuhelfen die Pflicht aller deutschen Juden ist. In allen Kreisen der jiidiscifen Oeffentlichkeit besteht Einstimmigkeit darüber, datz Positives zur Behebung der 'Wirtschaftsnot unter den Juden in Teutschland geschehen mutz. Sieht man die Zeitungsartikel über das Problem der jüdischen Wirtsckaftsnot durch, so findet man da zwar einiggute Gedanken und durchführbare Vorschläge, aber es fehlt allen diesen Gedankengängen das Wichtigste: der grotzzügig durcl-dachte, konstruktive Plan, nicht auf philanthropiscljer, sondern auf produktiver Grundlage ist unter diesen Gedaukengängen nicht zu finde». Es genügt nicht, die Analyse der Situation beim jüdischen Mittel- und Kleingewcrbtrcibcnden dadurch abzuschlictzen, datz man sagt, die Kreditnot ist der Krebsschaden, sondern inan mutz den Mut haben, einen konstruktiven Plan zu entiverfen, der die Wege zeigt, auf tncldjc Art und Weise den .Kleinerwerbstätigen wirtschaftlich vroduktiv geholfen werden kann. Es gibt im deutschen Judentum ungeheuer potenzielle Wirtschaftskräfte, und das wirtschaftliche Problem der jiidisckjen Wirtschaftssituation ist die Frage nach der ökonomischen Nutzbarmachung dieser vorhandenen Kräfte zum Zwecke einer konstruktiven Wirtschaftshilfe. - Wir haben in der jüdischen Geschichte -Osteuropas ein ausgezeichnetes Beispiel, >vic inan durch geschlossene Aktion die schwierigsten' Wirtschaftssituatiosten übenvindet. Wir erinnern an die so gut bekannte Tatsache, daß nach dem Jahre 1005 in Rußland und in Polen eine Boykottbewegung gegen den jüdischen Kaufmann eingesetzt hatte, der zu entrinnen! scheinbar keine Möglichkeit bestai europa eine grotzartige Organi jchaftshilfe — die jüdische Kre von der wir nur sagen können, wirtscljaitliche Position der Jude: Polen allein eine Organisation milien angeschlossen sind. Tie diejenigen Kräfte zusainmenge abhängigkeit und flüssige Mittel ausbauende Weise denjenigen K gesunder wirtscliaftlicljer Basis in in Bedrängnis kamen. In Lita eu Nachkriegszeit ist die jüdische ,u zum wichtigsten Instrument des die innerhalb der jüdischen 'Ges der in den einzelnen Schichten v ermöglicht. Wir möchten in diesem Zni Tiskussion stellen, ob nicht dieser Plan zur wirtschaftlichen Nutzbu Judentum vorhandenen Wirtschai derselben an die Kreise der Klei stehen könnte, datz man auch in Weise an die Schaffung einer e schaftsbcwegung herantreteu soll Mittel bilden, durch welches alle tums ihre vorhandenen Wirtsch Ziveck der produktiven Kredit! treibenden aktivieren. Gewitz entsteht dann das' sichtspuukte diese Kredithilfe g inan dabei versucht, besonders dc zuführen, deren günstige Enkwic l Juden in Teutschland als frucP in diesem Zusammenhang zum - jüdischen Landwirtes und des j haben in der Gegenivart schon Genossenschaftsbewegung; es gibt schastsbanken, und in der Provig schiedenen Stellen uin die Turck Ties geschieht vorläufig unorga Erfahrung. Wir glauben, datz hi^ liegt, d^sen sehr eingehende jüdischen Oeffentlichkeit wäre. d. Tamals entstand in ^.slytion für produktive Wirtgenossenschaftsbewegung —, datz sie heute die wichtigste t im Osten d'arstellt und in desitzt, der über 200 0i>0 Fagreditgenossensckicift hat alle die ivirtsckjaftliche llnbesatzen, um sie auf wirklich reisen zuzufiihreu, die trotz olge dieser Boykottbeitleguug ue», Polen, Riiinäuicn der reditgenossenschaftsbeivegung Kräfteaustausches -geworden,, 'llichaft die Nutzbarmachung srhandenen Wirtschaftskräfte dit f ttzt Be fl aiiiiuenhaiig ' die Frage zur .nsher gefundene konstruktive rmachung der im deutschen tskräfte und die Zuführung i^igewerbtreibenden darin be- Teutschland in großzügiger sgedehnten K reditgenossen- Tiese Bewegung soll das Kreise des deutsche» Juden- (jftsenergien zuiu besonderen , ilfe für den Kleingeiverb-^ Problem, unter welchem t-leqivährt werden soll und ob iijenigeu Kreisen Mittel zu ung man für die Lage der bar empfindet. Wir denken Beispiel an das Problem des idischen Handwerkers. Wir Einige Anfänge einer golche» in Berlin jüdische Gcnossenz beinüht man sich an verübrung ähnlicher Versuche, lisiert und ohne genügende r ein Kardinalproblem voraiidlung eine Aufgabe der 7197053251389074427

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