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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-09-01 · 9 (9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
9 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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seile 2 lemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde DreSd u'immun». Wie im Topfe die verschiedenen Gerichte, zu einer-Manü gezivungen iverden. io balten die Mensckzen nntiftttcr Frieden, wenn äußere Rot und äußerer Zwang sie der ^reideil eigener (Besinnung und eigenen Entschließens bemul'!. l£cin 'reilich /ckivn iebr von Wert, wenn die Menichen angenchls drodender lRitahr unter nch den Frieden ivabren und nch zur Einheit zusaninienschließen. Und ivenn nichts .rnderes den Frieden unter de» Menschen genährleinet, io >oilte ivenignens die Ueberlegnng ne beniinnien. daß nur innige-:- Znsainmeiihalten ne vor dein Untergang bewahren tan». Tas gilt in unseren Tagen für da-:- deutsche Pass, das gilt eoenio riir da:- Indentnin. Beide sind nicht nark genug, nch inneren Zwiespalt leinen zu können, find nicht dem Strome vergleichbar. der ein Bild 'de:- Iriedens bietet. auch nvnii. ß-ine Wogen übereinandernürzen, denen feierliche 'Tbersläckxnicht atmen läßt, wie ins seinem Grunde steine und ('fcrölt zusaininenprallen. Wenn er stark und mächtig in. in er durch feint- .straft oft ein Hort des Friedens. Allein dem bewaffneten Frieden in ebensoweinig zu trauen, ivie dein Irieden des Stromes, der oftmals über seine User tritt, ein!Bilö der Benvüstinig und des (tzrauens zurücklaisend. Es gibt nur e j n siiinbol des wahren Friedens, das ijt der Friede» des Bogels. der über seinen» Rene brütet, starke. I lebenwendende Liel>e läßt ilnk die Jungen beschützen. Nahrung > berbeibringen, t^ot »iid -Gefahr teneben. Nur dort ist der! ivabre Frieden, ivo die Menfclien .'iebe ich Herzen haben, wo! ne gesonnen und, einander zu he sen, wo belfende Liebe ne! beglückt und ihres Menickn-ntuins frob werden läßt- Lernen! wir die Menscl»en zu lieben und ihnen ans Lielxbeizusteben, , daim iverden ivir das Reich des Ii iedens fördern. en Nr.!> Die Opferung Ifaks .nein 'Abichiiili der Bi'bel. der io der Erklärung bedürftig it-äre, itne der von der Tpferung Iiaks, der am zweiten Tage des Neiijabrsfends in allen Gotteshäusern Israels zur Perlefiing toninil. "Zokk will den Abraham prüfen. Er fordert von ihm. iein einziges >tind Isak znin Tpser zu bringen, blbrabam geborckn. Trei Tage ivaudern Bater und sobu nebeneinander, .nanin ein Wort fällt. ..Wajelchu schnehei» jack'do-.v". .sie gingen beide zniainmeu". so kommen fic zur Ci’ferTmtt. Ter Baker baut den Altar, ictiictitct das Holz, bindet iein >iind. schon bat er das Mener geziickt znin netzten. Inränbaren, da vernimmt er den Ruf eines Gott.-sbaien: „strecke dezne .Hand nicht ans nach dein unaben und ine ibm nichts, denn iinn iveiß ich, daß du gvltesfürchtig bin niid deinen einzigen solm mir nicht venveigerl Haft." Tas >!ind in gerettet. soiven der ive'entliche Inhalt der Erzählung. .Nein Bericht der Bibel, der das religiöse Empfinden mehr bewegt bäne. der in religiöser Tichtnng mehr verherrlicht iväre, keiner, der dem Inden auf seiner Wanderung durch die Jahr tauiende mehr straft, mehr Begeisterung gespendet hätte, nein Bericht der Bibel aber auch, der soviel bezweifelt, soviel chedeutei ivorden Iväre. Ivill den Abraham prüfen bedarf der Allwissende solctvr Mittels Ist daS Iröinniigkeit: 'Abrabam willens, ans (Gehorsam gegen l^ott sein eigenes >i ind zu schlachten, Isak willens, nch wortlos hinzugeben? 'Atmet die ganze Erzählung nicht einen Geist, der nns bei alter Ehrfurcht doch gleichzeitig mit dem (Gefühl erfüllt: ,vir versieben einen ('iott nicht, der ftrlcfx' Tpier In-i'dit, wir verneben Menschen nicht, die zu iolckwn Taten fällig mtb? Wen» wir im folgenden zu dein biblischen Bericht s>teltu»g nehmen, w geschieht es nicht, um eine Lösung der aurgeivorfeneii nragen zn^ geben, in dem sinne etwa, wie man ein Rechenereinpel lön. Tas in nicht die Aufgabe der Religio», liniere Aufgabe fei es, etwas von der Tiefe aufziizeigen. die jene Erzählung erfüllt, das Geheimnis ahne» zu lauen, dtis hinter den biblischen <^estalte>r.,sleht und so gleichzeitig abgenoßen und doch nnividerske-tilich angezogen etivas von jener Andeicht uns in die Brun zu.senken, die nirr die Nabe des Göttlichen zu geben vermag. Es iväre vernienen. an iolckx- Aufgabe heran.zntreten, wenn ivir nicht eines guten Iübrers siklier wären. Tiefer Iiibrer beißt Reinbrandt, der unsterbliche Meister. Zweimal bat üch Rembraudt an die bildliche Tarnellung der Lpsernng Iiaks geivagt. Wenn irgendein Nichtjnde, io bat Rembraudt getade »ns Inden etwas zu geben.- Jan dreißig Jahre hat er ja im Ainnerdanier Indenviertel gewohnt -— mit geöffneten Augen, mebr iioch mit geöffneter seele. Es waren aber inckn nur die stolzen Gestalten der jüdisckx-n Männer, es ätxir nicht nur die schiveriniitige Schönheit der Iranen. die mit ibren malerischen Wcmäiiöern etnxis von der sonne und Farbenpracht ihrer spanischen Heimat nach dein kalten Norden gebracht zu haben schienen, ivas ihn fesselte. Es war mehr noch die jüdische seele, das Iremdartige, Geheiinnisvolle der jüdischen Religion, was ihn den Nichtjuden, ihn, den Maler des Geheimnisses, unwiderstehlich aiizog. Und es war das Indenschickial: der Iilde. inmitten einer Welt, die ibn nicht verstand, die ibn haßte-utid verfolgte! War es nicht Renibrandts, des Einsame». Unverskaüdenen. von der Welt Per folgten, eigenes SchicksalV Und es Liebe zu dein heiligen Buch, der das „Bolk des Buches" iiiiteinan)er verband. Es gibt ein Gemälde von Retnbrandt: eine ,Tran fitzend, vor ihr kniend ein >iind. Beide blicken auf ein Buch, es in da'-:- Buch, die Bibel. Ein Glanz, ein stilles Leuchten liegt aus dem (Besicht der Iran, auf dem Antlitz des Z! in des. Es gebt aus von dem Buch. Es m ein Widerschein jenes seinem Herzen entzündet hatte. Al ivar endlich die gleickie tiefe Bibel, das Reinbrandt und ichtes, das die Bibel in ls Reinbrandt einsam, vom .'eben zermürbt, arm wie ein Bettler narb, befanden sich in seinem Nachlaß nichts als seine >i eine Bibel. Mit dieser Bibel in de kainps gekämpft und ist Sieger giblleben Uldentnin verwandt. Reinhrandi versucht, die Erzählung von der festzuhalten. Tas erste in ein <4 Radierung. Beide Tarsrellnngei Werke des Meisters, ihr Entstehe» äußerem Erleben. Tas eider, sein Malergerät und r.Hand bat er deit Lebensanch dar.in dem hat. ivie gesagt, zweimal Lpsernng Isaks im Bilde -mälde, das zweite ist eine verdanken, wie so viele Ctfsöergs | Scfyuha.6teitu.nQ scfyon öetieöt Sic erzielte scfooif in den ersten 6 Wochen ihres Bestehens große 'Umsätze nur durcf) IDeiterempfehCung von HCund zu O/Cund. 7acfynünnisct)e Bedienung und ein großes Zager auef) in den niedrigen Kreistagen madfren den Cinhauf Ceicfot und angenehm. (Großeinkauf und Veranhuortungsbewußtsei'i garantieren doppelt für jeden Sdfruh lüa/m dürfen toir Ihren fbesudfr erwarten? OLM«»# tüitsdruffer / Scfytoßstraße

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