Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4892693-5739404-5769957--1565-4894166- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 Nr. 7 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionLgeMeinde Dre-dett Personalien (Geburten: 21. '.l'uti: (ibjwr, 2ofm des Herrn Tcverin :Hu('in und besten Ehe' frau Fanny.geb. Wykansky, Hohe Ltraße 3. 7. vinui: Suujit, Tochter des Herrn Meyer Kaliszak und dessen Ehefrau Ekxioa geb. Friedmann, Türerplatz 3. IO. Juni: Hctnni Margot, Tochter des Herrü Jakob Fisch und besten EKefran Euer geb. Hulx:rma»n, Türerjtraße 56. -'7. Juni: Joachim Peter, Lohn des Herrn Hermann Kaufmann and besten Ehefrau Käthe geb. Halsberger, Franklinstraße 23, 1. Trauungen: 17». ,'imi: ,vuutlcin Margot Eäci Lichtenskein mit Herrn Hermann Waller Eger, Wasailraßc 7. Ltcrbefältr: 3. Jciui: Herr Benno Fänger. CfdKr&ct Ltraße 15. 11. ,'itni: Fräulein Emilie Limonsobn, Marschallstras;e 44. 14. Juni: Herr Julius .»toretz. Elsaster Straße 1. 10. Juni: Fräulein Rosa Loewensohn, Bürgcrwiese *. -i>. Juni: Herr Louis Nolhuiann, Portikus 3. ./ Thomaß Lindenaustr. 14 Reichsstr.4 Fwrnr\jt 41020 DM^WW SCM RANK-KOFFER HAN DSCHPAN K-KOFFEP BAM IN -KOFFER Neuartig« STAOT-KOFFER auto-umustep-koffep mborsm. lOiroc^B .. Nur eigne Hersteifuna deshalb medrigpeP Aus dem Vereinsleben Zionistische Ortsgruppe Dresden Protestkundgebung . Tie bewegten Porgänge, die sich- .letzthin in Palästina abgespielt haben, veranlaßten auch die hiesige Zionistische Ortsgruppe^ eine Protestkundgebung am 3. Juni II136 im Hotel Bristol' zu veranstalten. Ter gute Besuch der Persammluug gab Ausdruck nir das allgemein wachgcrusene Interesse. Als lliebner wurde Moses W a l d m a » n, Berlin, gewonnen, der in seinem Poriragc über „Lbaw-Bericht und Einwanderungssperre nach Palästina" in tiefgründiger und offener Weise sich mit den einschlägigen Perbälknissen auseinandersetzte. Einleitend wies er darauf hin, das; von der zur Zeit tagenden Mandatskommission wenig zu erwarten sei, da der Völkerbund oder besser gesagt der Lraakcnbund nichts unternehmen werde, was England unangenehm ist. Bei der Zusammensetzung der Lhaw-Kommission hatte die englische Regierung durch Berufung von Abgeordneten .des Parlaments einen großen Fehler begangen. Nichtiger wäre es gewesen, mir der Leitung einen Kolonialbeamtcn zu betrauen, wie es jetzt geschehen ist. Infolge der verfehlten Bildung der 2haw->tommission gewann diese Eigenleben und zeigte eigene Ansichten. Ticse Entwicklung wurde aber von niemand vorausgesehen. Ter Lbaw-Berichl ist auf jeden Fall' eine Tatsache, die nicht zu bagatellisiere» ist. Er enthält eine Anzahl von Weisun-, gen, die die englische Negierung sich zu eigen gemacht hat, er ist also ein politisches Faktum geworden. Aus dem umfangreichen Berichte sind insbesondere zwei Fragen herauszugreifen, die der jüdischen Einwanderung und die des Bodenkaufs. Hiervon oerdicnl die crsterc Frage unsere Hauptaufmerksamkeit, da sic geeignet ist, Unruhe bei den Arabern hcrvorzuxufen. Hier hätte also unsre .»trink, einsetzen niüsten. Leider kam sie zu spät. Eineu breiten Raum nahmen seine Ausführungen betreffs die Zurückziehung der bewilligten Zertifikate ein. Diese Maßnahme verdient um so strengere Verurteilung, qls Palästina heute als nahezu einziges Land anzusehen sei, das in bezug auf neue Arbeitskräfte aufnahmefähig ist. Tie Zertifikate wurden »ach vorangegangeuer Prüfung der Notwendigkeit für die Einwanderung bewilligt. Wenn auch das plötziliche Verbot vorläufig einen provisorischen Eharakler trägt, so ist hierin ein Versuch zu-erblicken, ein geschriebenes Recht zu brechen. Jeder Angriff gegen das formale Necht ist aber energisch ^urückzuweisen, zumal cs sich hier um ein Necht handelt, das auch vom Völkerbund anerkannt worden ist. Für das Verhalte» Englands in dieser Frage waren wohl politische Monicntc ausschlaggebend. Turch derartige verkehrte Rücksichtnahme wird jedoch da? englische Prestige »ur erschüttert. Wir vertreten durch unsien Protest somit nicht nur unser eigenes Interesse. sondern zugleich das latente Interesse Englands. Von der Fortsetzung unsres Werkes werden wir unter der Einwirkung einch übelwollenden englischen Negierung nicht lasten. Tic Zeit arbeitet für uns. \ Tic Judenfrage, wenn sie auch in erster. Linie eine innere Frgge ist, bedeutet eine Weltfrage, während bei der Araberfrage von einer solchen nicht gesprochen werden kan». ES wird uns demnach gelingen, das Jntereffe der Welt zu erwecken. 2ie kann nicht an der Beurteilung-der (tzefahr Vorbeigehen, wen» 10 000 junge Jude», plötzlich heimatlos gemacht, zu innerlich zersetzende» Menschen werden. Es wurde dann beifällig folgende von dem 2. Vorsitzende» Tr. Föhn Levy eingebrachte Resolutipn angenommen:' „T.ie Zionistische Hrgauisation der Lladt TreSdcn und Hunderte Juden, die an einer Protestkundgebung teilnehmen, erheben Protest gegen die Luspcndterung der von der Palästina- Negierung für das Halbjahr April/Leptember 1030 bestätigten Einwanderuugszerlifikate, die nach sorgfältiger Prüfung der Wirtschaftslage durch die Palästina-Negierung erteilt worden waren. Wir erblicken in der «pspendiernng der Zertifikate einen politischen Vorgang, der iin unvereinbaren Gegensatz zu den der Negierungaus deni Mandat erwachsenen Verpflichtungen bezüglich der Förderung der jüdischen Einwanderung nach Palästina steht und Anlaß zu ernsten Besorgnisten für die Wahrung dieser lebenswichtigen (Grundlage des jüdischen Aufbauwerkes gibt. Wir haben jahrelang unuiitetb rochen gearbeitet, um die nötigen Mittel zum Ausbau Palästinas, aufzubringen, weil ivir volles Vertrauen in die britische Negierung hatten, und wir wollen weiter arbeiten und wollen halten. Wir verlangen deshalb pendicrung der Einwanderung." Mir eindringlichen Worten schloß Herr Hermann Lchocken, die eindrucks Tic nächsten Heimabende finden ftc Montag, dem 7. Juli, und Mon Montag, dem 4. August, und Mp» Montag, dein 1. Teptember, im Restaurant Hermann, Lerrestraße Wir bitten davon Kenntnis zu der Tecstraße 7, 3., sich wie folgt ge. nebii weiter diese? Vertrauen bedic Annullierung der Eushierauf der l. Vorsitzende, solle Versammlung. tt am: tag, dem 21. Juli, itag, dem 13. August, Beginn H!4 Uhr. neu, daß die Bürozeit ändert hat: auf Montag: Vorm. 9 bis 1 Uhr und nachm. 3)4 bis 6 Uhr. Dienstag: Vorm. .9 bis 1 Uhr und abends 3 bis 10 Uhr. Mittwoch und Donnerstag: Vorm. 9 b»S 1 Uhr und nachm. 314 bis 6 Uhr. Freitag: Vorm. 9 bis 2 Uhr. Lonntag: Lommerhalbjahr: Vorm. 9 bis 11 Uhr. Winterhalbjahr: Vorm. 11 bis 1 Uhr. Odeon Rarlophon Columbia Electrola. Odeon-Musik-Haus»Prager Str. 18