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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-07-01 · 7 (7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
7 (7.1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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8emem-e-latt der IstaelitifeHen Religionsgemeinde Dresden <sHumiiuiiiiMtimriiiniiiiiimiiinHmi'iiiniiiiiti[mf(£> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <rtA!ls!!>!l!»»!i!»»ii!»!>!!>»iilllii»i!il>WWi!!i!»r> Mitteilungsblatt des Sülbiiilben israellttschen Gemeinbeverbanbes - . ... . -. . . ■ i- Vrranttoortl.Gchnstleitung: Büroüirekior L-Ploemachrr, Dresden-Verlag: Zsraelittschr RcligionSgcmcinbr Dresden-Driick. KadenL6omp.. DrcSdcn-A. Alleinige Annahmestelle für Inserate: 3ac. Eternlicht, Zeughausstratze 3,1. Telephon 14051 - Die 29-mm.Nonparrillcjrile tostet 30 Vs., lausend Rabatt VI.Iahrgang Dresden, Juli 1930 S2/cS § gScsg Nummer 7 Inhaltsverzeichnis: Marcu» Ehfenpreis: Propheien und GotirSmänner ' Die jüdisch-liberale Jugendia lk>. Juni l93v / Protokoll von der Geineinderaiösiyung / Amtliche Bekanntmachungen / Personalien / Bei ,z»ng in Dresden am 14. und einSi^ichrichten .galendariiii» Propheltn und Hottesmänner -er Prophet -es Frie-ens Von Xlurt»« Klirt'iiprois ,ln funein erscheint im Heine Bund. Berlin \V Tu. ein neue» Buch von Marcus tthreiivreis. dem bekannten stockbvlmer Dbcrrabbiner, betitelt: ..Propheten und vlotresinäiincr", Bisionen, mit 8 Abbildunocn. Ter Bersasser bringt uns den «rosicn Odeenacbalt unserer Propheten so anichaulich und wirkliidkcttsnave. da« man von dem Augenblick. da mau das Buch tu die Hand aciivmmcn bat. voll ständig in den Bann der groben Männer ge»ogcn wird. ..Mögen Israels Propheten und tHottesmänner unsere .Zührer lein. Lte standen den ltrauellen des Leins näher als wir anderen. Bor tvnen lag Israels Lieg durch die gelten klarer als vor uns andere». Lic batten die »rast, sclbitverrriuen in schenke» verjagten Herzen. Mögen sie euch leiten, so wie sie michgeleitet." Mit diesen Worten schltebt der Bersasser sein Borwort. Wir wünschen dieser tntereffanten Beuerschetnuna eine recht weit« Berbreitung. Mit freundlicher ttrlaubniS des Herne Bundes dürfen wir eine» Borabdruck vcrösscntltchcn. ‘ Tie Redaktion. * Aus dem Lemvelber-! in Jerusalem. Aus einem Ruiiienbügcl, der die östliche Lette der Anböb« säumt, iiven zwei Männer im tseivräch vertieft. Der eine «ln Alter mit wetbcm Bart, doch voll von »rast und Ougendllchkctt: der andere säst noch ein Oünaltng. still und ernst, mit durchactstigtcn »iesichrszügen. ,1n einem Zwiegespräch wird die l»cda»kenw«lt Zesajas dargeücllt. Ter Junge: Meister, betrachtest, du Jesaja als den Stammvater der heutigen Friedensfreunde, die durch Abrüstung und Schiedsgerichte den aUgeineinen Frieden vorberciten? Ter Alte: Ter Friedenstrautn JefajaS erhebt sich über den unserer „Seit, gleich wie der Himmel sich über die (rrde erhebt. Für Jesaja sind drieg und Frieden nicht politische Angelegenheiten, die durchzwisckzönslaatliche Vereinbarungen zu ordnen sind, Für ihn gilt es die ewigen (Grundlagen des Daseins. Ter Allsriede, den er nicint, ist nicht zu erreichen durch Abrüstung der Heere, sondern durch Abrüstung der Seelen. Ter Mensch muß besser werden! Ter Haß muß verschwinden: die Gewalt muß aushören, die Beziehungen von Mensch zu Mensch zu regeln. Allein der .Urieg hindert den Menschen, besser zu »»erden. deine Gerechtigkeit, keine Menschenjiebe, keine seelische Reinheit ist möglich, solange es drieg gibt. Alle Rede von der Heiligung des Lebens, von der Liede zum Nächsten, von Güte und Barmherzigkeit ist leeres (berede, ist empörende Heuchelei^ solange ivir unter dem Mantel den brudermörderischen Thlch verbergen, (rin schlim-' mereS Unglück als der drieg selbst ist die Idee des drieges. * die Möglichkeit des .(trieges. Zerstörender als die körperliche Wirkung der Waffen, ist die Vergiftung der Seelen, die sich über Generationen erstreckt. Verstehe mich wohl, mein Sohn! Wir nähern uns hier dem Kernpunkte des jesajanischen Friedenstraumcs. Jesaja erhebt sich gegen den drieg als Lebensform. Gefahrdrohender als der drieg erscheint ihm die Luft von .dampf und Zwietracht, die wir ständig atmen) erscheint ihin der Meuchelkrieg, der sich unter dem trügerischen Schein des Friedens birgt. Wir ivandeln Feil unserem »trieges: sowohl vor wie nach de: Schlachtfeldern wie auf sriedlickie. Lebens im 3dnitfl*11 des n d riefle, sowobl aus den i Boden, we'nn Volk aui steht gegen Volk, wenn soziale dlaüen und Glanbensgemein r neben. Unser ganzes alle. Gegen diesen ewigen schäften im dampfe gegeneinand (rrdendasein ist dampf aller gegeii drieg weissagt Jesaja den ewige i Frieden. Tas Messias konimen, solange Menschen as Meisiasreich in sagen. Meiner, das; sich gerisckte Gennnuilg erbebt. reich, das er voraussagt, kann nicht gegen Menschen das Schwert crbrjbe». das tlieich des Friedens. Ter Junge: Willst du damit Jesaja im Grunde gegen die krie mehr als gegen den drieg selbst? Ter Alte: Tu hast das rechte! Wort gesagt/mein Sobn. Tie kriegerische Gesinnung ügs in es gerade, ivas den ^Propheten aufs tiefste erschüttert. Mit Schrecken nimmt er weihr, wie das Leben der Menschen das, ivas ivir das öffentliche Leben nennen voir Llüge und Falschheit besudelt wird. Tie Moral im llmgange (wischen Volk und Volk ist noch mebr verderbt als die zwischen Meiste uird Mensch. Ter dönig wird zniil Lügner, wenn er sich an Assurs Herrfctier wendet. Tie Sendboten Sanherjbs und Judas betrüge» einander, wenn sie über drieg : und Frieden rede». Tie Atmosphäre zwischen Staaten uiid Völkern ist von Unaufrichtigkeit und Hinterlist vergiftet!, dann der (rinzelmeüsch wahr sein, wenn die Völker lügen? dönnen meine Lippen rein sein, wenn ich unter Völkern iltTit nnrcinen Lippen weile? Wie sieht es nach dem driegcaus? Welckn'r Znsainmen bruch, welche Zerstörung! Tie Städte, die dem (Erdboden gleichgemacht wurden, werden wieder -nfgebaut, die Werte, die zerstört wurden, werden durch neue ersetzt. Toch wer gibt uns die zerstörte Seele wieder, die Reinheit, die besudelt, das Gleichgewicht, das erschüttert würde, das stille Glück im ivobl geschützten .Heim? Tie Menschen leben wie im Fieberznstand: sie raffen Geld znsainmen, genießen den Tag. essen, trinken, vergnügen sich. Wer kümmert s ch um morgen, wer fragt »ach den tieferen Werten des Lebens, wer bemüht sich, um Ehrlichkeit und seelische Reinbeit, was bedeuten Treuherzig feit, Zuverlässigkeit, Pflicht! Alt, wdische. abgenutzte, sinnlos gewordene Worte! Wir sind ei« nüchternes (Geschlecht, ei» unbeschwertes Geschlecht, wir leben! Ter Junge: Run ist cs mir, als sprächest du von unserer Zeit, Meister! Ter Alte: Nein, mein Sohn, ih spreche von Jesajas Zeit. Höre, wie er selbst seine Gcneratiön schildert, diese durch die driegsgesinnlliig verderbten Menshcn. ihre (»Gewinnsucht, ibre wahnsinnige Verschwendung, ihre.Unersättlichkeit: /

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