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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-01-04 · 5 (4.1.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
5 (4.1.1930)
Date
1930-01-04
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Nr. 5 tAemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dr Abwehraktionen auf eigene Faust sind gefährlich'' Vom Vorstand des Centralvcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Dresden, wird uns nachstehender Artikel zur Veröffentlichung übersandt: Bestimmte Vorfälle dieser Art, die sich kürzlich hier ereignet,;», geben Veranlasiung, folgende dringend beherzigenswerte Mahnung an unsere Leser zu richten: ■■ Das stolze Wort vom »Starken, der am mächtigste» allein i,t", sollte keine (Geltung haben, wo es sich darum handelt, nicht die Belange eines einzelnen, sondern das Höchste der jüdischen Gesamtheit, unsere Religion, vor Verunglimpfung bewahre» zu Helsen. Ein antisemitischer ZeitungShändleis hatte einen geinein hetzerischen Ritualmordartikel, in deiil das Schächten von Fremde» als :Hcli» gionsgcsetz angeblich auS den Quellen (dem Sohar, einem kabbalistifche» Buche) iiachgewicse» wurde, ausgeschnitten.und rot unterstrichen an seinem Verkaufsstande im Zentrum der Stadt aus» geklebt. Einige Gemeinde»,itglicder, die sich hierdurch verletzt und durch foIdK Volksverhetzuug in ihrer Existenz bedroht fühlicu, erstatteten von sich aus Anzeige und erreichten tatsächlich, das; der Staatsauioalt ein Strafverfahren; gegen den Händler einleitele, aber nicht wegen Aufreizung zum Klasscnhas;, auch nicht wegen Beschimpfung einer Religionsgesellschaft, nur! ivegen Verübung groben Unfugs. Er wurde freigesprochen.' In der Begründung heisst eS u. a.. das; der zupi Verkauf von Zeitungen berechtigte Händler »ich! alles lesen könne, was darin ständq, geschweige denn, cs auf.seine Richtigkeit hi» prüfen. Dabei würde sogar ein Leipziger Theologieprofesior als Sachverständiger! vernommen, sowie verschiedene Zeugen, die sämtlich — soweit sie. deS Hebräischen oder Arainäi» scheu mächtig waren — bekundelen, dah die llcbersetzung bewusst falsch sei und dag — ums ja auch die Praxis, nämlich die Unkenntnis des Tvhar bei de» meisten unserer Glaubensgenopen lehrt — von eine», religiösen ksieltot selbstverständlich keine Rede sein küstne ... : ' lind die Moral von der Geschickt', gleichviel, ob gegen diesen Freispruch und seine Begründung lveitcreS zu unternehmen sein wird? Das; die Anzeigenden, die gewis; in der besten Absicht und in Währung berechtigter Interessen handelten, nur eben leider falsch, gleich das hätten tun sollen, -'woran sie erst dachten, als der Stein im Rollen und die Karre verfahren war: den Ecntralvcrcin anrufen, damit er als für AbiveKrfragcn berufene Stelle diese Sacl»e mit allen ihm zu-l^ebote stehenden Rüstzeug, seinem reiche» Apparat au Erfahrungen, Material.und geschultem Mitarbeiieritab so führe, das; das stiegen eil erreicht, also ein abschreckendes Beispiel für alle Volksaufhqtzcr statuiert worden wäre., Das zu erziele» -— und welch schwierige juristisch-wissenschaftliche Materie find gerade Abwehrfragen, der Laie hat davon keine Ahnung — ist der einzelne ganz und gar nicht in der Lage, während der.EV. als dafür gegebene, seit fast -10 Jahren wirkende Abwehrorganisation allen GlaubdusgcnosseK ohne Unterschied ihrer sonstigen Einstellung zur Verfügung steht und stehen must, wen» sie persönlich oder tut allgenjein jüdischen bzw. kulturellen Interesse ch au ihn zu wenden, nickt aber eigensolchen Fällen eines öffentlichen Aergerseine Hilfe benötigen, js mächtig zu handeln, ist in nisieS unbedingt geboten, c llcS andeVe aber von Nebel und als Mif; erfolg viel schlimmer für nichts unternonnnen wird die jüdische stlesamthcit, als wenn gar Aus dem Bt rreinSleden FrauenarbritSgemeinschaft deS 6V. Tic letzte Mitglicdcrvcrsammlii schast des EV. fand am Montag, Hotel Ruschin statt und war wie. Vortragende des Abends, Frau D über „Volksgemeinschaft und dcutsct »g der Frauenarbeitsgenie,nni 7. April, um 7..S0 IIhr. im ' recht zahlreich besucht. Die r. Leibholz aus Berlin, sprach s Judentum".!e drr hlte Jud- Für -uns deutsche Juden bedeute Frage die Grundlage unseres staaf lichcn Denkens. Tkc Rcdnerin crzä mit einem andersgläubigen Deutsch zu machen, weshalb der deutsche ' tums ist. Das deutsche Volkstum gefähr 100 Jahren. Ta damals die so haben sie am Bau der deutschen gehören zuiu Deutschtum durch nn unser Wollen. Geht man die. der Gelehrten und .Künstler, durch stark der deutsche Jude zur Bereich Volkstums beiträgt. Zum Schlug notwendig cs sei, mit andersgläub sinnen über alle diese Fragen zu f: Klarheit über die eigene Stellung Kenntnis des Werdegangs des de Bolksgemcinde. Frau Dr. Schüler sprach im Tank aller aus. Sden Seite I > t die Beschäftigung mit dieser sbürgcrlichcn und weltaiischa»- von ihrem Zusammentreffen n und ihrem Versuch, ihm klar e ein Teil des deutschen Volks» äls solches existiert erst seit un- Jubcn schon emanzipiert Ware». Geschichte mitgearbcilet. Wir e Sprache, unsere Kultur und! leihen der Kulturträger, z. B. so nins; inan erkennen, wie;r»»g der Kultur des deutschen betonte die Vortragende^ wie gen Volksgenossen und -geiws» frechen. Allerdings -gehör^dazn innerhalb des Judentums und itschcn Jude» in der deutschen ■ I -chlugwort der Resereiitin de» Zrkrc Miörachi — Arbeitlsg^meinfchaft, Dresden Ter Zeirc Miörachi ist die Organisation, deren Mitglieder das Thoragesetz des jüdische» Volkes als für sich vcrpflichieich anerkennen »:nd cnlschlosicn sind, sich als Träges deS Ideals DI,»ra heranzubilden, und ihre ganze Krafst für die Verwirklichung dieses Ideals nn Aufbau Erez Israels citizusctzen. Zur Erreichung dieses Ziels wurden in den regcl»iäj,ig stallfindenden Heiniabenden von den Mitgliedern unserer Arbeitsgemeinschaft Referate über jüdische Geschichte und Literatur, Zionismus und religiöse stlebiete gehalten. Da sich diese Art der Arbeit sehr bewährt hat, wurde das ArbeitSprogram», für dir kommenden Soinniermonate beveiitend erweitert. Neben der ernsten Arbeit lassen wir auch die heitere Seite zu ihrem sitzechl kommen, indem wir jüdische Lieden singen, Hora tanzen, kleinere und grössere Wanderungen unternehmen »ich an den Festtagen kleine fröhliche Feiern veranstalten) Wir bitte» alle Geiueindemitglieder, die Interesse an den Bestrebungen imsercs Zeire Misrachi sie chre Kinder und die ihnen beka, nten Jugendlichen veranlasse» unserer Arbeitsgemeinschaft als M durch Bücherspende» zu helfen, un stehende Bücherei cruszubaucn. Mitgliederanmeldungen und B» Dipl. oee. Leopold Gerber, stkorgplo habe», »ns <zn fördern, indem itglicdcr 'bcizutrelcn, und uns Vre in lvfrf>cibc»cii Anfängen cherspcnden nimmt entgegen: tz 2. l. ' Ifer Scmmeranzug soll ^in Eget »Standard sein. Denn unsere Standard» Anzüge haben eine ganz\ besondere Verarbeitung und sind aus besonders dafür he gestellten Stoffen angefertigt. Sie müßten sich einmal solch einen Anzug ansehen oder besser noch anziehen. Das überzeugt auch Sie sofort und zum begeisterten Anhänger tief {guten TCiC macht Sie un& EGERiS nur Johanristraße

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