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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-01-04 · 5 (4.1.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
5 (4.1.1930)
Date
1930-01-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemem-eblatß der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden ^uniiwiaiuiiun'itiiitiiiiiimiiMmiDinMiuimiiif^ Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <A»>»»»»»»i»»»»»»»»»ii»»ii»»»»llilliiiii»iiK> MtNetlungöblatt des Sächsischen israelitiichrn Gemeindeverbanbes Vrrantwockl. Echnftleitang: Bürodirettoz L-Plocmachrr, Dresden-Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresden - Druck: Kaden DEomp-, Drcsdcn-A. Alleinige Annahmestelle für Inserate: Ipc. Eternlicht. Zeughausstraße 3,1. Telephon 14051 * Die 29-mm.Ronparrillejrile kostet 50 Ps.. lausend Rabatt VIIahrgang Oresöen, Mai 1930 Nummer 5 Inhaltsverzeichnis: Han« Kpslar: Jüdische Hygiene ' Dr. Fclir ttzoldmann: LtirklichkeitSsinn und Hngiene / Dr. I. Elbogen: Äon jüdischer Hygiene / Dr. Friedrich Ovendorfs: ttzegenwarlSaufgaben jüdischer Hngiene / Dr. Oskar Wolfsberg: Tie itzellung der Hygiene bei den Juden / ttzeinemdcralSprotokoll / Amtliche Bekannimachungen , Personalien / ÄeteinSnachrichten Kalendarium Hygiene der Juden Die Jnlcrnationale Hygiene-i'liic-jlcllung i» ' Dresden U'l>t: salioiien, die auf dem «'-evleie der t'i, uns Beranlassung, der Lcffcntlichkeit auch etwas über die DleUung D'eiilnuge» darsiellen. ’ihAtri baden des Judentums zu den Fragen der Hygiene z» sagen. Zwar ist,vo,i teilen gebeten, zuni Tbeinn „Jude einer speziell jüdischen ^Abteilung iiii Nabmen der Ausstellung ab- »ehmen. und veröffenilichen die n gesehen worden, dennoch werden j verschiedene jüdische Organ,• sundbeilsfürsvrge ardeiien, ihre drschiedene jiidische Persönliw- » n»d .Hygiene" Stellung;n rjchfolgenden Ansiiibrnngen. I ie Redaktion Jüdische Ahgiene Äon Minisierialrat IIi,n>! (s,»li,r. Berlin Man lmt vielfach - i» ^üdisckien und yiclitjüdisctjen jtreisen vor der altjüdisckien .Hygiene einen außerordentlich großen Respekt - - aber cigentümlickicrwejse ganz zil Unrecht. Tenn das, was ina» häufig dort unter jüdifäx'r „Hygiene" versteht und wege» seines hohen Alters und seiner Herkinlit aus einer Zeit, in der andern Völkern der bekannten .nultnrkreisc hygienische Forderungen j und praktisclx' Hebung noch völlig unbekannt waren, achtet und anerkennt, hat mit wißenichaftlicher oder auch bloß empirisch-hygienischer Einsicht nicht das mindeste zu tun. Tas Peroot des Sch>vei»cfleisch-Eisens wung in der Erkenntnis der Verseuchung dein Menschen ussätzigen beruhte keineswegs ctnxi hat keineswegs seinen Urs (ilefahren, die aus trichinöser drohen. Tie Absonderung der 2^ auf dein Vorsatz, die Uebertragung von ßörper zu .Eörpcr durch Berührung zu verhindern. Und der Brauch des Händewasclfens vor dem Brotgenuß ljiatte nichts mit den (Gründen zu tun, die die Hygieniker und „Richts-als-Hygieniker" in ihn hineinlegen möchten. Der relsgionswissenschastlich gebiidetc traditionelle Jrrdc, dem diese lind andre sinaitisckie (Gebote Ausfluß göttlichen (Geistes und nicht menschlicher Ueberiegutzg sind, kann leicht die Behauptung von der rein oder überwiegend hygienischen Zivecksetzung dieser und ähnlickier Tatzungen entkräften. Richt der Schweincfleiscligenuß allein ist verboten, sondern im gleichen Gesetz auch der zahlrcickier anderer Tiere, deren Fleisch noch beute bei allen andern Völkern ohne Gefahr gegessen wird. Tie Ausivahl der zum Genuß freigegebcnen Tiere vollzieht sich im Rahmen des großen umfassenden Tohorkompleres (Reinheitsgesetzgebung) vielmehr ganz unter dem mehr mystischen Gesichtspunkt, daß Fleisch der verschiedenen Tiere verschieden auch auf den menschlichen Organismus, .Eörper und Geist, wirke, und daß in* Interesse der .Heranbildung eines ungestört harmonischen, geistig reinen Menschcncharakters daher alle schädlichen Ernährungseinwirkungen auSgeschaltet werden sollen. Selbst der große Spötter Heinrich Heine hat einen .Hauch der Weibe, der über Liesen Dingen liegt, verspürt, als er — in Bekämpfung det Blutlüge von Damaskus — von den Tpeisegesetzen der Juden in „Lutezia" schrieb: „Ter Abscheu der Juden vor l jedem Mutgenuß spricht sich aus ... in ihrer Grnndanschau-' ung vom Reinen und Unreinen, in dieser tiefsinnig kosmogonischen Offenbarung über die water i e 1 l e R ei u h e i t in, d e r eine vbyutche Etlnt bildet und. i'erwelt, ivelche gleichsam von Baulus keineswegs begrifsen ivorden." Das Händewaschen vor dem Brotgenus;, das bezeichnenderweise ja auch daui slattsinden muß. wenn der Speisende geradenwegs gus demjförperlich reinigende.« B ä d e zum Essen schreitet, bedeutet! <S- R. Hirsch symbolisiert es besonders schön) mit dem j.uetilas jodojim". dem „Erbeben" der Hände gewissermaßen die moralische A » - e i g n n n g des vorher geldlich erivorbenen Brotes, stellt die jedesmalige Flage an den Speisenden von ihm selbst aus dar, ob seine Hände auch rein von Unrechtem Gut seien und er >o berechtigt, von der Gottes-gabe il> seinem Besitz zu essen. Iie 3lbsonderung der Aussätzigen endlich diente nur dein Zweck, eine Heilung dieser als Strafe für eigenes Verschulden empkiindenen Urankbeit durch erst niedlwdrückende. dann durch Rach rkuiig der;eitweiligeu Ver zu erzielen (ErcrzitieirX T.iß Slbsondernng geführt hätten, mit dem treffenden Hinweis denken zur Reue iübreude W> banming in die Einsamkeit hygienische Ueberlegungen zur wird ebenfalls n. a. voll Hirsch! u daraus widerlegt, daß ja gerade bei den großenZßallsalirtsseslen und ähnlichen feierlichen l^ele^cnbeiten die Verschickung in die Einsamkeit ,a u s g e h o b e is bzw. verschoben ivnrde. od lvobl doch gerade bei solckieu riesenbaiteu Volksziiiauimen ballungen z. B. in Jerusalem d e t'lnsteckungsgesnbr. ivenn es sich um eine übertragbare Rrcufheit gebandelt hätte, ganz besonders groß gewesen wäre ui d alle sonstigen Vorsichtsmaßnahmen durch epidemische Veibreitung z»sck>mdcn geinacht hätte! Man versprach sich eben in diesem Fall von der religiös-erzieherischen Wirkung der Festesbegehung inmitten des gesamten Volkes und im Heiligtum ähnlich viel wie 'onn von den .einsamen Ererzitien in der. Wüste. Fällt somit das, ivas man ruugcn einbezieht, völlig in de scher Vorschriften, so ist das Judentum nicht beabsichtigt oder unbeabsichtigt — ganz gewaltig große hygienische Erfolge da praktisch erzielt babe oder noch erziele, wo Gruppen nach seinen Vorschriften leben Bestreben des Judentums darc nf gerichtet, Mcnsckien zu erziehen, die einfach und bedürfnislos leben und all dem. was crsahrnngsgemäß zur Ursache ier meisten Krankheiten wird: so oit.in hygienisckie Forde- Gebiet religiöset b i - damit nicht ctiva gesagt, daß jüdiscln'r Menschen konsequent In der Tat ist das gofamte

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