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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-03-01 · 3 (3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
3 (3.1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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..• .1 Verantwort l. Erbnftleitung: Bärodircktor L- Vloemaiber, Dresden Verlag: Isral litifdx Rcligionsgemcinde, Dresden Druck: Kaden D 6omp..Dresden-A Rumme Mm der vewillmgriilislAlles der LlmirrWe ßadilen ifir lidWe MderlWrie 21m ÄüiiiitQfl, dein 10. Februar 11330, tagte der Perwaltungsausschnb in Dresden unter dem Vorfitz deS Herrn Josef dt a h n, IS h c m n i tz. Tie Tagesordnung umfaßte vorwiegcno organisatorijcl)e und technische Frage». 1 Um auf dem Wege der einhejtliä-en und durct)greisenoeu Wandersürsorge fortzuschreiten und das zwecklose Wandern von Ort zu Ort zu verhüten, ivurde beschlossen, nachdem ichou früher die Wanderkassen bei fünf sächsischen Gemeinden in. Fortfall gekommen ivaren, daß nunmehr auch Ehemi. i tz st ine Wanderkasse mehr unterhält. Danach bleiben im Lande Lachsen nur noch die Wanderkassen Leipzig und Dresden bestehen. Ta aber die übrigen Gemeinden trotzdem noch lleine Aufwendungen für besondere Fälle der Wandersürsorge haben, so wurde, um eine Toppelbclastung dieser Gemeinden zu vermeiden, es für billig erachtet, ihnen diese Aufwendungen bis zur Höhe ihrer Beiträge an die Landeskasse zu erstatten. Als Beitrag zur Landeskasse werden von den Verbandsgemeinden für 1020 2,2 v. T. des Reichseiulommen. steucrgesamtbctrages erhöben, der dem Gemeindchaushalt plan für 1921) zugrunde liegt. Es soll dahingestrebt werden, für 1930 mit 2 v. T. ansznkommen. ES wurde allerdings in der Aussprache von verschiedenen Leiten cingewendet,. daß bei der zunehmenden Verschlechterung der Wirtschaftslage weiter steigende Ansprüche an die Wanderkassen zu envarten sind, so dass es schwer sei» wird, eine Einschränkung der Ausgaben durckizuführen. Es folgte ein ausgezeichneter imd umfassender Bericht deS : Herrn Adler- R u d e l, der vertretungsweise für die Hauptj stelle für jüdische Wandersürsorge Berlin erschicücn ivar.; Er stellte fest, daß im großen lindganzen die Organisation als : über das ganze Deutsche Reich durcksgeführt angesehen werden; kann und daß dank dieser ansgebanten Organisation das! frühere Lchnorrerwcsen in der Wanderbewegung erheblich. nack)gelajsen hat. Dagegen hat die Arbeitslosigkeit, die bei uns Juden noch stärker als in der Allgemeinheit zutage tritt.; viele neue Menschen, vorzugsweise inländische, zur Mander-! irfjoft getrieben. Dieser Rot kann nur durch großzügige soziale Hrlfsmaßnahmen gesteuert werden. Um hierbei erfolgreich Mitwirken zu können, haben sich die Hauptstelle für jüdische; Wandersürsorge und die Zentralmohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin, enger zusammengeschlossen, wodurch zugleich Ersparnisse bei den Verwaltungsausgaben erzielt werden. Diese Zentralstellen unternehmen jetzt innerhalb des ganzen Deutschen Reiches Lchritte, um hie erforderlichen Mittel für ujaminenzubringen. Einuial r g e e r z i e h u n g, die zu ar zusammenhängt, aber im zuei große soziale Hilsswerke he ndelt es sich üm die F ü r j o erg mit der Wandersürsorge Rahmen der Tagesordnung nicht näher zu behandeln war, ,n n andern um die Lckrassung' der A r b e i t e r k o l o n i e , von der ein besonders wirksamar und günstiger Einfluß aus di. Wandersürsorge erwartet tp in rerhalb eines großen landu i rd. Die Arbeiterkolonre, die irtsck>iftlichcn Betriebes geschissen werden soll, ist in erste/ Reihe dazu bestimmt, solche Leute, die durch langes Wanderi Gefahr lausen, arbeitsscheu ui werden, zu geregelter Tätigkeit zurückzuführen. Die ist also von höckistem erzieherischemj Wert. Lodann betonte der .Redner, daß durch Arbeitsvermittlung und Einrichtung voll A ' b e i t s n a ch w e i s e n die Wandersürsorge produktiv-zu ge'tasten ist. Dies sei um so notwendiger, als der jlldiick)e Arbeiter und Angestellte mehr und mehr aus dem Erwerbsleben verdrängt werde, und es; fei deshalb ganz besonders wi htig. die jüdischen Arbeitgebe^ zur Einstellung von Juden >u gewinnen. Die Lage werde! noch dadurch verschärft, daß iid der Auswanderung nach fleberfee durch Abschließung vir ler Länder große Lckswicrigktiten entgegensrellen, um so »n hr sei es zu begrüßen, daß es jetzt gelungen ist. eine Anzahl j» iger Leute in Südamerika aüzuuedeln. In der sich anschließenden Aussprache wurde gerichtet, daß die Leipziger Gemeinde schon vor längerer Zeit ein Gesuch um Genehm,- g> ng zur Einrichtung eines Arbeitsnachweises eingereicht hat, wi'rüber daS Landesarbeitsamt; demnächst Beschluß fassen w rd. Aber schon seit Jahren hat die Gemeinde aus privatem W^-'ge viele Ltellen vermitteln können. Das glcickse wlirdc von den übrigen (Gemeinden mitäeteilt. Zum Lchluß wurde noch ein Lchreiben des Vereins Hachnost'as Aurchim zu Leipzig behandelt, in welchem die Errichtung' eines Unlerkunstsheimes in Leipzig gefordert wird. Man uxrr sich darüber einig, daß ein.solclses Heim nur jn Verbindung mit einer Arbeitsstätte zweckmäßig ist, denn es kann sich nicht darum handeln, ziellosen Wanderern bequeme »nd angenehme Unterkunft zu bieten, sondern sie zu einem geordneten Leben und vor allen Dingen zur Arbeit zurückzuführen. Lchwicrig ist die Frage, weil der Landeskasse alle Mittel zur Lchafsung einer solchen Einrichtung fehlen, man möge zunächst prüfen, ob sich läßt. Jn diesem Falle ivi'irde » rechnen können ans den Mittel Zentralstelle auszubringen lwsse. Hiermit endete die Litzung. Herr Adler-Rudel meinte, sonst der Plan verwirklichen an wobl aus eine Beihilfe welche die vorerwähnte Jüdische Einrichtungen sür Studentenhilse Lchon in denersten Jahren ihres Bestehens hat die ' dringenden Einzelfällen durch 3^ii'ciibieixnoiuät)i'iiUn ergmi- Zentralivohlfahrtsstelle der deutschen Juden die Ltudentenzend einzugrcifcn. Hierzu wurden ihr durch die Bcibilsc oeS Hilfe in den Bereich ihrer Aufgaben gezogen, sah sie ein Preußischen Landesverbandes für das Wintersemester 1929 30 wesentliches Ziel darin, begabten unbemittcltcu Ltudenten! die Möglichkeit gegeben. Der Landesverband hat auch in die die notwendige Förderung angedeihen zu lassen. Lo regte Abteilung „Ltiidentenhilse" der Zentralwohlsahrtsstelle drei sie an, daß an größeren Hochschulorten jüdische Ltudentenj Persönlichkeiten ans seinen Reibest entsandt, hilsswerke geschaffen wurden, erstrebte eine organisatorische . ,-v . . ,,,, . . ... . 0. , s .. . . .Zusammenfassung aller Bestrebungen auf dem Gebiete der! , ^"^"ugen Monaten ivirr "bet den Ausbau um die .uu Ltndentenfürsorge und hatte auch einen besonderen Fonds.! ^arbeiteten Methoden ans dem Gebiete rer Ltudelitenbiste aus dem sie in Einzelfällen Stipendien gewährte. Während dkrichtet werden: an dieser Ltelle sei nur ein knapper ll:v er-!*r uiWa. Rock,,ripo-..pit mnfafo blick gegeben, sowohl »der den zahle,imassigei, Anteil der luder Ztriegs- und Rachkriegszeit mußte gerade.dieser Für .. . - . . ... sorgezweig angesichts der hereinbrechenden Massennot leider'bst^on Ltndlerendcii aii den deutschen .vochscliulen als auch vernachlässigt iverden. Jetzt aber hat die Zentralwohlfahrts-!'.^Z bxc lianptiachllchitcn EinrichtIingen. die fiir Ltuden-cn- - . Hilfe von interkonfesiionetter und vpn iiidnckser Leite zur Zeit bestehen. I. ANgemeiner lleberblick über den Anteil der jüdischen stelle ihre Bemühungen aus dem Gebiet der Ltudenten Hilfe sehr intensiv wieder aufgenommen und sich in chrer dafür besonders geschaffenen Abteilung Jüdische Ltudenten- Hilfe das Ziel gesetzt, 1, die örtlichen Ltudentenhilfswerke unter weitest gehender Mitwirkung der Lstidentcn selbst weiter ausbauen zu helfen, 2. eine straffe Zusammenfassung auf diesem Gebiete zu erreichen und 3. auch selbst wieder in Ltndierenden (siehe auch Jüdische Arbeits- und Wandersürsorge, 3. Jahrgang, Heft 6). Rach der deutschen Hochsch.il statistik für das Wintersemester 1928 29 waren in der genannten Berichtszeit an deutschen Hochschulen insgesamt 719^85595^377004427

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