Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 2 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Seite 19 'emeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde DreS fcj e n dem Kehlen eines festnmrissenen Bildungszieles, in dein Fehlen einer geistig vorbildlichen Orientierung. Statt nach ethische» Werten zu erziehe», versucht man. politische Ideale zu errichten. Deshalb ist cS heute Mehr denn je die Aufgabe des Erziehers, den Heranwachsenden Menschen s e l b st ä n d j g denkend heran, zubilden. Der Jugendliche soll, genützt auf die Ethik deS Judenlilins, in der Lage sei», in iveiten Schichten seiner Umwelt mitzuarbeiten' und freudig den Kampf allfzunehmen gegen Vorurteile und Unkenntnisse des unbewujzten und des böswilligen Antisemitismus. ..Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich ne erobern inutz." > Tie Stürze des uns zur Verfüguüg sieheiiden Raumes verbietet, näher auf die wertvollen Ausführungen einzngehcn. ' Aber ein Wesentliches des Vortrages »ins; hervorgehoben werden: die Vortragende hat cS verstanden, die pessimistische Einstellung, die ein Teil der ^«hörenden zii dem Thema hatte, in eine zuversichtliche z,l verwandeln. Dafür sei der Reflrentin an dieser stelle besonders gedankt. j Eine eifrige Distussion zeigte, dag die — erfccnlick»er>veise zahlreich — Erschienenen dein Vortrag mit regem Interesse gefolgt waren. Die nächste <jnsammenknnst der - Frauenarbeitsgcineinschaft findet Montag, den lU. Februar, statt. Frau Martha Löwisohn, Verlin, wird über „Disraeli, Lord Vaconsfieid" sprechen. Deutsch-Jüdische Jugrnd-Ulrmeinschaft E h a ».„ kkahfeier. Wie im vorigen Jahre veranstalteten wirz auch in diesem Jahre wieder eine Ehanukkahfeipr für arme jüdische Kinder. Jeder hatte etwas mitgebracht, Kleidungsstücke oder andere nützliche Tinge, Spielsachen oder Bücher, um die er dort gebeten hatte, wo sie entlvhrlich waren, für junge Kameraden, denen sie dringend notwendig sind. Es war flcigig dafür gearbeitet werden, so das; wir uns zehn Kinder von der Wohlfahrtsjtclle der ttleineindc sagen lassen konnten, mit! denen mehrere TJJt^.er gemeinsam Ehanukkah feierten. Nachdem die Lichte angezündet waren, ivurde Kakao getrunken nnh dann gelesen und gesungen von de» Aclteren, während die Kleinen freudig mit ihren neuen Tachen spielten. Es war eine schöne Ehanukkahfeier für uns und diejenigen, die bei uns waren. Winterlager. Vom 2t>. Dezember lULil bis ä. Januar IllR, fand in Holzhan das Winterlager stall. Um die Jungführer für die Arbeit in den (>lruppen grundh:gcnd vorznbereiten und neue Führer heranzubilden, war es als schulnngslager eingerichtet, mit dem Themas ..Der Bund und die Umwelt". „ 1. Unsre Deutsch-Jüdische lzrnndlage. 2.' Benvgte Jugend, n) Tie Entivicklung der Jugendbewegung >historisch, soziolpgisch. kulturell». I.) <>äbt es eine Jugendkultnr. <-» Junge -und Mädel in der ttcmeinschaft. :t. Bnndcserziehung. u» Wozu wollen wir in der (>lcmeiuschlisl leben i l>» Beruf und Leben, c) Prakiisckie l^cuppenarbest. Täglich fand eine Arlieitsgemeinschaft mit einem der Themen statt, zu denen Referate von Führern aus Dresden und Berlin und ans dem Mittlerenkreis gehalten wurden. Tie Zielsetzung des Bundes und die praktische t'lrnppeiiarbcit sind auf diesem Lager geklärt worden. Da der schnee ansgeblieben war. mugten wir ohne Schneeschuh Fahrten machen. Die Abende vergingen mit singen, spielen oder Vorlesen nur allzu schnell, wie überhaupt diese elf Tage te.emeinschaft lang genug waren, für alle ein Erlebnis zu werde» und da^uin doch zu kurz waren. Teutsch-Jüdischer Arbeitskreis, Dresden Anschrift: Walter Meherhof, Münchner s trage 17 Der erste ArbeitSabcnd fand ain Mittwoch, dem I I. Dezember, in den Räumen der Fraternitasloge statt, ,-fur Tiskussio» stand die Frage: Was kann der Einzelne gegen de» Antisemitismus tunk Tic Aussprache war sehr Lebhaft und anregend. Der zweite Arbcilsabend fand an derselben stelle am lti. Januar statt. Es.wurde übet das Buch Wilhelm schäfers: Die deutsckie Jndenfrage gesprochen^ Anfang Februar findet eine öffentliche Kundgebung statt, auf der Herr Dr. Ludwig Tieg, Berlin, der auch i« Dresdener Kreisen kein llnbekannter ist, über: Tie Jugend im deutschen Judentum spreclieu wird. ES wird eine' Aussprackie im Anschlug au diesen Vortrag siattfinden. An dem nächsten Arbeitsabend wird .Herr Franz Kaelier über: Judentum .und Sozialismus sprechen.. Fu allen unseren Vcransraltnngen sind (läge herzlich willkommen. p.q. j.q. W Camillo Enterlein Waisenhausstraße 23 ' j Das Fachgesdiäft für Kotier urid feine Lederwaren J. Alle Schulwagen, die neuesten 6-Zyllnder führender Fabrikate Ob Killig, Dresden T«l«phen 019i7 Strl«s*n*r StraB« 19, Narien-Apotheke Inhaber i Max Rosenbaum Dresden. Altmarkt 10. 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