Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 2 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Gememöe-Iatt der 0fraeItttfdjen Religionsgemeinde Dresden <s>t:uiiiimimniiiinHiiiiiiiiimmiimii'iiiiiimiin«ii«> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <A^»>i>»»u»»l>»iii>i»»»»i>i»»»i»i»i»,iiiiii»iii>is> Mitteilungsblatt des EächMen israelitischen Semeindeverbandes Verantwortl.Echriftlkitung: Büroüirektoc L-Plormachn. Dresden-Brrlag: Israelitische ReligionSgcmeinbe Dresden-Druck: Kaden D Eomp, DreSdcn-A. Alleinige Annahmestelle für Inserate:!Iae. Eternlicht. ZeughauSstratze 3.1. Telephon 14051 - Die 29-mm-Nonpareillejeile tostet 30 Pf., laufend Rabatt 6.'Jahrgang Dresden, Februar 1930 H Nummer 2 Inhaltsverzeichnis: Professor jZacobi: Ausruf zur Begründung einer vitciiiliche» Sammlung der jüdischen Volkskunde Hermann Schocken: Hudenschickscrle sselir A. Teilhaber: südliche Entdecker Audols Schay: Eduard Bernstein Amtliches Personalien BereinSmineilungen Gemeindemitglieder! Wir UL'röfffntlidion bieruizter i’iiu’ii A » f r » s desllnng der jüdischen Volkskunde,i Ü'ö iift lilnviiiarfu’ jedes t'le ■0 e r r » P r o f e i j o r s Tr. I a c d b i. Direktor d e r! »leindeinitgliedes. dein Plan jede »ur mögliche Iörderung und staatliche» Museen j ii r Tierkunde n n kE Unterstützung angedeibeii zu lassen. i» erster viitic natürlich V ölkerk » » d e. zur Begründung einer ösrentlichen Zaiiii».! durch lleberlaisiing van Oegeiismiiden des liänslichen .gnllns. Tresden. Februar 1M1. Trr Vorstand der Israelitischen Prligivnsgriiiciiidr >' Pechtsaiinxilt P a » l Zaling e r. Aufruf zur Vegruudung einer offeuliichen Sammlung -er iü-ifchen Volkskunde Von l'roke^cii I)i . »laeulii j Direktor der siaailichen Museen >>» Tierkunde und Völkerkunde In nielireren deutschen Museen fiir Völkerkunde findet der Besucher nicht nur das BesitztniNfreinder Völker, jandern inan sucht auch der Eigenart Europas und insbesondere der einzeluen deutsche» Ztäinine gerecht zu werde»: es wird also dasjenige berücksichtigt, was inati als „Valksknnde" der era tisclfen Völkerkunde parallel stells. Wenn inan aber i>i? nach sehr. einfach lebenden .Vielten auf Irland oder die patriaech.rlisclien Balkairbefvohuer vorführt, so ist es sebr angeor.icbt, auch die Volkskunde der I irden, zu bedenken, und in der.l Tat halvn die Museen in Hamburg, in Frankfurt a. M. und anderwärts lehrreiche Zaniiuluiigeii dieser Art anszjnve'.i.'.i. die ihre Anziehungskraft auf die Besucher' nicht verfehl.'». Tenn welcirer Bestandteil der europäisckfc'n .(tnltnr batte ::>rbr Berechtigung, ans ein» bis heute erhaltene Eigenart! ältester Herkunft in vielen seiner ^ebensänszeriinge» hinznjveisen? Tatz dabei der gemeindliche und bänslictie Ciottesdieust nach tjahl und Ausstattung der Csegensiändc ütreriviegt, ist ans der ununterbrochenen oortpflanzuirg niosaischer .Vtnltn^sorinen bis in die (Gegenwart ohne weiteres erklärlich. Wenn das Trcsdner Musciiin für Völkerkunde im 'jwinger Üch seit Jahren bemüht hat. über seinem iprächtigen. oft einzigarligen Besitz ans Uebersee anch die eiiropäiicix' Valksknnde zn pflegen, jo möchte es ans die berührten Eigenheiten des Judentums ungern verzichten. Hat cs doch i» der Ueberliefernng der anderen groszen Religionen. Ehristentuin und Islam, ja tiefe Zpuren hinterlassen, das; ös für die öffentliclx' Belehrung eine Ifiicfe bedeuten würde, ivenn die aus der Bibel geschöpften Vorstellungen vom israelitisclx'ir sslottesdienst und häiislictx'n Brauch nur auf Erzählung und Bückx'rlesen gegründet werden ohne die sinnliche Anschanijng. Bor mehreren Jahrzehnten hatte Tresden eine midie! ejnsaininenstellnng von berverragender Vollständigkeit und Zrhönheit in der Privatsaininlung des Herrn Albert Wolf, die aber infolge ungünstiger Umstände für immer den Weg nach Berlin genommen hat. sollte es aber zu spät fern, etwas Entsprechendes. ivenn auch tx'scheidenereu llmsangs.^,in unserer ^tadt n ieder zu errichtend Es stellt fest. das; in vielen Häniern noch (Geräte zin» häuslichen Zabbats und Iengebranch erbalten sind, die vielleicht nur noch Eriitnernngswert haben, aber als altmodisch gellen inan denkje an Zabbatlamven allerer Horm n. a. in. Besonders in ,Familie». die später aus dem Lite» eingewandert sind, dürfte dergleichen zu finden sein, dabin gehören Messuiotb. Tesillini, Eliannktäbienchter. '.u.egillatb. Bsomiindose», siiddlisäibecher. Ebannktabunirfel. Teller für Vnrim und Zeder. Embleme znm X'anbbütkenfest. Amulette und sonstige Verkörperüngen von Aberglauben. Ijeskgc bäck von besonderer Iorin, Ha vdalabkerzeli. Zabbatl impen n a. Aber auch ('Gegenstände des ('lottesdiensles in der Zpna goge dürfe» nicht fehle»/ wie cliofar. Tborarollen. Tbora niäntel und -ivimpel. silberne Weiser, Riechbüchien. alle Be ichneidnngsgeräte. Zclxichlmener »sw. Alle wiche Tenkniäler. wie sie die Wissenschaft ohne Rücksicht aus Alter »ud (ileldivert nennt, verdienen ihren Platz in einer ösfeutlickx'n Za»ii»lnng.!-wo üe in sachgemäßer Aufstellung und gemeinverständlich frläntert ihre Wirkungansüben. Tie Tirektion des Dresdner Mnseunis ivürde es mit dem gröfzten Tank anfnebme»^ wenn l'semeindeniitgUeder selche Olegenstände. ivenn nicht geschenkweise, so doch znuachst als Weingut zur Versügnng stellen würden, damit allmählich eine sehenswerte Zammlnng hergerichtet iverden kann: jedes Ztück wird den A'ainrn des (rselwis.tragen. Tie Eigenlü.ner möchten auch lx'deukeii. das; solches Besitz in einem ua-itlichen Museum, ivo er Tag »nd Pacht bewacht Und ständig sauber gehalten wird, meist besser verwahrt ist als in der Wohnung mit de» (Gefahren des Diebstahls und der Wertminderinig durch oenchtigkeit. Mottenfraf;. „sw. Tie wissenicliciftlichen Beamte» hoffen und wünsclxni aufs lebhafteste, das; diese ihre Anregung gute Aufnahme und sjeis;ige Befolgung finden möge, damit wir über'den bisherigen sehr kleinen Ansang rasch hinaiiskotiiinen.! i