Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 1 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 \. <Äejnein|öeblatt der Israelitischen ReligionSg.emeinde Dresden 'dnvarzlodige und fdiwarzängge Jünglinge lind Mäddx'n neben aufgeregt hinter ibre» Tischen, und bieten in kutfl* eitmuien Mieden ihre 'iilareii » n. Ein jeder Passant wird angebalten und inus; wobl odec übel die Litaneien über die Porzüge der- Tiaren anbören stundenlang und fcilidK'it beit in Biele von den beiitigen jüdiict baben die eriteit Anfänge ibrei bilden lU'macttt. viele -vobnten den engen kleinen Stübchen dc bnnderk pilegte inan noch da-? Wettoviertel ui»!> lllir abends mit .stetteit abzuspc-rren. Jim die mit der Sladk fern jnlkilten.’ Jetzt plant der Senat, das Wette niederreinen zu lasien und an breite, von sd'önen Bauten erfüllte Perkehrsstrasten zu errichten. «r. l ie st linde'» steben dort und andanernd mit den Preis, en Weldniagnaten Oxtinburgs .starriere vor den Perkanfsnoch vor wenigen Iabr/n in Wette.?.' Per einem Ialir Inden vorn weiteren Perkebr Stelle der schinalcn (München Po», ersten alten Indenviertel Wiens, dessen Zentrum der sogenannte „Schnl-Hos" war. existiert beute nur noch der Name. Schon int Jabre l.lOk hatten die Wiener Juden eine i eigene Synagoge. Um lIkst erbauten sie ein jüdisches Spital, i Bad und Schlachtbans. Als plötzlich 14<Hi im (tzetto ein Brand! ansbrach, der auch eine wüste Plündernng durch den Pöbel bervorries, verlies;en die Inden das lifetto und verstreuten sich! in der ganzen Stadt. Erst unter Mariinilian ll. wurden die! Inden konzentriert und bekamen die Oeopoldstadt als (»letto I zngeteilt. Ta lebten sie abgeschlossen, bis zur Proklamierung der Gleichberechtigung aller Bölker nnd Neligionszweige in Oesterreich ÜM''). Seit damals bat sich der Ebarakter der D'eopoldstadt ganz geändert. Das Wiener Wette verwandelt sich laiijvam in eine legende. iAns dem jiddischen Original übersetzt von '.IV a r I i s die r.) f Jur Geschichte der Iudensiedlung in Palästina Bon Professor I>r. II >- l n r > > Ii l.<><- ce Berlin Wenn man die Weltgeschichte des jüdndien Polles unter P.k'ltansdiannng betraditet. io Palästina und znnr inindesten .»erftörnng des Tempels dnrdi der Niederiverinng des Bar >io nnd damit andi die lijeschichte n Gesichtswinkel dirinlidier .'öt die jüdiidie t'iesdiidite in s Interene an ihr mit der Titus nnd allerböchnens mit chba A »sstandes ans. de, bö .'Inders aber :>t es. lvenn inan jüdiidie Maststäbe anlegt oder lvenn man die historischen Tatsachen ipredien lässt, lizeivis; bat das palästinische Judentum steine idiwereren und nach haltigeren Sdtläge erduldet als nie Zerstörung Jerusalems, einmal dnrdi die Ebaldäer und n idiber dnrdi die Nömer des Titus :Vadi der Perbrennnng >es zweiten Tempels blieb die zebnte 'Tegion ständig in Palästina, um jeden Persnch einer Erbebnilg von vornberein nninögli b zu madien. Bon Eaeiarea ans. das immer ganz »iijüdiidi ivar. wurde das zfand im Ianine gehalten. Ein römiidier Protontul fas; dort, (Nut; Judäa batte Peipaiian für ftdi als Eigenbefitz bestiinmt. 'äunderttauiende von Juden waten in den .striegelt ums "eben gekommen, nidir weniger wurden jn die Sklaverei, baupt'ädiiidi nadi Italien. Span en nnd Okilltcn. verkauft. Iininerbin waren nodi io viele Inlen im "aude, das; «il> Jabre später der Bar siodilxi Anfstand die Nöiner stvang. ibn in einem dre;undeiiibalbjäbrigen hartnäckig en - .strieg niederznringen. Tantals wurde Jerusalem als r.'mische ibeidniidiel Stadt unter dem Namen Aelizi Eapitolina wieder erbaut und jedem Inden der Aufenthalt ut ibr verboten. Trotzdem bat Palästina andi dann nodi io weit die Iübrnng in der jüdiidien .siultur .'ebalten. dast die Mischnah um dieie Ieit ibre .siodifikation fand, nnd zivar im alten Stammlande. Nur batte fidi inf, lge der gewaltsamen Per drängnng der Juden aus dem eige itlidieifJudäa der Sdiwervnnkt der jüdiidien Bevölternng ne di Norden verldioben. Das war ist'ou bei der Ierstörnng Jerusalems dnrdi Titus der Iall gewesen. Tas ivurde verstärkt in Neligiousbedrückungen. Die in Palästina ansgegrabenen alten Snnagogeli ans der letzten vorcbri iltchen st,eit. erst redit aber ans der .seit des '.'lbichlnises der Mifdinab. sind iämtlidi in Waliläa gesunden worden, Alvr venu andi InDäa eine ge rtngere ilidl'd'e Bevölternng lkilte. Xaisertnm ne andi »ngebindert w lasten. Als aber das Ebristentuin im lelviion wurde, da begann von den ber die ilistematiidx' Unterdrückt Juden, wie int ganzen tVömifdie Palästina. Schon .stonstantin. de ans politischest Wründen die Herr der aber selbst Sonnenanbeter blie gekommene Perbot erneuert, dnrd treten Iernsglems trüber verböte Unter seinen Nachfolgern zivain sich immer »edi verstärkte, vor alse der steit der bgdrianisdien so ttat das spätere röntisdie eder in Jerusalem siedeln Nöniiidien .'steidie Staats Einslnste der Staatskirdie ng und Perfolgiing der > Neidte. so erst recht "in ■ zivar dem Ebristentume sjdiaft in die Hand lieferte, batte das cMster Uebnng das den Inden das Begeivesen war. die Indenverfolgnng. die ein auch eine groste stabl jüdisdier Clelelirter zur '.'lnswandernng nadi dem niditdiristlidien Babylonien. Dazu kam, das; die ntas;lose Unterdrückung die jüdische Oandbevölkernng immer wieder zu vereinzelten Ansständen zwang, die dann dnrdi Truppen blutig niedergeidilagen wurden. Wenn Palästina trotzdem nodi jahrhundertelang neben Babtilonien eine gewisse sübrende Nylle auf dem (iielstete der Geietzesentwicklung und -auslegung spielte, wenn es andi dann noch ein freiiid) weniger starker Mittelpunkt jüdisdien Geisteslebens blieb, so ist das ein Beweis dafür, 'W, andi dann noä; die jüdisd>e Bevölkerung Palästinas zablreidi genug war. Das wird andi dnrdi die judenseindlichen Maßregeln Instinians bestätigt. Dieser Kaiser, der dem römischen Nedit die kodifizierte ,Torin verlieb, dessen ganze Persönlidikeit und Herrsdxist der lebendige Be weis dafür ist, das; Nedit und Wereditijifeit oft geradezu einander entgegengesetzte Begriffe find, hielt es für notwendig, den Juden christlidie Bräuche für ibre Gottesdienste aufzn zwingen nnd die Benutzung christlicher religiöser Sdiriiten zu ihren Gottesdienste» anzubeseblen. Außerdem aber bat er viele Taniende von palästinischen Inden dnrdi sejne Soldaten unb .sgenker znni diristlidien (silanben zwingen lassen. Da dieser stwang von veridiiedenen seiner Nadisolger in analoger Weife ansgeübt wurde, so entstand eine eigene d,ristlidie Neligionsgeineinsdiast der Melkiten. d. b. der ...staiserlidien". die diristlidi rechtgläubig werden mussten, aber rein jüdisdier '.'Ibkunst waren. Da idioit_ vorher das palästinifdi syrisdie Ebristentnin ans jüdisdien Lekten bervorgegangen war. so ist es kein Wtntder. wenn beute die Araber Palästinas, aber am meisten gerade die christlidi-arabisdie Ielladie n bevöl kern ng des .säeiligen z/andes, im (ijegensatze zu den Arabern der .'öalbinsel und erst redst Aegyptens, den reinste» jüdisdien Typus ausweisen. Aber nodi in den Tagen der ausgebenden byzantinisdien .säerrfdxist über Palästina war die Iudenbeit in Palästina so stark, das; sie.im Bunde mit den sassanidisdien Persern für säst andei-tbalb Jahrzehnte sich in Palästina von der oströmischen Ox'rrsclxist sreimachen konnte. Als »olitiidie . Perwicklnngen im Orient dann dein .staifer veraklius die Möglidikeit einer Wiedereroberung Palästinas gaben, besdiwor er vorber einen Bund mit den Juden, ivorin er ihnen Sicher . beit. Freiheit und Sdiutz geivährseistete. Aber nach errnnge nein Siege entbanden ihn die kirdilidien Autoritäten seines Eides nnd verlangten von ihm die blutige llnterdrücknng der ^nden. Dieser Eidbrnch wnrde die Beranlassung zu zwei Rasttagen, dein einen bei den Inden, die zur Erinnerung an' die tausendfadien Morde einen soldien einsetzten, und einem der östlichen .Siirche, die dnrdi die Iastenübnng den Eidesbruch des .Slaisers religiös aiisgleidien wollte, der bei ihr ohnehin entsdinldigt war. da er einem heiligen Zwecke gedient liatte. Aber nicht lange erfreuten sidi die „Sieger" dieses Erfolges. Bald daraus eroberten die arabisdieir -veere llmars öas Heilige Land, und die freilidi stark dezimierten Inden erfreuten fid) unter ö'e» stammnnd spradivenvandten Arabern ein paar Jahrhunderte islamisdier Dnldnnk,. Oient zahlten ’tc die ihnen anferlegte .siopfstener. Wenn and, das pcilästinische