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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-11-01 · 11 (11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
11 (11.1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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lifilunosDIoll in lilWA« WM» 8emeWelinl>Ms ^CTa^to^^S^nMdtnnfl^fiioMittfor&jgtoCTaaACT,DtKfon Brrlag:IsraelitisivrSRclioion<ocmein&t,DreSbrn Druck: KadenDEomt>-,Drcstca-A i ' November 1929 Simon Schocken ■U-r tii’tc id)imr,i der oiroolitijda'ii Mi-Mgio»*- gemeinde Zwickau mju den tragische» ix'inuiniui ihres 1. Porstehers, Herrn Limo» schock,!», fand in olle» sächsischen Gcnieinden und weit darüber hinaus in der ganzen deutschen /Zndenheit lebhaften ^Widerhall. Zeit ■t'iritii» dnng unsrer (R-ineintze i>teineiiideverordneter. war er in den letzten IN fahren ihr 1. Vorstand und leitete sie in aufrichtiger Hingabe! an sein Ehrenamt. Ain nahen 27»jährige„ ^nbilännü unsrer Gemeinde würde trendiger' Anlas; bestanden habest, seine Verdienste n»i sie z» feiern, beider hat dies ein hartes (beschick vereitelt, so das; mir jetzt nur noch dein T^ten danken könne», irr würde auch jede laute (rhnuifl hon sich ncmicK’ii hohen, den» der edelste seines ^ciene war seine Schlichtheit, die natürliche Einfachheit seines gütigen Herzens. Er wünschte kurze sachliche Nede sind entschlossenes klnaes ,H-andrln. Tarnni hielt es fein j beweglicher ('iein hei ansaedehnten Bcratnngen nicht lange<bns. Ter Weg vorn klar erkannten Ziel .;» dessen praktischer Penvirklichnng sollte möglichst kurz sein. Lo kam die Gemeinde Zwickau mit wenigen mündliche» Beratungen über die Anfagbc» der <Gemeinde ans. Sie ivnßte ihr (beschick in seine nväterlichen Händen gut ansgehoben. Man ordnete sich nicht nur darnin willig seiner einzigartigen, anregenden Persönlichkeit unter, weil er selbst die Mittel reichlich wendete, »m seine soziale» Porsclstäge ansznführen. Man beugte sich vielmehr seinem starken jüdischen Empfinden. seinem „jüdischen Herzen". Es war die immer wrndelnde Quelle seiner Arbeit für die (Gemeinde „in Treue und »in ihrer selbst willen". Treu gehütete Erinnernna an das jüdische ^'eben seiner Heiniatgenicinde. ein Ztück eigener >tindheit und Engend stieg vor ihm ans, ivenn er mit andern Lebensfragen der Gemeinde beriet. Er betrachtete die Religionsgenieinde als die geschichtlich allein mögliche ,Tori», in der jüd'isch-knltisches und geistiges Leben gepflegt und echte Wohlfahrtsfürsorgc geübt werden könne. Qbwohl er selbst eine freiere Stellung znm andentnm einnahni, betonte er innerhalb der (Gemeinde die beiriahrenden (träfte der Tradition. so wurde nnter seiner Leitung die koschere svleischversorgnng der (Gemeinde;nsriedenstellend gelöst. Trotzdem er der Leniorclx-f eines klug dnrchorganisierten kanfmännischen .Konzerns ivar. legte er innerhalb der Gemeinde ntetit den aleiche,, Aachdrnck ans Qrganisation. Er billigte die altjüdische Weise, möglichst viele Menschen an der Ansübiina der Mi;wot!> zu beteilige». Tarnni förderte er alle Pereine der (Gemeinde mit seinem bewährten Rat und durch die Gabe seiner gütig spendenden Hand. Er beurteilte alle jüdischen Einrichtungen nach ihm» Willen, (Rites zu stiften »nd nach dem Maf;e ihrer »rast, jüdische I'seaeiiivart »nd;>nfimtt zu geivährleisten. Was die Gemeinde Zwickau im Wohltnn einzelnen tat. fo das; sie sich ans eigener Ztrait weiterznhelfen vermochte»». bat dank der Güte simon Zchockens die Lcistnngeii mancherGroßgemeinde i» den Zchatten gestellt. Wenn ^unsre (Gemeinde im Lachstscheii israelitischen Gemeindeverband wichtigere Ltiniine besaß, als ihr ihrer Größe nach znkani. io war dies das Perdienst seiner wertvollen Persönlichkeit. Um den Frieden in der l>icinei»de zu wahren »nd deren (Gedeihen z» fördern. leitete er die Aiigliedernng unsrer ostjüdische» Prüder in eine verständige Palm des gerechten Ausgleichs ihrer Ansprüche mit dem Bestehenden. Innerhalb des Landesverbandes schätzte man seinen 'Kot auf allen ('iobiete». Besonders babeii die Geineindebeamten in ib:n einen warmherzige» Anwalt ihrer Interessen verloren/ Po» der letzten Tagung der Landesivohlfahrtssrelle in;{mirf»n iverden alle Teiliiehmev seine heiiristeude liebensivürdige Persönlichkeit, sein gewandtes, humorvolles Ein greife» in die Beratungen nnd-feine sachliche strenge in lieber Erinnernng bewahrt haben. Tie ivirtschaitliche Lage des deutschen /indentnins, der' harte Eristenzkampf des jüdischen Mittelstandes/beschäftigten ihn viel. Er hegte weittragende Pläne, »in jiv» Bestand des deutsche» /mdeutunis anf gesunder (Grundlage zn sicher». Ter erste schritt dazu bestand in der Tördernng der Absicht des Aeichsbnndes jüdischer Frontsoldaten. Hilden der (.'and Wirtschaft znznsühren. / Tie volle Tnrchfiihrnng seiner groszzügigen Projekte für den jüdischen Einzelmensche» und unsre ('ii'unittboit sei den Perbänden als vervflichtendes Pcrinächtnis des Heiinaegängenen anvertrant. Ans der Arbeit an ihrer Tiiirchführnng erblühe ihnen Legen. Tas sei der fortwirkende Impuls seines all;» früh abzeschloisclie» Lebens! , 0>, <Uirt„>-r. Recht und Gesetz der sächsischen Juden .Pcrglciclic hierzu Ar. t. «i. 7, Sv und!». 3. Jahrgang U!27/M de? Eeiueiiideblallco sowie die Auguii- und Noveiuver-Aum-uer . und die jrebruar-Auiniuer l!>2!> dieses M'iiieiluugc-t'lulieS.I Tir ^orrnsknstrurr Aach 8 0 des sächsischen Gesetzes, die israelitischen ReUgionsgeineinden betreffend, vom 10. 3»ni 1004, /int» 'lKil gliedcr der Religionsgenieindc auch diejenigen Israeliten, die innerhalb des Bezirks einer Religionsgemeinde ein Grnndstiuk besitzen oder ein selbständiges Gewerbe betreiben. Alle Mitglieder der Religionsgemeinde sind in der Religionsgenie'nde. in deren Bezirk das Grundstück liegt oder das (bewerbe betrieben wird, steuerpflichtig. —.8 A des (Oesedes vom 10. aimi 1004. — Aach de», sächjisclzen (besetz über das stenerrecht der öffentlich-rechtlichen ReligionSgefellschaften vom 1. Juli 11.-21 ist die (ssemeindestener in ^orin von prozentiwlen Znschläa'» zur Rcichseinkoininenstener, die für alle Ltcnerpflichtigen gleichinästig fein müssen — 8 0 — Z» erheben. Tie Zuschläge, das heißt die prozentualen Zuschläge^znr Reichseinkommenstencr, sind zn berechnen, wenii nur ein Teil der Einkoininenstener des'Mitglieds der Rclegionsgescllscliatt > örtliches Anskonimen in den inirerbalb des Bereichs der Rcli- > gionsgefellfchift liegenden bür^-rlichen <R-meinden »nd fz'lb- \ ständigen Gntsbezirken bildet, nach dein diesem örtliche» Anskoninien entspreäzenden Teilbetrag der vom Ltenerpflichkigen zu entrichtenden Einkoininenstener. Tic Ltener dieser Art. alsa die Abgabe die eine außerhalb des (P-nieindebezirks ivohnhaste Person auf Gr:uid ihres! (R-iverbebetriebcs oder (Grundbesitzes z» zahle» hat. nennen ivir Uorensenskeuer. die Ltenerpslichtigen selbst bezentu-en wir als ^orensen. Weil eine Zerlegung der Reichseinkomniensteiier vziv. des steuerpflichtigen Einkommens ans Wohnsitz- und Betrieosgemeinde durch die Beranlagungsbehördc» nicht statt'indet es also an zuverlässigen Unterlagen für die Peranlagnng mangelt, über die Rcchtinäßigkeit der ^oreiisenbesrenernng nnter der veränderten.(^esetzcslage auch Zweifel entstände», ist die Heranziehung der Forensen zur (ijeineindestener der

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