Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 11 (11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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I Seite 8 Geineindebla11 der Jsrae hefamen wir besondere Aiierkennungsichreil en, was »ns nntiirlid, fiel Eiende »nullte und uns ein neuer Ansporn Vir i'öeiterart’eit mar. 'Jim Sdjlnf» des zweiten ^ct) iljcibres U'iuPen;>s Sdliiler in die >tlafie mjO ,»<> tu die ne i zu erriditcnöe Miahe neriett. A'ad) den Serien tarn um die driue iimid'reiL'iuta. Sie Aeoölteruna ,a,;te Poet) etir is mehr oei trauen zu nn-:-. und wir tonnten »nt (neiiiigtuung e'iiidneibnngen madien. Sie Sdiule batte schon iioer 1:10 Schüler.., Hin einen immer engeren >tontafi zwischei Schule -und Haus bei zuiiellen. gelang es uns. durch die „Ja" eine Sar!nene-faiA' zu gründen. Vs wurden nur geg n eine öAanivulaiioiisgebübr von 0 Prozent Sa, leben in der volle oit I'> bis -i t'intden gegeben. Sieie wurde» in vödieiitneben.Paten zurüctgezablt und Italien den armen Iud'u wirliw riel gebol'eu, Sie konnten ..bandeln" und deckten damit tLiren 'SeNn-unterhait. Es bekamen nur diejeuiget Eltern etwas, deren ninder die Sckmle besuchten. Sas Perbältnis -wiieoen Schule und Haus wurde immer anneknibar'r. Hie und da kam es immer noch zu kleinen Zwischensällen Eines dages kam eine M'ukier in die Schule u'yd bat. nu n möge ihren , jährigen Mutigen beireieu. da sie ihn' „verloben Jiir mein ernanntes fragen antwortete iie mir: Sa ../»gib", Weiueikd Erzählte iie mir. sie hätte r> ider ge habr. die alle, als iie 1" Jahre alt wurden, narben. :>! nn babe iie eine i„rd'ibare Angn um ihr Iiiugnes. und hei rem iie ibr Eeid klagte, bat ihr geraten, iie fglle ibn i erloben. und damit würde iie beitimmt das Unheil von öeiji >tinde emmen. Es blieb uns nichts anderes übrig. Wir den teilten dir ein vaar Tage ireigeden,' und dann junge Bräuiigam wieder regelmäßig zur Schule. C1» mußte, in eine mußten kam der Unterricht konnten wir den vorgeschriebenen Eelnvlan genau ein .-alten. Reben Polniich und Rnkheiu'ch ipurde auch die deutsche Svre.che in den Eebrvlan ausgenommen.'. Sas dritt - Schnlr-l.r wurde oeendet und wir konnten das vierte, tal zur Eivichreibuug uhreiten. Sieie tiel ganz beiouders > ut ans. Sas gemietete Sdmlgebäude erwies 4jch als zu kl, in. und wir inußteii an den Pan eines eigenen hiebäudes denken, Im Iaore IH>0 wurde dieies iertiggenellt. itischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 11 >."> 'Acn- Es ivurde ein ’dmtnrfev eiunöckiges Haus, mit vi:r Lebrzniiinern. einem großen Arbeitsraum «Slöjdzimme^) Wohnung 'ür de'n Sdmlleiter und einer iolcken iür diener. Sas Haus war umgeben von einem groß garten und u>ei Morgen Iel.d. das gleichzeitig Heb 'ür uniere fugend war. Senn auch-Pernändnis zui tultur bei dieier zu wecken, war unire Ausgabe. Per Arten ^eniüie. Mortodelii und etwas (betreibe wurden Teilung eines Eebrörs. der eigens daiür ans Ablein wurde angev'Iauzt. Alle hierzu nötigen Arbeiten P'lege der ChOhiinme mußten die Schüler selbst An Ertrag 'iel der Auitaltsküche zu. Ich erwähnt« nmern großen Arbeitsraum. Hni're Ausgabe war wir üelieitig. So mußten wir die.(untrer mich in Hand einer i Schul* i n £bit* ingsseld Poden chieöene i unter hernren sinvie die qei'orgen. bereits lich sehr ' ertigkeit nnterriditen. Ich wurde eigeiis nach timen flefdjidt, um dort einen (lursus initzuuiadien, wo ick) Holzsckmitzerei und (tarto- Uagearbeit erlernte. Rach »löiner Rückkebr richteten wir eine regelred,te Werknatt usit drei Hobelbänken und de», nötigen Werkzeug ein. Tör Unterricht begann mit -0 Sdiiileru. Es wurden idiöiic itiißliche Tinge gearbeitet, wie Müder, Sdmlranzen Bilderrabmeu n. a. ui. Tie hiegenstäude wurden verkanst und der Erlös «ür Materialailsdmsnmg ver weirdet. Audi Irauen und Mädd,eu sollten ihre Beschästiguug siudeu. Eine zdandarbeitslel reriu aus Wien erteilte Unterricht in .nläppel-und Häkelarbeiten, und so konnte eine regelrechte .Hausindustrie iür Shifceit und ähnliche Arbeit eingeiübrt werden. Tie Sachen ivurden zu Haus gearbeitet und der Schule abgeliefert. . Tiese sandte die fertigen Arbeite» au -das-zeiitralspitzeuhaus nach Wien, wo sie gekauft wurden, der. Erlös kam wieder an die Schule. Monatlid) wurde er dann an die einzelnen Arbeiterinnen ansgeteilt, und manch eine bekam .">() (Yulden. -Tas war dir damalige Begrisse iebr viel. Im Eanse de.s 4. Schuljahres bekam unsre Anstalt das Ceffentlid)feite-redit. Unire Zeugnisse hatten dasselbe ■ Recht wie die der cktrinlidien Sdmten. Wir Imtten glich eine weit bessere Irequenz. und and) biele diriitlidie Sdiüler meldeten iidi bei uns, da der Eebrplay viel reidibaltiger war und vor allem -auch deutsckier Sprachiinterricht erteilt wurde. Selbst der Tirektor der christlichen Schule bat seinen Jungen zu uns gegeben. Eaut Statut muß len wir mindestens 10 Prozent Ebristen auf nehmen. Hnver neidlick, war es, daß iidi immer noch Elemente sanden. die iü der Schule den größten Ieind iahen. Als jedoch im Jahre 1>!»7 Paron Hirsch Narb, wurden die Wohltaten dieses Mauu.'s von einem großen Teil der '"evölkerung anerkannt. Rack, Beendigung der Schulzeit oblag es uns, and) für die /»filmt der Schüler zu sorgen. Piele wurden nach Wien geschickt und dann in eine Eelue gegeben. Tie Speien hierfür wurden immer noch von der Stiftung getragen. Wieder andre, deren Talent und Bbsäbigung es erkfuhten, wurden aufs iÄymnaiinin gescknckt und für das Studium vorbereitet. Einige wurden auch auf diq (iiärtnersdmle' nach Ablein geschickt. Piele tüchtige und bisave Menschen sind aus den ehemaligen Schülern geworden, i Noch heute kommt es vor. daß nrich ehemalige Schüler auf jder Turchreise besuchen. Meist sind es Rechtsanwälte oder angesehene (iausleute. Ich babe hier ein Bild aiisgerollt, bas zeigt, wieviel gute und edle (tnltnrarbeit and) ijn fernen Tuen geschussen wurde. Es in sehr bedauerlich, daß -er Weltkrieg all das wieder veruichtet bat und an den Stellen, wo die Sünden erbaut waren, heute tote Mau errette! liegen. Tie ganze schwere Ausbauarbeit muß wieder von geuem beginnen, aber die großen reichen Mittel sind auch hütr, wie überall, durch die große Inflation vernichtet.! W Camillo Enterlein Waisenhausstraße 23 " Das Fachgeschä ft für Koffer und feine Lederw, iren BUI STRAUSS & BUTTULA DRISDEN-A., CHRISTIAN-,ECKHAUS STRUVESTR.1 S JÜDISCHE LITERATUR MODERNES SORTIMENT TEL. 14535 Hule Möbel N. 1170 Spezialh in SttfiM: Keutzsch 4 Co. Dresöe« Hule Möbel iritplra 5691$ Otto föt Möbel «ttt6 Dekorationen Attnftr 79—$3 J« Stt|UM: Etniit Slrntz» 39—3$