Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 10 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 lemeindeblatt der Israelitischen Religi inSgsmeinde Dresden Seite 0 Der Weltfriedenskongreh Ter „Jüdische K r i r d e » » b u n d" iPcrltnI' versendet nachstehende» EommunlquS. belresfcnd die Bcrtrctuna der indischen Gemeinschaft in der Bortonferenz de» Wrl«srirdrn»konarcsse» der Rcltaioncn «Frank surt a. M.< I». bi» 2:1. Aiiansti. An der zweiten Borkonfcrenz des von der „Ehurch Pence Union" vorbereiteten Weltfriedenskongresses der Religionen waren die jüdischen Preise verschiedener Länder erheblich stärker beteiligt, als an*der vorangehenden ((Senf, September HÖH). Der inzwischen gegründete „Jüdische F r i c d c n s b u n d", a» denen Spitze C*tar Wasser in a n n, Direktor der Teulschen Bank, steht, hotte, der Einladung de» Erekutivkoinitees entsprechend, den Vorsitzenden seines Arbeitsausschusses, Dr. Alfred Nossig, z» der Tagung entsandt. Die Begrützungsansprache an die (lonserenz hielt im Namen des Jüdischen Fricdcnsbundes und der Frankfurter Gemeinde Rabbiner Tr. S e l i g in a n n. Tie Jüdische Gemeknschast — führte er auö — hat als erste die Friedcnsidee verkündet, jedoch erst als letzte eine Organisation für die Friedensarbeit geschossen. Ter Grund hierzu lag darin, das; für die Bekenner des indischen Glaubens die Friedensliebe etwas selbstverständliches n»u. T>e jüdische Auffassung der Friedensidce spiegelt sich an nachstehender Erzählung des Talmuds. Ein jüdischer Weiser wurde gefragt: „Wann wird der Messias kommen k"— „H cute" — antwortete der jllabbi— „wenn Ihr gute n Willens seid." Solxild jeder einzelne das Bewußtsein haben wird, das; er für »rieg und Frieden verantwortlich ist, dann wird der Friede verwirklicht werden. An der Weckung dieses Bewus;tscins milzuarbeiten, ist die Aufgal>e des Jüdischen Friedensbundes. Eine Schwesternvcrcinigung des „Jüdischen Friedensbundcs", die „I e w i s h Peace A s s o r i ä t i o n" ,Londons vertrat deren Präsident Tr. I. y». Her tz, Ehefrabbi des Englischen Eitlpires. Ter Leitung dieser Organisation gehören gegenwärtig auch Lionel de Rothschild, Tr. Elaude - M o n t e f i o r e, ,3ir Herbert Samuel, Sir Meyer S p i e 1 m a n an, Tic amerikanische Judenhcit war durch die Rabbiner Tr. T. de Sola Pool und Tr. Stephen W i s o repräsentiert, die' polnischee Judenheit durch Rabbi R u b i n st c i n aus Wilna, Mitglied des polnischen Senats. Aus Palästina waren Herr und Frau B e n s i o n sowie Herr A g r o n s k y eingelade». Mit stärkstem Beifall wurde die durch den Generalsekretär Rcv. A t k i n s o n verlesene Botschaft des großen Philantropen Rath a n len und das Judentum Straus iausgenhmmen. Hier die.Hauptstellen dieses umfassenden Üabelt legransins: i ' „Eine^ rfejigiose. Weltkonferenz für Internationalen Frieden ist »es Tages, an dem die Bölkcr ihr Schwert nicht :r erheben und nicht mehr, .iiricg führen lernen eine Borlä lferin mehr gegci eniand werden." „Jetzig um Abend meiner Tage, wird es mir klarer als je. das; sämtliche! Religionen ihre "Bekenneis ermahnen, im Namen der Vaterschaft Gotte., und der Brüdersckiafl aller Menschen nch zu vereinigen.' „Ter Iag, an dem üirckie, Snnagoge, Moschee und Tempel es gemeinsam ablchn.'n iverden, den »tricg für ihre Bekenner zu sanktionieren^ wird der glorreichste in der (beschichte der Menschheit sein." Einen tiefen tzindrnck machte auf die aus der ganzen Well zusamniengesoniinen.il Vertreter der elf größten.lebenden Religionen die Bcsichttgung d's »ocki aus^der Römer,zeit staminenden Jüdisckien Friedhofs init seinen sieben übereinander gelagerten Gräberreihhii. Insbesondere von den herrlichen Grabsteinen der berühmten Rabbiner früherer I ihrhnndcrte, ganz bedeckt von hebräischen Bittschriften der Fpoiimen um Perwendung bei Gott, konnten sich die slonfcreNzniitglieden kanin trennen/ Bon vcsondere: Bedeutung für die gesamte jüdisch.' G>eineinschaft >» der von der V »rkonfercnz »ach langen Tiskussionen gefaßte Beschluß, den religi isen Weltfriedenskongreß nach Jerusalem I cinzuber ifen. Wie Rev. Atiins o ii offiziell bekanntgab, soll der jlongrcs', im April,1!>!i2 stzitisiiiden., Angesichts des noch ziemlich enlfernlen Termins wird bic englische Mandatärverwaltniig wohl in der Lage sein, vollkommen gesicherte Pcrhällnisse in Palästina zu schaffen. Andersens h<il d e Jndenlyit die Möglichkeit, den „Borläufer des Tages", an dein alle Völker, den Weissagungen der Propheten entspreche nh, sich an dem Heilige» Berg versammeln werden, würdig vorzubevciten. / Tein, „Jüdischen Friedcnsbnnd" sind 'in dieser Angelegenheit bereits ans verschiedenen Ländern Anregungen zugegangen. Säintlickie ^uschrisltn iind an die Geschäftsstelle des Jüdischen Friedensbundes,! Berlin-L chönel>erg, Am Park 15, zu richten. In diesemjust nimenhange möchten wir noch darauf Hinweisen, das; die Arbeit des 4 erbandes! der jüdischen Jugendvcreine im Monat September ganz der Idee der Friedensbewegung gewidmet war. 10 DRESDNER SPORTVEREIN »BAR KOCHBA«, E.V. 1919*1929 Stiftungsfest Mittwoch, den 30. Ohtobehl 92Ö, abends 8 Uhr, in sämtlichen Räumen däis »Kunstlerhauses« Ehrenprotektorat: Rabbiner Dr, Albert Rec ltsanwall Paul Salinger, Kaufmann S.Weiger Ehrenausschuß: Zahnarzt Dr. Friedrich' berlowitr, Kaufmann Carl Feingold, Dr. med. Philipp Geliert, Dr. med. Willy Kalz, Fabrikbesitzer S, Krenter,. Kaufmann Max besser, Direktor Dr. John Levy, Kaufmann David Maerzon, Diroktor Walter Meyer, Kaufmann Lothar Nord- Direkt jr Erich , Schapira, Privatmann Hermann tz heimer, Direktor Herbert 0. Oliven, Schocken, Rechtsanwalt Dr. Wiensko^ Festball. „The Eden Syncopalors". Kalju ireti , 3 prominente Berliner'Slars". Vergnügungseck. Schrammelmusik. 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