Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 9 (9.1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 Gemeinöeblatt der I raelitischen ReligionSgemeindelDre»den Nr. 9 Die produktive Tätigkeit Von fieditsanroalt Tic Alle .mirtidiartlidicn Oiiiter haben yi versdiied neu Zeiten i-enduebenen i'A-rt. Sa* in einer der elementar ui Lehrsätze bet 'i'Olf5-ii’irttdiart. Sie Leistlingen de* Mendelsohnverein* können an* dem Grunde niemals hack genug eingeschätzt werden, weil er in dem entidieidenden, für die ga ize Zukunst .'ne* L'lenscben maßgebenden Lebensabschnitt, n dem die Borbildiing >mn Berns fällt, eingreist und, wo e* erforderlich in. 'eine v>ilh’ aiigedeilien läßt. Sie Tätigkeit gemeinnütziger Bereinigungen > ent etwa* Unbefriedigende*, weil.immer nur de» nüdmen Bedürininen gesteuert werde» kann, ,'?r im Sienft der Bereinigung arbeitet, immer ent. Waiier in ein Sieb;n schöpfen,, beim wenn oder, ein Iabr vorüber ist. treten wieder die glei »nie bervor. -',an; ander* der Mendel*sobnverei». Er ist hi der Lage, ji .it sonst gar fiiiinittelbar derjenige, da* Gefühl ein Monat chen Bedürfuii) B.rubard Beer, geboren am 29. Snli 1801,. mar der Sohn de* Bon'ieber* Hirsch Beer. Seil der Mitte der Zwailziger Iäbre de*,vorigen ^abrhhnbert* war Bernhard 'ieer der eif iigiie Förderer de* geistigen Streben* innerhaib der Ge meiilde. Er iauunelte vom . Jahre 1824 an (inen Kreis jüngerer Gemen.degen osjeliuliislch mit dem er in wissenschaftliche! Abendunterhaltungen ischen Schriftsätze dei südfranzösischen und die hebrä spanischen, litalienischen Glaubensgenossen in hegenseitiget des Mendelssohnvereins r n ti uni II i r s e h o y i eine im schönsteil Sinuc produktive Tätigkeit zu entfalten. Zahlreiche junge Menschen, die die Befähigung und Neigung zu einem Berufe Nachweisen! konnten, mag es nun ein Handwerk, ein akademischer Beruf oder eine sonstige Tätigkeit sein, sind vom Mendelsfohnvereijt in die Lage gesetzt worden, die materiellen Schwierigkeiten! die sich ihnen entgegenstellten, zn überwinden lind, so das Lebensziel zu erreichen, das ihren Fähigkeiten entsprach.! „Werde, der dn bist." Diese sittliche Forderung ist schnell anfgestellt. Sie zu verwirkliche», bleibt die große Lebensaufgabe jedes einzelne». Aber in hundert und aber hundert Höllen die materiellen Schwierigkeiten beseitigt zu haben, die sich der Erfüllung dieser Hohen Forderungen entgegenstellten, bleibt da* unvergängliche Bferdienst des Mendelssohnvereins, die ihm die unäiislöschliche Dankbarkeit so vieler Herzen sichert.! Dr. Bernhard Beer, der ti tkrästtge Förderer des Meadelssohnvereins Belehrung durchging. Er hielt sowohl in diesem Vereine als aucli — seit 1826 — in eim m der Bethäuier, und zwar alljährlich am Stiftungstage des Kt ankenunterstützungsinstituts (err chtet 1807), dessen Vorstand er wir, religiösmoralisdie Reden. E : war damii der erste, der in der hiesigen Gemeinde in deutscher Sprache Predigte. Mit der am 16 September 1829 zur Gedächtnisse er an Moses Mendel*Mn* hundertjährigem Geburtstag gehaltenen Smiagogenrede leitete Bernhard Beer die Gr indiing de* Meiidel*>obiwerein* ein. In dieier Rede hob er hervor, daß die iiraelitiidu’ - OJemeinbe zu Sresden d« r Fürsorge Meiidelsiobn* ihre Erbaltniig verdanke'. Bernhard Beer iseit 183 l Sr. phil.) war ein Autodidakl. Erbat keine kAIehrteniduile. keine Univenität besucht, sid> aber ein tiefe* tönten in jiibiidier (beschichte nio Literatur, wie in der Philosophie uberbaiipt. zu eigen gema<)t, ivas eine Anzahl trefflicher Sdiriften bekundet. Er bracht eine reiche und wertvolle Bibliothek, . insbeiondere der jü >iichen Literatur, zusammen. Seine philosophischen Studien brachten ihn in Berührung mit dem Leipziger Professor Krug, der auf Sr. Beer* Anregung in der Enten Sächsischen . tammer als BeNreter der Univenität die bürgerliche Gleict Stellung der Juden wann befürwortete.. Im Jahre 1833 beicflössen Erste und Zweite .(tammer. die Regierung um Revii on der bisherigen Gesetzgebung über die Juden und um e ne Gesetzes- Vorlage zur Verbesserung ihrer bürgerlichen Lage zu ersuchen. So trug Sr. Bernhard Beer durch seine Persönlich eit dazu bei. die Lage der Juden in Saditen zu verbessern. S ejeni großen Manne konnte die dankbare Gemeinde am Feste f iner Silberhochzeit darum mit Recht ein Album mit folgend» Widmung überreichen: .Dem ho cd verehrte» Herr» Sr. Beer. Porsreher der hiesige» israelitische» Religionsgemeinde, denen Leben ein le ichtendes Bild begeisterten Streben* für Glauben und Klaubens >enassen, ihm. dein geistvollen Pfleger und Förderer der Wissenschau des Iuden- ' Pgl. den Brief Mendelssohn* an andrer stelle »ieses Blattes. tum?, dem rastlos für da? iiitellektuclle, moralische und politische Wohl seiner Gemeinde Strebende», weihet heute am Tage der 25. Jahresfeier seines Ehebunpes, an > reiche in zugleich ein Vierieljahrhundert schließt seit seinem ersten schriftstellerischen und pr.iltischen Wirken für die Israelslen Sachsens,-ein schwaches Zeichen aufrichtiger Anerkennung und Verehrung in Dankbarkeit. Dresden den 13. Juli 1859. Die israelitische Gemeinde. Zwei Jahr danach, am lj Juli 1861, starb dieser verdienstvolle Mann. Es ist daher.eine Pflicht der Dankbarkeit, am Tage de* 190. Bestehens des von ihm gegründeten Mendeissohnvereins auch seiner zu gedenken. Denkmal Mosel Mendellsohnl in Dessau Talmud und Handwerk Zlisainmengestellk von Prof. Dr. Winter Der Mensch ist verpflichtlet. feinem Sohn ein Handwerk zu lehren. R. Jehuda sagt: Oer seinem Sohn nicht ein Handwerk lehrt, lehrt ihn gleichsam Räubertliin. (Kidduschin 29».)! * Es ist etwas Großes uns die Werkarbeit. Sie bringt den Mann z» Ehren. (Nedarimj49d.) 0 ♦ Sieben Jahre mag Hüngersnot fein, an die Tür de* .Handwerkers kommt sie nicht. (Sanhedrin 2«»-.,.) „ i\!c Reifen de* Taliiind, Tana > in imd Amoraim, haben alle durch etn Handwerk ihren Lebensunterhalt erworben vStllnf hiAi* atii -in » . .. „ Hillet ivar ein -Holzhauer wendete er für seine framil des Lehrhauses. (Soma 3kl,'.) Sie Hälfte seines Lohnes ve e. die andre -Hälfte für die Hiit