Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 8 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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f Seite IS Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes Nr. 8 ni se unter >en Einkönnen Rabbiner, fs> und 2. in einer Verbreitung der geivonnenen Erkennt den Juden, ganz besonders in den Kreisen, die ei fluß auf die Lebenshaltung der Juden gewinnet (Vertreter der Keuieindeköcperschafteu, Lehrer, Fürsorger, grauen- und Iugendverbände, Bert lßefellschaftsorganiwtionen); in der Aufzeignug der Wege, die zu einer Beki inpfung der drohenden Gefahren in, wirtschaftlicher, geumdheit licher und erzieherischerHinsicht fiihrcn können, und der Ermöglichung der Wege unter Beteiligung alle:, gleiche viel, unter welchen Gesichtspunkte» zusaininengeschloffenen jüdischen Gemeinschaften. Um das Interesse und die Erkenntnis für diese verant »'örtlichen Aufgaben zu gewinnen, soll das vorliegende Heft ein erster Schritt sein. Von seinen Auswirkungen > ürd das Schicksal der deutschen Hilden in der nächsten Zukunft mit bestimmt lverden. Hilfsverein der Deutschen gud^n äf :s ssühc.uustcr Porti nwcscnt: tzfamburz), ski, Lei» r. Bernifrat ProrPrickitsr.it -s. Ernji Bit s RI In den letzten Tagen fand eine Sitzung des gesche Sc» Ausschusses des Hllfsvereins der Deutschen Juden „tz von Herrn Tr. Haines Simon stall. Es waren «Aeneralkonsul Eugen Landau, Mar M. Marburg. Willy Tr^ysus, Rabbiner Tr. L. Bacck, Tr. Moritz mar ^>ehr, Berthold Israel. Tirekior M. Joachimssoh». bard Kahn, Professor Tr. Eugen Minwock, Lberstudie fesior Tr. M. Schnescr, Siegbcrt Seckclsohn, Kainme Tr. Jacques Stern, Alfred Leonhard Ticy iKöln a. Wallach, Rechtsanwalt Tr. Waller, Krau Alice Weil. Generalsekretär Tr. M. Wischuitzer berichtete über sammenarbeir mit den großen jüdischen L rganisationen landes: dem American Jewish Eommiltee, dem Americh Tijtribulion Eommiltee, der Alliance Jsraölite llnive Jewish EolonlzaiiMi Association 1JEA.1, dem Joint Forefg initlec und der Jsraelitiscben Allianz in Wien. Tie Herren Berthold Israel, Tr. Bernhard .»ahn und Warburg berichteten über ihre Eindrücke in Palästina; auf die Notwendigkeit der Betätigung des Hilfsvereins zelnen Spezialgebieten in Palästina hin. Besonderes Jnfe weckte die Anregung, das Teckinikum in Haifa, das noch Snmbol der Hilfsvercinsarbeit in Palästina gilt, aufs fordern. Tr. Wischuitzer referierte hierauf über feine Studien. Rumänien, wo er Gelegenheit Hane, die einschlägigen mit Bertretern von Regierungsbehörden sowie mit m jüdischen Politikern der verschiedensten Richturigen zu Er besichtigte jüdische Anstalten, vornehmlich Schulen, ren größeren Städten. Trotz der Besserung der politi stände ist die Wirtschaftslage der Juden außcrordcntli h Es herrschtvielfach große Rot, besonders in Begarab Hilfsverein hat bereits größere Beträge für das .Hil Benarabien abge,ührt'und setzt seine Sammlung hierfür gilt aber, den Juden Rumäniens auch konstruktive Hilfe sie bei dem notwendig gewordenen ökonomischen Um vrozeß zu beraten und zu unlcrilütze». Neben der gi Tätigkeit der JEA. auf dem Gebiete' der laudwir Kolonisation und der American Joint Reconstruction lion auf dem (Äcbietc der Krcdithilfe ist soziale und kult täliguiig des Hilfsvereiiis dringend notwendig. Ter ha^vor dem Kriege auf diesem Gebiete Hervorragend» Man erwartet von ihm, daß er wieder sein Interesse gewerbeschulen zuwendet durch materielle Beihilfen, stellung von Maschinen und Handwerkszeug und durch von qualifizierten Lehrkräften. Tr. Wischuitzer unterbr geschäftssührenden Ausschuß des Hilfsvereins ein, Programm, das sowohl einmalige als auch dauern >e stützungcn für allgemeine und fachgewerbliche Schulet An der Tiskussion über das Arbcilsssrogramm für Ruitzä teiligten , sich die Herreii Selmar Fehl, Direktor M. I Tr. Bernhard .»ahn und Generalkonsul Eugen Landau, sitzende, Herr Tr. James Limon, führte aus, daß man nien sehr erfreut sei, daß der .Hilfsverein dort eine "Arbeit dürchführen will. Tie Förderung des rumänischifn Werkes bedeute die Anknüpfung an unsere Arbeit vor die Zheute »och nachwirkl. Ter geschäftsführende Aufsi willigte zunächst 30 000 M. für die kulturelle Arbeit in die im Einvernehmen mit Herrn.Tr. Bernhard jsahr Leiter des Joint-Hilfswerkes durchgesührt werden soll, chei noch-, daß außerdem 28 000 M. für die einmalige aktion in Besiarabien aufgebracht wurden. ,Jn der Krim und in der Ukraine sind Ambulatorie: i im Bau für^ie der"HilfSvcrein die Mittel zur Verfügung stellt »fnd für die Joah sy >e i > die- Stiles Aus- » Joint rsclle, der » Eoin- Mar e wiesen auf, eil' > resse er - jeutc als neue z: eise nach Probleme a gebenden bespreche», inehrechen ^u. kritisch, eil. Ter swerk in ott. Es bringen fchichtungc- , oßzügig.ni tfchaftlichen Foundairclle Bc- .ifilfsverein geleistet, den Fach- Beil^ntsendung itete dem Arbeits- Unter-' vorsieht, nien beimssohn, Ter Vor- Rumäniatische Kultur- Kriege, chuß be- I tumänien, als den. Erwähnt Rettungscr auch die nötigen Instrumente und Medikamente beschafft. Diese beiden Anstalten werden einer Bevölkerung von über 10 000 Kolonisten dienen. Des weiteren übernimmt der Hilfsverein die Fürsorge für noch nicht schulpflichtige Kinder der Kolonisten, insbesondere für Säuglinge, durch ärztliche Beaufsichtigung usw. Für die kulturell-sanitäre Arbeit in den jüdischen Siedlungen sind zunächst 100 000 M. zur Verfügung gestellt. Tie Auswandererfürsorge erfordert dauernd größere Zuschüsse. Im letzten Jahre sind weit über 40 000 Aus- und Rückwanderer in den verschiedenen Büros und Fürsorgestellen des Hilfsvercins bctreut worden; 95 (XX) M. sind für diese Arbeit, die innerhalb der deutschen Grenzen durchgesührt wird, verausgabt worden, in de» ersten Monaten dieses Jahres bereits 47 000 M. Auch im laufenden Jahre erfordert die öAuswandercrfürforge erhöhte organi- . fatorische und finanzielle Leistungen des Hilfsvereiiis. Tie Organisation dos Hilfsvereiiis erfährt dauernde Verstärkung durch den Beitritt von Mitgliedern, durch Bildung neuer Mitgliedergruppen und durch Reorganisation der bestehenden Lokalkoniitees in Berlin und im gajizcn Reiche. In den letzten Monaten iin£>_m Berlin All Bezirkskomitees gebildet worden, im Reiche über 20 neue Lokalkomitees. Tie fetzte Jahrcsversaminlüng hat starkes Interesse, erweckt, die Berichte über diese Versammlung sind von sehr zahlreichen Presseorganen in- und außerhalb Deutschlands gebracht worden. Ae neueJWtfdirift für vleSeliMteverMev ii9ntfdilanD“ Durch das Wiederörscheinen der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland"' ist die Geschichtswissenschaft in bcmerkenswerter Weise bereichest worden. Die süddeutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden, der Prcußenverband sowie der Eentral-Percin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens haben lich zusammeugelan, um in großzügiger Gesinnung die Existenz der neuen Zeitschrift sicherzuftellen. Tenn seit dem Eingehen der von Ludwig Geiger herausgegebenen „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Braunschweig, 1886 bis 1891, 5 Bände) fehlte es an einem sichtbaren Mittelpunkt, um die Forschungsergebnisse aus jenem Gebiete zusammenzutragen. Nunmehr ist die schmerzlich empfundene Lücke wiederum ausgefüllt worden. Ter Philo-Vcrlag, Berlin, hat bereits im April d. I. das erste Heft der ncubegründeten Zeitschrift hSrausgegeben. Wie ihre Vorgängerin erscheint die neue Zeitschrift vierteljährlich. Drei hervorragende Gelehrte, Professor I. Elbogen. Berlin. Professor A. Freiman», Frankfurt a. M., und Rabbiner' Dr. Max Frcudenthal, Nürnberg, liehen an der Spitze des Unternehmens. lieber die Notwendigkeit der neuen Zeitschrift dürfte sich jedes Wort erübrige». Sie dient sowohl der Erforschung der allgemeinen jüdischen als auch der Erforschung der allgemeinen deutschen Geschichte. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Verhältnis des deutfchen Huden zur gesamtdeutschen Umwelt mit dem unparteiischen Werkzeug der Wissenschaft klarzustcllen. Ein weiter Aufgabenkrels harrt der Zeitschrift. Quellen^ iorschung und nochmals Quellenforschung wird ihr vornehmstes Ziel fei». Ihre Forschungsfäligkeit wird sich nicht nur auf die staatlich-politischen, sondern auch auf die kulturgeschichtlichen Zusammenhänge erstrecken. Nöben der landesgeschichtlichen Tpezialsorschung wird sie die Universalgeschichte zu Worte kommen^jchieii. Entsprechend der veränderte» Lage der yiodernen Geschichtswifscik?' schaft wird sie Soziologie, Wlirtschqfts- und Geistesgcfchichtc in ihr Ärbeitsprogramm aufnehmeii. Ungemein groß ist auch die praktische Gegenwartsbedeutung der Zeitschrift, über die einer ihrer Mitarbeiter, Moritz Stern, sich folgendermaßen geäußert hat: „Sei es. daß es sich um unsere rechtliche Stellung im Staat» handelt, um unser Heimatsrecht, um unsere Verwobenheit mit deütschem Volksleben in Sprache und Kultur, um unsere Mitwirfung am deutschen Staats-, Gefell- 'ichasts- und Wirtschaftslebcy. um unsere Anteilnahme am Handwerk und der Bodcnbcsiedliing, um interkonfessionelle Wohltätigleit. Vaterlandsliebe (Kriegch'tatistik!), oder sei es. daß Gemeindeverbände. Organisation derl einzelnen Gemeinden, Besteuerung ihrer Gcmcindcmitglieder, Stellung der Rabbiner und Lehrer, Statistik (berufliche Gliederung. Mischehe, Taufen). Synagogenoautcn. Armen, und Krankenpflege. Erzichungswesen oder sonstige Dinge des inneren jüdischen Lebens erörtert werden, täglich treten neue Fragen auf. deren geschichtliche Erfassung notwendig ist, um aus der Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen." Ungewöhnlich reich ist bereits der Ertrag des cn'ten Heftes Zwei Herausgeber der Zeitschrift. Professor Elbogen und Tr. M. Freudenthal, sind mit zwei großen Aufsätzen vertreten/ «kabbiner vom wissenschaftlichen Ansehen eines Dr. Kober. Köln, und Dr. Levi. Mainz, haben gleichfalls Beiträge beigesteuert. Einer der Redakteure der Zeitschrift, R. Strauß, hat ein großzügiges Forschungsprogramm entworfen. Ausführliche Bücherbesprechungen. Nachrichten sowie eine von- Professor Heinrich Loewe sorgfältig redigierte Bibliographie verhollständigen das Heft. I i