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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 iSemelinbeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde.Dresden Seite 7 geinacht, ist eine beliebte Vorspeise; alle, auch die Ui »der, bekommen ein Gläschen Schnaps. Sogar eine Mehlspeise. ,»ugel", gibt es. Während oer Mahlzeit, zwischen dein einen und andern' Gericht, singt der Pater „Zmiercs" (Gesänge) und Liedern» hebräischer Sprache zu Ehren des Sabbats, und iver von den jtindern schon so weit ist, assistiert mit Heller Stimme. Es gehört sich, das; alt und jung am Samstag nachmittag das „Pirke-Twes", die Spruche der Pätcr. studieren, zur Er bailnng und Belehrung, ui» daraus Sitte und Lebensart zu lernen, Fch denke, es wird besonders Nichtjuden interessieren, den. Charakter dieser Sprüche kennenzulernen, iveshalb ich etliche folgen lassen ivill: „Ter Weise spricht nicht! vor dein, der iln» überlegen i>t an Weisheit und an Fahrcjn; fällt keinem ins Wort: antwortet nicht voreilig: fragt, irias zur Sache gehörig spricht von dein, was das erste ist, zuerst, was das lebte ist. zuletzt: von dem, was er nicht weiß; sagt er, .ich iveis; es nicht', »nd ivas wahr ist, das gesteht er sund räumt es ein- Das Gegenteil von all dem tut der rohe und ungebildete Mensch." Ein Rabbi sprach: „Bier Charaktere gibk eS unter de» Jüngern, die da sitzen vor den Weisen: Schivamm. Trichter, Seihe und Schivinge. Ter- Schwamm, der saunt alles ein. Ter Trichter, bei dem geht, es da hinein und dort hinaus. Tie Seihe läßt den Wein!dnrch und behält sich die Hefen und die Trebern. Tie Schwinge' die ivirit die uleie hinaus und behält das Mehl." Rabbi den Soma sprach: „Wer ist weise? Wer von jedermann lernt." - „Wer ist geehrt? Wer andre ehret." Rabbi den Assai sprach:!„Ein gutes Werk zieht das andre herbei. Ter Lohn der Tugend ist die Tugend, der Lohn §es Lasters ist das Laster."! „Verachte keinen Menschen, betvundere aber auch nichts über die Gebiihr. denn es gibt gar keine» Menschen, der nicht einmal seine Stunde hätte, und kein Ting, das nicht irgendwo seinen Platz fände." „Pier Charaktere gibt es rücksichtlich der Mildtätigkeit: Wer selbst gerne gibt, aber nicht will, das; andre geben, der ist mißgünstig aüS Eifersucht gegen andre: wer ivill, das; andre geben und selbst nichis gibt, der ist mißgünstig wegen des Geldes. Wergibt und will, das; andre geben der ist der Fromme. Wer nichts gibt und auch nicht will, das; andre geben — der ist der Gottlüse." Rabbi Fochanan sagte oinst zu seinen Schülern: „Gehet hinaus und schauet, welches: Weg der beste ist. an den sich der Mensch zu halten Hades" — Rabbi Eleazar sagte: „Ein gutes Auge, ein freundlicher Blick." Rabbi Simon: „Wer das Entstehende in seinem ^Entstehen sieht und erkennt." --r Rabbi Josua: „Gute Gesellschaft." — Rabbi Csofe: „Ein gn;er Rachbar." — Rabbi Eleazar!: „Ein gutes Herz." Tarauf sprach der Meister: „Ich ziehe Rabbi EleazarS Worte all den euer» vor, denn in den seinen sind all die eliren enthalten und mit inbegriffen." Rabbi Eliasar sprach: c.Die Ehre deines Nächsten muß dir so wert und teuer sein ms die deine: las; dich nicht leicht in Zorn bringen. — Erwärme dich am Feuer der.Weisen, aber hüte dich vor ihrer Glut, daß du dich nicht brennest: ihre Worte sind >vie feurige Kohlen." Ein Rabbi sprach: „Waches ist der rechte Weg. den sich der Mensch wählen soll?" 4- „Ter, der ihm selber zur Ehre gereicht und ihm Ehre macht bei den Menschen." Rabbi Fsrael sprach: „Sprich iiid)t zu den andern: Tas ist meine Meinung und die nehmt an! Tarüber haben sie zu urteilen und nicht du." Rabbi Hillel sprach: „illicht iver die meiste Ware hat, ist darum der Klügere." Terselbc sprach: „Fe mehr Fleisch, je mehr Würmer: je mehr Güter, je mehr Sorgen: ze mehr Fronen, je mehr Spuk und Zauber: je mehr Mägde, je mehr Unzucht. Fe mehr»»echte, je mehr Raub und Tiebstabl. Fe mehr Gotteslehre aber und Erkenntnis, desto länger das Leben. Fe mehr Fleiß und Stetigkeit, desto mehr Verständ- »is. Fe mehr Wohltun, desto mehr Glück und Friede!" «SCHOKOLADE * PRALINEN - KAKAO Rabbi Fochanan bc» Sakkai sprach: „Hast du viel gelernt, so tue dir selber nicht viel darauf zugute, denn dazu bist du von Gott erschaffen!" Rabbi Fosua, Sohn de» Parachias, sprach: „Beurteile jeden Menschen nach der verdienstvollen Seite." Rabbi Ehanina ben Tossa sprach: „Wem die anten Werke mehr sind als die Weisheit, bei dem hat auch die Weisheit Bestand: wem, aber die Weisheit mehr gilt als die guten Werke, bei dem hat auch die Weisheit keinen Bestand." Rabbi Eleazar ben Moddai sprach: „Wer seinen Nächsten öffentlich beschämt, der ivird keinen Anteil a» der eivigen Seligkeit haben." Rabbi Akiba sprach: „Ein Zaun .um die Weisheit ist Schiveigen." Rabbi Hillel sprach: --„Wer die Lehre als ein Werkzeug braucht, gebt unter und zugrunde. Tarans kannst du lernen, daß, iver aus Gottes Wort und Lehre ein Geiverbe macht, davon er seinen Genus; und Nutzen hat, der nimmt seine» Teil am Leben schon in dieser Welt und ist der ewiaen Seligkeit verlustig." Terselbe sprach: „Tran und glaube dir selber nicht bis an deinen Sterbetag: richte deinen Nächsten nicht, solange du nicht in seiner Lage und Stellung ivarst. Sage nicht von einer Sache: das ist »»möglich, das liegt außer dem Bereiche jeder Erfahrung, denii am Ende trifft es doch ein »nd gehört der Erfahrung aii." Vielleicht ivird schon der Auszug dieser iveniaen Sprüche did nebst vielen andern jeder Fndenjunge in der Schule eingeprägt bekommt, die alle am Samstag auch von den Erwachsenen mit Andacht studiert und gedeutet werde», genügen, um manchen Nichtjuden darauf aufmerksgm zu machen, daß seine Vorstellung vom triste des Fndentnms und dem Wesen einer jüdischen Erziehung keine ganz richtige war. Tiejenigen Fnden aber, ivelche von vielem, uhi» ihre Almen Edles gewollt, getcw und geivirkt haben, nichts ivissen, mögen sich diese Sprüche auf die langen Nasen wickeln! — Am Nachmittage machten die Eltern ein Schläfchen. Wir Kinder gingen auf den Hof oder auf die Straße oder zn nnsern kleinen Freunden auf Besuch. Schluß folgt. an,/,/ AUTO-BCTMCBSGEHOSStHSQIAn Spez^JioehxeitsfaArten. DRESDEN EJjJLBJt AIMCCMTSTOASSE 9 f€ANSPtt£C«£B UD33-) vsthtassiges Waoenmafeeiat AalbOgeln Anzug 1.50Hose -.60 M Reparaturen Änderungen Kunststopfen Farben CftemJtebdgen ..Wie SS Dresden-JLl Szbrsibcrfesse n

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