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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemeiv-eölatt der MraelitisGen Religionsgemeinde Dresden <£miiiiiiiiiuiiiimmiiiimniiiflifiuMmiminiH)niii!if<s> Amtliches Organ des Gemeindevorftandes bb) Mitteilungsblatt des Säcksiilben israciltticken GemeindeverbandeS Verantwort!. Schr Alleinige Annahr Weitung: Bürodirettor L-Plormacher, DreSden-Brrlog: Israelitische Religionsgemcinde Dresden-Druck: KadenLEomp-, DreSben-A. erstelle für Inserate: Zar. Sternlicht. Zengbansstraße 3,1. Telephon 14051 Die 29-mm-Ronparcillejeile kostet 30 Pf., lausend Rabatt 5. Jahrgang MW Dresden, Juli 1929 gj ZW m Nummer 7 ifamilttultbm der spantschcn Juden vor ihre« Vertreibung 14-r Bo» Tr. M a r Tas Familienleben der fpanisch-portugiesifckzen Juden geht mohl auf die Lebensschicksale der (Gesamtheit ihrer (Gemeinden zurück mit ihre» gegenseitigen Hilfeleistungen und ihrer reichen Wohltätigkeit, auf die Verfolgungen der .Kirche im nördlichen und die Geldgier der arabischen Fürsten int südlichen Spanien. Sie wurden gespornt. Reichtüiner anzn-' sammeln, die ihnen das Leben-erleichterten, Ansehen gaben und selbst die Wahl chrer Rabbiner entschieden. All das beeinflußte das Leben der einzelnen, doch gewann dieses unabhängig davon seinen eigenen Inhalt. (5s hing auch von den Lebcnswerten ab. die sie erstrebten und besonders unter den Armen verbreiten trachteten, von talinudischen und profanen Forschungen, Tichtnng und Philosophie, die sie von Stumpfheit wie von Sclpvärmerci fernhielten. Tenn die Lehre Mofes war ihnen dem ganzen Weltgebände glcichgeachtet, und das Buch der Lehre kein literarisches Werk zum Studium, wie bei uns in .(tapitel und Verse, sondern ein liturgisches, in die ivöchcntlichen Perikopen der Sabbatvorlesungen und ihre Abschnitte cingcteilt, zum Gebrauch im Familien- und Gotteshaus. Auch die geistig-religiösen Werte beeinflußten ihre Lebensformen, doch waren diese nicht allein von der Tradition, sondern auch ihrer Umgebung abhängig. Tie Araber herrschten über 700 Jahre auf der iberischen Halbinsel. Sie erließen Streitschriften. Auseinandersetzungen, Abhandlungen und Amveisungcn, schritten aber auch zu Taten vor. So wurde am 1. Februar 1808 im Rcgierungsichlofse zu Tamaskus eine Verordnung des Stiltans an sämtliche Emire seines Reichs bekanntgegeben, ivonach kein Christ eine öffentliche Staatsstellc bekleiden dürfe, besonders nicht die des Schreibers, d. h. des Staats- oder Gerichtsschreibers. Natürlich erschienen auch Gegenschriften, eine größere Zahl von Christen, tvenige von Juden. Tie einzige von bleibendem Wert ist das Buch Knsari des Tichters Jehuda Halevi. In ihm wird wie in den arabischen Schriften der südische der ..gedrückte Glaube" genannt und wie in jenen vernunftgemäß envogen, welche die wahre und gottgefällige Religion sei. Verschärft wurden die scholastischen Glaubensstrcitigkciten noch durch die vielen, unter dem Truck der herrschenden Sitten von der muzarabischen, unter arabischer Oberhoheit stehenden Gold e, Berlin .stirrijc zum Islam Bekehrten. Tenn dieser entfaltete ein fanatisches Machtstreben so wie heute noch in Aegypten und Syrien. Ter einzelne Araber hatte auch Vorzüge von gewinnenden Formen, die als reine Menschlichkeit gewertet wurden, (tzastfreundsctzaft, Ritterlichkeit und Freiheitsliebe. Toch sind diese ursprünglich in natürlictien (Gegebenheiten begründet und durch alte Tradition gewahrt, von ästhetisck>er und keiner tiefexen realen Natur. Taher konnte ein Augenzeuge jener geistigen .Kämpfe, der gelehrte Uebcrsetzer und Erklärer des herrlichsten altspanisctten Bibeliverkes, R. Mose Arrägcl, von ihnen sagen: Sie siird eine niedere Sekte und nicht wert, daß der Messias in ihrer Mitte ersckieine. Ein vernichtendes Urteil über den Islam und seinen Begründer, das die Weltgeschichte nactzprüfen mag. Sie hatten auf der iberisckx'n -Halbinsel eine glänzende Kultur gesckiafsen, die. der griechisctt-römisckx'n anfgepfropst, ibre Spuren dem Lande nnauslöschbar eingeprägt bat. Aber als sie zertrümmert und die Araber kzusammen mit den Juden) nach dem Osten zurückgedrängt ivaren. wurden jene vom Haß gegen die Weltkultur. erfüllt, in dem fy'. bis auf diesen Tag verblieben. Tie ipanisctien Jitden dagegen waren knltnrfrendig, sogar knltnrbungrig, nnd baden, wie die Inden überhaupt, an den feinsten, erlesensten Blüten der Weltkultur mitgescltaffen. Tenn ihr bei aller Strenge doch der Welt tiud dem Leben zugewandter Glaube umspannte den ganzen Kosmos und dnrcitdrayg dabei auch die feinsten Fciiern ihrer Seele. Sie waren Vollmenschen mit ihren Gebrechen und Vorzügen. In ihrer judaria, der Jndenstadt, wie in einer belagerten Festung wohnend, lebten sie anfangs in ReichtniN und Ehren, Stolz und Trotz, dann in Not und Furcht, ängstlich Und von Mißtrauen gegen ihre Umgebung erfüllt, und doch auch von den Leidenschaften fortgeriisen, die um sie herum herrschten. Ter Geist des einzelnen und ihrer Familien ivar von dem Ausgleich zwisäzen den Ansprüchen ihrer religiösen Tradition, die für sie die Bedentunn einer Lebenswirklichkeit hatte, und denen der Umwelt abhängig. Tie damit gegebenen Widersprüche in ihrer Uebersteigerung drängten sie mit ihrem reich entwickelten, abxr in seiner natürlichen Entfaltung gehemmten Gefühlsleben zur Selbstdarstellung. Ta die gestaltende Kunst Automobil - Reparaturwerkstatt und -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden* A., Wiener Platz 3 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen an Wagen aller Systeme SpezialnerKstatt für Chevrolet« und Citroen*Wagen

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