Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 6 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes Verantworll. Scbriftleilung: Büroüircktor L- Vlocmacher, Dresden » Verlag: Israelilisch« Retigionsgemcinbe, Dresden Druck: Kaden ® Comp , Dresben-A Juni 1929 *. Das goldene Jubiläum des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands i Einen wahrhaft erhebenden Verlauf nahm die Jubelfeier, zu der der Vorstand des Vereins und ein zu diesem Zweck hier gebildeter Ortsausschuß für dcu 21. und 22. Mai geladen hatte. Besonders gehoben durch die Amvesenheit der führenden Lehrer Deutschlands: die Ausschüsse des Reichsverbandes jüdischer Lehrervcreine Deutschlands und des Verbandes jiidischer Lehrervereine Preußens hatten ihre Sitzungen gleich, zeitig nach Leipzig einberufen. Tie Jubeltagung wurde durch einen Begrüßungsabeud eingeleitct, der in seiner äußeren (Gestaltung und an innerem Werte das iiblid>e Maß solcher Abende wert überragte. Tie stattliche Zahl von Mitgliedern, die erschienen waren, lonnlc mit aufrichtiger Genugtuung die Hobe Schätzung erkennen, die der mitteldeutsch!! Lehrerschft von allen seiten eutgegengebracht wird. In seiner Begrüßungsansprache konnte der 2. Vorsitzende dcS Vereins, -Herr Lehrer Jasfö, Leipzig, einen Vertreter des RateS, der Leipziger Lehrerschft, Abordnungen des Ge-! incindevorstandeS, des RabbinateS und einer großen Anzahl von Leipziger jlldischn Organisationen willkommen heißen. Tie Reihe der Ansprachen eröfsncte Herr Gemeindevorsteher Goldschmidt, der die Wünsche unsrer Gemeinde wie auch des sächsischen israelitischen Gcmcindeverbandcs für den Verein überbrachte: er wies auf die Bedeutung der Vereinigung für die jüdische Erziehung hin. Namens des RabbinateS sprach -Herr Gemeinderabbincr Eohn. der die Genteinsamkciten im Wirken der Rabbiner und Lehrer hervorhob und den Wert des Zusammenschlusses der Bernfsgenossen skizzierte: nebcir der Förderung, die durch einen solchen das Ansehen der Stellung erfahre, werde im geistigen Gedankenaustausch dein Glauben an den Beruf und dem Vertrauen in die Zukunst des Judentums stete Erneuerung bereitet. Auch namens der Leipzig-Loge übermittelte ■ Rabbiner Cohn aufrichtige Wünsche. Frau Bettina Brenner führte aus/ wie der jüdische Frauenbund durch künftige engere Zusammenarbeit, die gerade eben angestrebt wird. Zeugnis für das Verständnis ablegt, das die jüdische Frau dem jüdischen Lehrer entgegen» bringt. Für die Ortsgruppe des HilfsvercinS der deutsch» Juden sprach Herr Bankier schieß: er drückte die warmen Sympathien des Hilfsvereins für die Lehrerschft aus, ohne die ein gut stück seiner Hilfstätigkcit nicht hätte zustandekommen können. daS schulwerk im Orient. -Herr Louis T u m p o w i k i. der die Ziotnstifche Vereinigung Leipzig vertrat, erblickt in der jüdischen Lehrerschaft die gegebenen Förderer der auf den Palästina-Aufbau gerichteten Bestrebungen. NamcnS der Ortsgruppe des C.-V. versicherte Herr scemann die Lehrerschft der steten Bereitschaft, sic in ihrem Wirken in jeder Hinsicht zu unterstützen, sehr eindrucksvoll waren die schlichten aber-tief empfundenen Worte des Herrn M e y r o w i tz, mit denen: er sich vom Standpunkt der Jugend aus dankend au die Lehrer wandte. Im Mittelpunkt der Fesweranstaltung stand eine Kundgebung zur Hebung des Interesses für die religiöse Erziehung der Jugend. Die Kundgebung behandelte in drei Referaten das Thema „Der jüdische Lehrer, die jüdisch schule, das iubiirfK .Kind". Es sprachen Mittelschullehrer Tr. H. s t e r n, Berlin, Lehrer M. Steinhardt, Magdeburg, und Oberlehrer Th. Rothschild Eßlin,reu. Tie drei Redner setzten sich mit dem Verhältnis der jüdisazen Erziehuugsprobleme und Ejrziehungsfaktoreu zur hiodcrncu Pädagogik in tiefschürsendtr Weise' auseinander. ' Die Forderung nach der modernen jüdischn Lehrerpersönlichkeit ivurde erhoben, die die Seele des neuzeitlichn Kindes zu gewinnen'weiß, um cs nicht bloß mit Wissen zu erfüllen, sondern in ihm die jüdisch Persönlichkeit zu entwickeln. Die weitere Forderung nach der jüdischen Volksschule ist die logische Konsequenz der vorhergehenden Forderung, znmal wir hach wie. vor keine echten Simultanschulen, sondern nur verkappte Konfessionsschule!! besitzen,. Tie Eigenart des jüdischen Kindes, erklärbar aus der Besonderheit jüdischer Veranlagung, jüdischr Umgebung, jüdischr Erziehung, fordert eine besondere jüdische Erziehung, die nur dtr unabhängige jüdisch Lehrer in unabhängigen jüdisckien Schulen mit Erfolg zu erzielen vermag. l ° i I Die Kundgebung mqchte bei der Bedeutung der Redner tibsstcn Eindruck. Umrahmt ivar der redncrisckic Teil von künstlerischen musikalisch!! Darbietungen, um die sich Ober kantor Lampel, Leipzig, sowie die Konzertsänger Sonnini und stern mit bestem Erfolgsbemüht hatten. In der Jubiläumstcsgung am folgenden Tage legte der langjährige verdiente Vorsitzende des Vereins, Lehrer Steinhardt, Magdeburg, nach AI jährigem treuesten Walten lein Amt nieder. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, eine Dankadresse wurde ihm -feierlich überreicht. Au seine stelle trat nach einstimmiger Wahl der bisherige 2. Vorsitzende des Vereins. Kantor Jasfd. Leipzig. Das HaupMema der Jahresversammlung: „Apologetik im jüdisckien Religionsunterricht" wurde von dem Junglehrer Roseuberg. Magdenirg, behandelt. Ter ll edncr wies die Notwendigkeit apololetiicfier Unterweisung ssberzeugcnd nach, riet jedoch von einer systematischen Apologet k als Unterrichtsfach ab. Erwlgeichcre Wege apologetischer Erziehung'wies er an zahlreicheir Beispielen ckus dem Leben nach.. Die folgende ausgedehnte Diskussion stand aus Hoher Warte. Ein festlickics Mahl, durch stiele launige Ansprach! gewürzt, beschloß am späten Nachmittag die denkwürdige Tagung. Sächsische israelitische Lehrervereinigung Tie in Leipzig am Ticnstag, dem 21. Mai 1929, stattgefundene Jahresversammlung war von 29 Mitgliedern und 5 Gästen besucht. Herr Vorsteher -Karl Goldschmidt begrüßte sie namens der Israelitischen Religionsgcmeinde Leipzig und des sächsischen israelitischen Gemeindcvcrbandcs. Aus dem Jahresbericht des 'Vorsitzenden Herrn Prediger Hcimann, Plauen, sei hcrvorgehoben: Aus Vorschlag des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann. Leipig. Mitglied der Pensionskoinmission des sächsischen israeitischen Gemeindeverb indes, beschloß dieser einmütig in einer Sitzung vom 17t März 1929, unter Gewährung ^ines ^abreSzuschusses bis!sti99 Mark, Herrn Bcllack. Zittau, ab . Juli 1929 eine Peiisio» zu gewähren, dieungefähr der Gruppe N,!<• lFortbi duugsschullehrer mit Gewerbelehrer-