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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-06-01 · 6 (6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
6 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemein-eblatt der MraelttisGen Religionsgemeinde Dresden <$xiiiiiMmKmmiiiimimiiiifiimniiiiiminiiuiitiimK$> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes und . Mitteilungsblatt des SächftMn tlraeltttichen Gemeinbeverbanbes Beranttoortl. Echnstleituag: Bürodirektor L- Plormacher, Dresden-Verlag: Israelitische Neligionsgcmcinde Dresden-Druck: Kaden L Eomh. Dresdcn-A, Alleinige Annahmestelle für Inserate: Iac. Etrrnlicht, Ieughausstrabc 3,1. Telchhon 14051 - Die 29-mm-Nonparcillejeile kostet 30 Ps.. laufend Rabatt 5. Jahrgang Dresden, Juni 1929 Nummer 6 Num Wochenfest Von Rabbiner Tr. Dien e m ann, Offenbach a. M. Wenn ivir ani Wöchnseste in Tankbarkeit die Sendung aufs neue annehinen. mit der Gott uns begnadet hat, tvenn wir uns aufs neue die , Envählnng Israels ins Bewutztsein heben und unfern Anteil an ihr — bürde er uns auch schlverste Pflicht auf — feierlich und mit Rackzdruck bejahen, dann find es nicht bloß die einzelnen Gebote und Verbote, die in ihreni Umfang und in ihrer Tiefe vor uns stehen. Mehr noch als das Eindringen in die einzelnen (Gebote und Verbote, so wichtig sie in jedem Satze sein mögen, bedeutet an hiesein Feste die Erkenntnis von der Eigenart und der Forin jüdisckier Religiosität, die Erkenntnis dessen, ivorin das Besondere mtd Einzigartige jiibifdjer Frömmigkeit ruht. Tas koiitint deutlich in dem Höhepunkt der Schriftvorlesung des festes, den zehn Bundesworten, zum Ausdruck. So machtvoll lie sind, so stark und tief jedes einzelne Wort ist, ihres Wertes Vollendung liegt in der Form der Frömmigkeit, die' sie in ihrer Gesamtheit und ihrem ganzen Gefüge begründen und darstellen. Zweisack) tut sich das kund. Tas erste, zugleich das Grundlegende und Stärkste ist, datz jüdische Frömmigkeit mit dem (gehorsam gegen das Gesetz beginnt und in ihm sich auswirkl. Von dem ersten Satze abgesehen, der die Voraussetzung und Grundlegung des Ganzen nennt, treten die Bundesworte als Befehl und Forderung hin, gebieterisch ertönt das „du sollst" und „du sollst nicht", und damit ist das Gesetz als Richtung, der Frömmigkeit aufgestellt. Hier aber fetzt der Widerspruch der llmwelt ein. gerade aus dem gesetzlichen Ebarakter des Judentums wird das ab lehnende Urteil begründet, datz es eine überwundene Stufe der Frömmigkeit verkörpere und durch ein Höheres abgelöit sei. Wie wird das begründet, ivas liegt dem Urteil hübe» und drüben zugrunde? Zweierlei Formen der Religiosität scheiden sich hier. Tie eine, es ist nicht die jüdische, geht von der Ueberzeugnng aus. das; das Wesen des Menschen Schwäckze ist, und das; er der sittlich« Eigenkraft ermangelt: datz die Sünde eine gleichsam in Selbständigkeit wirkende Macht in der. Welt ist, der der Mensch, wenn er nur auf seine eigene Kraft und seine Ent-> scheidnng angewiesen ist. rettungslos verfallen und ausge-1 liefert ist. Tann hätte es auch keine» Zweck, an ihn eine Forderung zu stellen, ihm ein Gebot zu geben, ihm Verbot zu sehen, er ist ja doch unfähig und ohne .straft, aus sich die Widerstände zu überwinden, die der Erfüllung des Gebots. fick eiltgegenstemmen, er ist ja doch unfähig, sich zu entscheiden und der Entsckieidung Wirksamkeit zu gebe». Es gibt daun nur ein Heil für den Menschen, die Erlösung von der Macht und der Schickjalsgewalt der Sünde. Ihn von ihr zu lösen. Nahe Gott sich als Opfer den Menfckien geschenkt, und des Mbnsch» Frömmigkeit dürfe und könne einzig und allein dann bestehen, sich nach der Erlösung zu sehnen, sich auf sie zu verlassen und sich ihr anheimzugeben. Tas Gesetz, jo hcitzt es dann in dieser.Gedankenrichtung, »st nicht imstande, den M mschen aus der Klaminer der Sünde, aus der Haft seiner selbst zu lösen: wähne der Mensch, sich mit des Gesetzes Hilfe zri Gott zu erheben, dann fei es ei» ohnmächtiges Rütteln an de i Fesseln, mit jedem Versuch, zu Gott auf diesem Wege zu ge angen, schneidi^die Fessel nur riefet und schinerzbringender ei», komme ihm nur die Unmöglichkeit, sich aus der Hast seimer Leidenschift und Triebe zu lösen, deutliche zum Bewutztsein. nvrde ihm das Bewutztsein seiner Sündhaftigkeit^ deitlickier nnd drückender, werde die Erkenntnis wahrer, datz er der Forderung Gottes doch nie genügen könne. So sieht er sich denn rettungslos der Welt preisgeneben, nnd er iväre verlo eil, käme ihm nicht Erlösung zu Hilfe. Und das ist nun in diesem Gedankenkreise die Frömmigkeit, sich gar nicht mühe», durch (gehorsam gegen das (gebot Gottes Wille» erfüllen zu wollen, sich nur auf die Erlösung zu stützen nnd auf sie;» bauen: iver auf.sie sich verlätzt. der habe die höchste Stute der Frömmigkeit erklommen. lind es gibt die andre Fon» der Religiosität, die jüdisch : ne gebt von der Ueberzeugnng aus. datz Gott in den Mensch» dtt Krast bineingelegt hat, ans sich zn. entschiden nnd das Gute zu tun. Sie betont die .Kraft des Mensch'» stärker als seine Schtväche, seine Pflicht der Lebensgestaltnng stärker ul-:- das Schicksalhafte des Triebes nnd der Sünde, sie erkennt ihm die Möglichkeit zu, sich aus der Haft seiner Triebe zn lösen, und sie erkennt keine, selbständige Macht der Sünde an. Tarum. nnd das kommt am Wochniest so stark zum I'lns- Automobil - Reparaturwerkstatt and -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden*A., Wiener Platz 5 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen an Wagen aller Systeme SpezialrarerKslatt für Ctieirrolet» und Citroen«Wagen

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