Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 5 emeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Äene i Reisebericht eines Dresdners aus Amerika Po» .'öd iimuii; 2 c(i o cf c n linier («leineind» niiiglied öcrmoim 2rfio(fen ift feit einige» '.'Jimicm-ii in elnierikn. Er lebte zirka ll> Satire dort und lial die groj;e ivirlsclmslliche Enin'ilklnng Weslameri a» initgeinacht. Er sendet «ns den nnctn'ielienden llriikel für unser Eienieindeblan, der sicherlich viele ii teresiieren wird. T. :>!ed. Entwicklung des ainc ikanischc» Indriitiims Wir sind jetzt fast fünf Mo inte in Amerika, »nd da ich als Ehrenmitglied der Bne-Brit »-Loge und als aktiver Zionist freien Zugang znin inneren ji dischen Leben des Landes habe, und da ich dieien Einblick such', nnö da inan iin Leben iniin.r findet was inan flicht, so l>a >e ich in diesen siiiif Monaten ganz wnndervolle jüdische Erfahrungen gemacht, Ich babe Ditznngen aller Art in vielen Erte» beigelvobnt und babe aktiv niitgearbeitet sind babe die niei ten Ilibrer des jüdischen Lebens iin C'ftci* und im Westen kenm »gelernt »nd babe dadurch meist Volk inebr zu schätzen und nnbr zu lieben gelernt. Heute möchte ich meinen lieben. Dresdner Oleineindeinitgliedern »nr einen ganz leine» Bericht geben. Es leben in den Vereinst ten Dtaaten etwa l Millionen Hilden. Bei meiner ersten Ai kniift bier vor K7> .Iabren waren knapp NM) OOO im Lande und )a diese damals bier wobnenden sich eber an ,'jabl verringe t als verniebrt babe», lind die ganze Eiinvandernng von den lals mit ivenig Ausnahmen aus dein' Esten Europas war. kaiin inan leicht feststellen, das; die große Majorität der jebt hi!er tvobnenden Inden Misraw- Inden sind. j ' Drüber waten der Broad>s>ay in Renyork und die Market« street in Dan Iranzisko ganz in den Händen dentickler Inden. Bayern und Herzogtümer' nnrden sie genannt.« Jetzt findet man ganz wenige der oifenei («iesclzäfte in ihren Händen. Diel Nachkommen dieser dentsckzci Inden sind znni großen Teil; .'lientiere, die vom bartenvoisbcnen »nd in (tzrnndstücken investierken Kapital ibrer Elte n leben: oder sie'sind Aktionäre der Bankett oder («lroßiinteriiebninngen. Das aktive Oleichäil! leben ist fast ganz in -Händen! der Estjnde». > Auch in anderer Hinsicht Ibat sich das jiidisckie Leben starb geändert. Bor lä Jahren lvaren Inden fass ausschließlich int («lroßhandel, Kleinhandel oder Hausierer. Jetzt sind Indeis Aerzte, Rechtsanwälte, Kühstler. Dchanspieler, ja in alle» freien Bernsen sind viele lTausende. ,'jebntaiisende sind er» folgreichc Bauern und viele »Hiinderttansende — Männer und Irane» — sind Arbeiter. |; (ljanze Wirtschaftsgebiete liegen bente bier in jüdiichei .Händen. Ein großer Teil der fast 2 Millionen Inden Rens Yorks sind in der Konfektion und in der P.'lzbrancbe tiitinf Fabrikanten, Wroffiften, Hähdler, Berkänter Arbeiter. Lanis * ^nden nns der Provinz Posen. - burschen. Aehnlich ist es in der (yold- und Iuiveleiibranche lind auch in der Tabakbranche. Man kann wobl jagen, daß die. jetzigen Verhältnisse der Inden Amerikas viel gesünder sind. Vielleicht »«erden sie im allgemeinen pekuniär viel langsamer vorwärtskoininen, aber für die Dauer ist gerade das viel besser für die koinnienden (Generationen. Wieviel der jüdiickze -Händler — und fast jeder Jude b>er Jn»iir Händler irgendeiner Art vor lä Iabren zur Ent.vick lnug dieses Landes beigetragen bat, das wissen« gar wenige jjinth. sogar die Inden Hierselbst wissen es kaum. Auch wissen ' sie kaum, welch hohe» Preis sie bezahlt baden. Juden, neneingeivanderte! Inden kamen ickwn im Jahre lsIN als Marketender Hausierer mit den ersten aben tenerlichen («loldsnckx'rn »nd »(Goldgräbern nach Kalifornien, und sie haben dafür gesorgt,! daß diese ersten Pioniere leben und bestehen konnten. ' ~ . Als ich vor l.~> Iabren in Kalifornien ankam, »var Dan Iranzisko schon eine reiche Dtadt, die etiva 27>0 000 Einwohner batte, darunter allerdings fast 100 000 Chinesen, lieber 20JMIO Juden wohnte» damals schon in dieser von jungem, abentenerlichem Leben sprühenden Dtadt, Das waren last alles Inden, die ans Zentral, und Westeuropa, ans Deutschland, Lesterreich und England, eingewandert waren. Viele UHiren ans Elsaß hefiibergekonimeg, als dieses Land l»> Jahre 1N71 deutsch >vurd«f. fziattaille batten entweder bier oder im Esten Amerikas als arme Hausierer angefangen: aber viele batte», besonders iväbrend der .Kriegsjahre IN;;! bis IN»), viel verdient. Die batten fast das ganze Engros geschtift jeder Art in Händech Einige der reichsten indischen I-aniilien battenihren grossen Reichtum dadurch envorbe»' daß ein Teil ibrer Iamilie'ini Esten blieb und der andere Teil nach dem Renlande Kalifornien kam. In Kalifornien ind im nahen Rachbarstaate! Nevada wurde («told und Dilber in Werte von vielen bnstdert Millionen Dollar ans den «trüben und ans den Flnszuiern geholt und es wnrde.in Dan Iranzisko gemünzt, und mir für Metallgeld oder Oiold kaub oder Ctoldkörner.(Nuggets) ivnrde Ware verkauft. Im l Esten konnte man mit Papiergeld einkaufen und der' Elolddollar batte den fünf- bis zelinfaclx'ii Kannvert der nördlichen, Papierdollars und den zebn- bis »lillionenfgchen Wert des siidliäw» Papiergeldes. Da nxrr es leicht, schnell reich tver-d»'», und einige Familie» hatte'» großen Reschtui» envorbe» und batten große Bankhäuser gegründet.; Der Dtaat Kalifornien, der etwas größer als das heutige Deutschland ist, hatte damals eine schippe Million Einwohner. Das Land lvar ganz spärlich bewohnt und bebaut. Viehzucht war der Hanpterwerb der Lgndbevölker»»< und mrr zehn bis I stinfzehn Jahre vor meiner Ankunft ivnrden große ftliiclxm in äOtetreide — meistens Weizen gepflanzt. Land war ganz Tragen Sie , tüe gute ECER-Kleidung Sie hält, was sijs verspricht