Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
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- Language
- German
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Gemem-eblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden «lNWMiniiMiiWiimiiimWiniM!«» AmtliLheO Organ des Gemeindevorftandes <N>W»llll»»l>l>ll»l»il>llliiililli»illlllWll>ll»»ll<r> 9 ttttl i Mitteilungsblatt des Säcksiilben israelittilben Gemeinbeverbanbes Verantwort!. Schi Alleinige Anaahi liftleitoog: Bürodirektor L-Ploemacher, Dresden-Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresden - Druck: Kaden DEomp^, DreSden-A. orstrlle für Inserate: Iae. Sternlicht. ZenghauSstraße 3,1. Telephon 14051 - Die 29-mm.Nonparcillczeile kostet 30 Pf., lausend Rabatt 5. Jahrgang mm mm Dresden, Mai 1929 Nummer 5 Lwei groß« ktin-gebungen in Dresden I. In der Woche vor dem Pessachfcstc fanden zivei bedeutsame Kundgebungen in Dresden statt, die mit der wirtschaftlichen Lage der Juden aufs engste verknüpft sind. An» 18. April die Kundgebung des „Ort", d. i. der Jüdische Wiederaufbau-Fonds, gegründet vom Verbände der Gesellschaft zur Förderung des Handtverks und der Landwirtfäsaft unter den Juden. Ter Vorsitzende des vorbereitenden Dresdner Komitees,. Herr Erich Schapira, begrüßte die Erschienenen und legte in eindringlicher Weise dar, wie notwendig auch für deutsche Juden die Frage der Förderung von Handwerk und Gewerbe sei. Alsdann legte der Generalsekretär der Gesellschaft „Ort", Herr Dr. Michael Traub, Berlin, die Ziele und Bestrebungen seiner Organisation dar. Die Aufgabe des „Ort" ist nicht. Almosen zu verteilen, sondern die Luftexistenzen im Osten zu produktivieren. Wenn man bedenkt, daß im östlichen Europa auf etwa sechs Staaten acht Millionen Juden kommen, die in Ländern leben, deren Wirtschaft selbst sehr bedrängt ist, und der größte Teil der Juden von kleinen Vermittlergeschäften lebe, so kann man die Arbeit des „Ort", die auf eine Umschichtung jener Elemente zielt, nicht hoch genllg einschätzen. Der „Ort" hat es unternommen, in den östlichen Ländern Schulbelriobe einzurichten, um die jungen und auch die älteren Leute, deren wirtschaftliche Basis ilt der Luft hängt, anzulernen. getverbliche Arbeit zu verrichten. So sind in Lodz Schulfabriken eingerichtet, in denen Arbeiter und Arbeiterinnen in der mechanischen Weberei angelernt iverden. Auf diese Weise gelingt es Hunderten, sich eine gesicherte Existenz zu schaffen. Außerdem sind in versctpodenen Städten Polens/ Litauens, Rußlands, Rumäniens Lehrwerkstätten der ver^ schiedensten Handwerke eingerichtet worden. Neben dieser Ausbildungsarbeit »vird ferner dafür ge-, sorgt, die angelernten Juden mit modernen Werkzeugen und Maschinen zu versehen, die nur auf Grund eines Darlehensvertxages ausgeliefert und ratenweise abbezahlt werden müssen/' Im vergangenen Geschäftsjahr find 90 Prozent der Raten pünktlich zurückgezahlt worden. Die dritte Aufgabe des „Ort" sei die Ansiodlung auf dem Lande und die Ueberfiihrung von Juden in landwirtschaftliche Berufe. Auch diese Tätigkeit hat sich außerordentlich bewährt. Der Beineis sei auch hier erbrricht, daß der Jude sich wohl zur Lairdlvirtschaft eigne. Eine Reihe außerordentlich gut gelungener Ausnahmen aus dem gefaulten Betätigungsgebiet des „Ort" illustrierte die interessanten Ausfiihrungen. -Herr Schapira forderte auf, diese Bestrebungen des „Ort" materiell zu unterstützen, damit das gute Werk fortgesetzt und erweitert werden könne. Im Anschluß an das Referat wurde auch eine Dresdner Ortsgruppe gegründet. Im nachfolgenden Aufruf wendet sich die Leitung des „Ort" an die Anden i» Deutschland. \ Aufruf! Nicht weniger als rund $ Millionen Anden sind dnrch Krieg, militärische Maßnahmen, Pogrome, Bürgerkrieg nnd Unterbindung von Handel und Handwerk ruiniert worden, und zwar in einem Umfange, der ihre Wicderanfrichtung mittels der bisher geübten Philanthropie völlig uninögtich inachl. D i e s c n . M i l l i o » e n ist nur durch wirtschaftlich produktive Maßnahmen zu helfen. Die breiten schichten der jüdischen Bevölkerung, die sich bisher vom Gelcgenheitshandel ernährten, werden durch die gegenwärtigen Zuftäirde in Rußland, Polen, Litauen und den andern Ländern des östlichen Europas gezwungen, sich neuen Erwerbsquellen zuzuwenden. Ein Drang nach Betätigung in Handwerk, in Landwirtschaft und in verwandten Berufen hat eingesetzt und ist durch die Einschränkung der Eimvanderung in die Bereinigten «taatcn von Amerika noch erheblich gesteigert worden. Diesem Bedürfnis nach werktätiger Arbeit entgegenzukomme». ilt dringendes (Kcbot der stunde. Hier einzugreifen, ist eine der wichtigsten und unabweisbaren Ausgaben des Wiederausbauwerkes im östlichen Europa. Es gilt, unter den jüdischen Masse» produKive Beschäftigungen, Handwerk und Landwirtschaft zu verbreiten und zu fördern, die Heranwachsende (Generation zur Arbeit dieser Art zu erziehen, um auf diese Weise Menschen heranzubildcn, die nützliche Bürger werden und die Kräfte des Bolkes, dem sie angehören, steigern können. V Der „Verband der <(tesellsch>rfte» zur Förderung des Handn^rks und der Landwirtschaft unter de» Anden", „Ort", stellt sich zur Aufgabe, dem Strebe» jener Masse» »ach (Gesundung entgegenzukommen nnd ihre Berelcndung Zu verhindern. Der Verband der ((Gesellschaften „Ort", in verschiedenen Ländern Ost- und Westeuropas sowie in de» Bereinigten Staaten von Automobil - Reparaturwerkstatt and -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden «A., Wiener Platz 3 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen an Wagen aller Systeme SpezialnerKstatl für Cherrrolel* und Citroen* W&tfen