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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 -» IJW ... I . ■ emeindeblatt der Israelitisch in ReligionSgem^inde Dresden Seite 11 Die Tätigkeit der Wohlfahrtsstelle der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden vom l. Januar 1928 dis 31. Dezember 1928 Ein Jahresbericht über die Tätigkeit unserer Wohlfahrtsstelle im letzten Jahre toirb weiten Kreisen um so mehr von Interesse sein, als ein Bericht von 1927 nicht vorliegt. Im voraus soll bemerkt werden, daß es sehr schwierig ist, ein klares Bild über eine Arbeit zu geben, die sich im wesentlichen in innerer Anteilnahme, in einer Fühlungnahme von Mensch zu Mensch gestaltet. All da«, was wir in Zahlen ausdrücken können, gibt zwar sicherlich ein Bild über unsere Tätigkeit auf den einzelnen Fürsorgegebieten, niemals aber einen erschöpfenden Einblick in unsere gesamte Arbeit. AuS dem Bericht vom Jahre 1929 ist ja der organisatorische Aufbau unserer Wohlfahrtsstelle bekannt. Die Anforderungen an die einzelnen Fürsoraegebiete der Wirtschafts-, Gesundheit-- und Jugendfürsorge wuchsen beständig. Durch Zusammenarbeit mit! fast allen jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen und verständnisvolles! Entgegenkommen dör öffentlichen Fürsorgebehörden konnten die vcr-j mehrten Aufgaben planmäßig durchgeführt werden. Auch heute noch steht die Hilfsbedürftigkeit in wirtschaftlicher Beziehung an erster Stelle. Man wurde sich klax, daß in vielen 'Fällen durch Bereitstellen größerer Mittel die Existenz gerettet bzw. wieder aufgebaut werden könnte. Dem Ruf nach produktiver Fürsorgearbeit kam man deshalb im Jahre 1927 auf Grund vorstehender Erkenntnis noch mehr als bisher durch die Gründung einer Darlehens! als se nach. Es sei mit Nachdruck erwähnt, daß Darlehen daher gtundsätzlich nur zum Zwecke der Existenzerhaltung oder des Exrstenzaufbaucs gegeben werden können. (Die Satzung der Darlehenskasse wnrde im Gemeindeblatt veröffentlicht.) Im ganzen wurden bis zum 81. Dezember 1928 45 Darlehen ausgegeben. (1927 : 23 Darlehen, 1928: 22.) Zurückgezahlt wurdest im ganzen 19 Darlehen, 10 vom Darlehensnehmer selbst, in 9 Fällen mutzte leider der Bürge in Anspruch genommen werden. Bei 21 Darlehen sind die RückzahlunaSfristen noch nicht abgelaufen; 5 mußten als uneinbringlich verbucht werden. Diese Zahlen sprechen allerdings eine ernste Sprache, beinahe ein Drittel der Darlehen hat seinen Zweck nicht erfüllen können. Roch weit mehr als bisher müssen deshalb bei Darlehensanträgen die Verhältnisse des Antragstellers bzw, die Zweckmäßigkeit einer Darlehensgewahrung geprüft werden, denn einerseits haben wir keine Mittel, um sie für nicht lebensfähige Existenzen zu opfern, anderseits hat die Erfahrung bewiesen, daß ungerechtfertigte Hilfe oft den Anstoß zur Schwächung der Einzelexistenz geben kann. Jn allen anderen Fällen, bei denen die Verhältnisse nicht so lagen, daß ein Darlehen gewährt werden konnte, mutzte der Not teilweise durch regelmäßige moiiarliche oder durch gelegentliche Unterstützung gesteuert werden. Jn der Regel handelte es Och um einen Mictzuschuß oder um einen Unterhaltsbeitrag. Sehr bedenklich ist, daß es sich bei weitem nicht nur um solche Personen handelt, die infolge von Krankheit oder Alter nicht in der Lage sind, das Notwendige zur Lebenserhaltung zu erwerben. Ein ganz erheblicher Teil unserer Bedürftige» seht sich aus in den Vesten Jahren stehenden Familienvätern zusammen, die trotz Einsetzen ihrer ganzen Arbeitskraft nicht imstande sind, ihre Familie zu ernähre». Tic Hauptursache liegt in der Arbeitslosigkeit im allgemeinen, dazu kommen die besonders schwierigen Arbeitsverhältnisse für ausländische Staatsangehörige, die ja den weitaus größten Prozentsatz unserer Bedürftigen ausmachen. Eine laufende Unterstützung, teils Unterhaltsbeiträgc, teils Mietzuschüsse, wurde in 50 Fällen gewährt. Dazu kommt eine große Anzahl von einmaligen Unterstützungen. Gleich an dieser Stelle sei erwähnt, daß im Jahre 1928 im ganzen 308 Familien und Einzelpersonen, etwa 1000 Personen, betreut wurden. Davonwaren 230 Fälle schon im Jahre 1927''vorhanden, 138 kamen neu hinzu. Außer der geldlichen Unterstützung spielen natürlich Zuweisungen von Lebensmitteln, Kleidungsstücke» und vor allem Beratungen, die entweder, anläßlich tzes Besuches unserer Sprechstunde oder der Hausbesuche unserer Fürsorgerinnen erteilt werden', eine große Rolle. Unsere Sprechstunden wurden im Monat durchschnittlich von 324 Personen ausgesucht; Hausbesuche wurden im Monat durch, schnittlich 43 gemacht. Besuche bei Behörden. Aerzlen »sw. im Monat etwa 27. Nicht mit inbegriffen sind hier die Gcsuchsteller, die unter die Wanderfürsorge fallen. Das gesamte Gebiet der Turchwandererfürsorge liegt noch immer sehr im argen. Die Ursache liegt in der Sache selbst; der Für- HLnser Geschäft ist mit den neuesten Trüfyjafyrsmoden uersefyen Der Stotz unseres ßauses ist es, stets alten CLnfOrderungen der TKode gerecht zu werden. Water diesem Gesichtspunkt erfolgen unsere Cinkäufe. Jetzt zu Jbeginn der neuen Saison sind u>ir wieder gerüstet und treffen täglich DCeufaeiten in aßen CtJbteiCungen ein Dürfen wir Sie in den nächsten *Ca$en erwarten? lüitsdruffer Straße - T^essetsdorfer Straße

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