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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-02-01 · 2 (2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
2 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden ' I h £effing und wir TX5a3 ist von £effing4 Wecken uns heute noch lebendig? Nr. 2 Mein v\iibiläuiii"urtifi'l füll es fein. Nur -ein biar An nu’ifinuu'u nun 2(.’ffiitiv£aij. OZedanten zu dein '-i'Airiiiti in /iMüin». obgleich in seinen Werken uns .eitterne doch in ieineni 2i4ofeu mtc- Ifsden so imlnl? 2ü nnmoder» iin der Diktion» leine Fibeln innten. io lesen und Horen mir sie doch beionöers :io Hilden haben dinen -Lxing für die kurze, pointierte Erzäh Inng. Wir haben ilm durch Lradition iibernonini.'n. oon den Jätern, von nnsern Weisen. von den talinndisc >en Er- .ählnngen. Und lesen Ivir Leisings fabeln, so werten Ivir an all das erinnert und tühlen uns in dieier Gedai kenwelt heimisch. Es ivird ziveitellos nieinand überraschen, wenn hier 'engestellt wird, das; Lessinns .Kritiken ans seiner^ „Hambnrgiichen Tramatnrgie" ivenig gelesen werden. Es! ist nun eimnal das Los des Tagesschriststellers. Mritiken jaäßiger Lbeaternücke ans der Mitte des 1 \ Jahrhunderts können heute nur einen engen .Mreis von Fachleuten iuterstsieren. .'Iber doch sind es gerade wieder Juden, denen der Kritiker ^essiilg etivas Besonderes zu lagen bat. Denn Mritik an sich in eine jüdische Eigenschait. neckt im Juden von alters her. Was waren denn schließlich die >tontrove> ien de-- Synbedrions andres als Mritif an den Gesetzen, die man mit den Zeitvcrbältnissen in Einklang zn bringe» suchte. Und was wrtr später die ^olge des jüdischen Erils? Erst recht .Mritik! .>trilik an der Unnvelt, an den Mas;naln len der Lbrigkeit gegen die Anden, an dein Verhalten D t Mitbürger. Mritif an den schritten für iuid leider noch mehr inider das Judentum. Kritik in Erbteil der Indens. W<»s in der .läanvtinhalt einer .Konversation in jüdischer Gesell iduirtV Mritik. Mritif an» Nächsten, Mritif an Belannten. eine gewine Zucht zu nörgeln, zu witzeln. >tein L-nndcr: iver so viel »vie der Jude von außen her kritisiert ivsrd, der »ins; selbst »in so kritischer werden. Mißtrauen ist der erste Thema: Grund zur Mritif. Skepsis die Grundlage aller kritischen Betielsach trachtnng. Ter Jude ist kritisch gegen alles, was an ilin berantritt. Ter „zersetzende Geist des Judentums" ist diese Eigeiisckxtlt genannt worden. Aber es ist nur Neid derer. Wi die nicht initkönnen und die daruni die große Begabung,t>ps »>.. ^ir ^„dt-ntunis herabznsetzen suchen. Wir wissen, welche große» Mritiker das Judentum hervotgebracht hat. llnd wir diirsen stolz daraus sein: ein Volk, eine Geineinschast, die von alters her berinen ist, Lehrer der Völker zn sein und das Judentum hat nun einmal die heilige Mission - , muß vor allem ein Volk von Mritikeril sein. Qui bene distinguet, beiie «loeet. sagt" der Lateiner. Wer gut unterscheidet, ist ein guter Lehrer, Unterscheiden, das beißt scharr abwägen. Tas i»t Mritisieren. , Tie llZcschichte der jüdischen Mritiker ist noch nicht geschrieben. Sie muß aber geschrieben werden. Sie wird wichtiger sein, als der Turchschuitt aller Abwehrbüch.'r. Sie wird keine Apologie sein, keine Verteidigung, lo„d.-rn Apotheose, Preislied aus den jüdischen Lcharssinn, der anl dein Gebiete der Munsl, im weitesten Sinn überall reinigend mithmifMih hnf mnn Snrh faiitMt *• imfor nnd ansbanend gewirkt hat. Mag man doch sagen/ unser Witz sei zersetzend, aber kritischer Scharssinn weist anch Wege und baut aus. In der Literatur, in der Tramatik, in der bildenden Munst, im Jus. in der Philosophie, aus allen Ge KAKAO ameu Konfottion Wir legen besonderen Werl auf die Pflege unsrer umorganisierte r, neugeleiteten Sonöerabteilung: Damck - Bekleidung Iungmäöchenärötzen Frauenweiten Refi-enz Kaufhaus G. m. b. H.

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