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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-02-01 · 2 (2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
2 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nr. 2 Seite 2 Gemeindeblatt der Jsra elitischen Religionsgemeinde Dresden > s befinden, seine letzte größere Abwehr'christ, jenen „Offenen Brief an Fr. Paulsen". dann er wenige Monate vir seinem Tode der judenfeindlichen Elffik des berühmten Gelehrten so glänzend enlgegeniritt. ifmil Leb mau ns '^irfni, .«> Satire lang in Stellung rür liniere von 'einen Borfaffren mit^» meiude, fiel aber auch in eine ,'feit. in der!vie einen Zionismus einen Liberalismus alsanerkannte Partei gab. Wenn Cfmil Rebmann, 'einer GrundKffrlichkeit niemals ein veffl gei dem linken Flügel der Reform im Judentum 'aller Achtung, nebenbei bemerkt, vor frommen . io bernbte das einmal ans seineir Liebe zum Judentuni. denen Weien nrid Lebife einer kannte, dann aber ans der grundlegenden daß das Judentum nichts fertig Gegebenes, f Den Zeitverbältniffen lebendig Fortentwickelntt ballen an äußeren Zeremonien, offne von deren überzeugt zu fein, nur aus Konvention, an ivar ibin -Halbheit und Schwäche, darmn vernrb wurde er ein Wegbckincr nickt nur des beute gr voütiven. religionsfördernden Liberalismus, feiner crtremften Ausivirfung, des damals Neues bildenden Reformgemeindetiinis. Es, bald großer Gemeinden ganz nach Lehmanns Richtlinien entfaltet, iväffrend eine zablenmä^ meinde wie die unfrige nie der reckte Boden da lervorrageuder egründete (ne ebenfowenig Richtung und woraus er vei ifackt bat. „auf ftand vei hem nnihrhaft eingeborenen n er ivie nur Ileberzengnng. ifndern sich mit es fei; Fest Notwendigkeit Ucbexlieferung cilenswcrt. So >ß dastehenden, sondern sogar chivas unerhört hat.sich inner Wünschen und ig kleine Gei'ir zzewesen ifi. Man mag als einzelner zu diesen Richtungen (wie iibcrffaiwt zu den Problemen des ffentigcn Judentums) Neffen wie man will. Sie sind, eine Druckt .zumeist fortwirkender Emil Leffmannscher Ideen. vorhanden und ihre Lebensfähigkeit wird durch die Anhängerschaft, ivelctx' jede von ihnen, allerdings zum Sctladen der Einigkeit und Einheitlichkeit des Judentums annveist. bezeugt. Und wenn als neueste Einrichtung sich in Gemeinden wie Miinclien und Karlsruhe sogenannte religiöse Sonutagsfeiern in der Synagoge mit Beteiligung der dortigen Rabbiner einzubürgern beginnen, so lgehen auch sie in ibrer Wurzel aus Emil Leffmann und die Überzeugungen, die er sctxm vor .50 und 10 Jahren aus.znspreclstn gcivagt hat, zurück. Auch die Parole „um Teutschtnm und Judentum" unter der der Eentralveiein feit langem kämpft, ivurde von Emil Leffmann schon vor der offiziellen Gründung dieser inzwischen mächtig erstarkten Bereinigung gcpräm. Er hat das Ereignis, eine .strönumr feiner eigensten Bestrebungen, noch erlebt, und wird so immerdar als einer der Mirbegründcr des EB.. denen Tendenzen er nickt nur vorempfnuden und gevredigti nein, gelebt bat. verehrt. j Wie fortschrittlich Emil Lebinann auch in scheinbar nebensächlichen Tingen dachte, dafür folgender, hieirffcr passender Beleg. In seinem Weckruf an die deutschen Glaubensgenossen „v>öre, Israel" aus dem Jahre in dem er fich von feineni Standpunkt mutigen Bekennertunis gründlich mit unscrn. Religionsvorschriften auseinaiidersetzt, um sb sein Ideal-" gebände ciiws modernen deutsckn'n Judcntuins zu errichten. spricht er auf S.33!> der Gesammelten Schriften von der jüdjscheu Presse und sagt: „Was uns fehlt, das ist ei» jüdi, ches G e m e i n d e b l a t t, eine Bettung, die lediglich fragen der Gemeindevenvaltnng erörtert, Mitteilungen aus dem iunercn Organismus der Gemeinden gibt, die Statuten der Ge meinden und ihrer Wohltätigkeitsinstitute veröffentlicht und velcnchtct, hierdurch aber für einheitliche Gestaltung des jüdischen (tzemeindelebens in Teutschland die Bahn ebnet und den einzelnen, ncnnentlich den kleineren Gemeinden die zeitraubende Mühe erspart, auf eigene Faust Experimente anznstellen . . . Solch ein Blatt ivürde jedenfalls eine unschätzbare Fundgrube für" die künftigen (Geschichtsschreiber der Juden unsrer Zeit bieten." Ja. Geschichte! Schreiben wir sie nicht heute schon, wenn in einem Blatte, dessen Sckiaffung scl)on vor mehr als fünf Jahrzehnten Emil Lehmann anregte, sein Bild zu zeichneii versucht wird als das e i » e s d c r »i u t i g st c n K ä m p f e r um d e u t s ch - j ü d i s ch e Ideale, die cs je gab? Das Andenken des Gerechten bleibt in Ehren. Wenn beim nächsten Gedenktag die Blicke derer, die nach uns sind, auf diesen Zeilen haften, wird der schlichte Name Emil Lehmann ein geschichtlich fest umrissener, n>enn nicht sagenhaft verklärter Begriff geworden sein. Je mehr im Heranwachscn neuer Generationen die zeitlichen Schranken fallen, die uns von der körperliclzen Existenz des Trefflichen trennen, desto mehr fühlen wir uirs ihm gedanklich verbunden in dein alle persönliche Parteinahme des einzelnen weit hinter sich lassenden Bcivußtscin, das uns stolz und glücklich macht: Er hat den Besten seiner Zeit genug getan und darum gelebt für alle Zeiten! RichardElb. ECHT MEISSNER PORZELLAN Kunst- und Gr brauchsgegenstände für das gepflegte Haus STAATLICHE PORZELLAN. MANUFAKTUR MEISSEN BERLIN W50, BUDAPESTER STR.9a IM HAUSE DES CAPITOI .S AM ZOO DRESDEN.A. 1, SCHLOSS STR. 36 LEIPZIG C I. GOETHESTRASSE 6 Zu beziehen autfi durtft alle führenden Perzcilanhandhmgen Die amtliche Bekanntmachung über das Ergebnib der Gemeinderatswahl ^iehe Seite 20

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