Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 1 (1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 1 tlemeindeblatt bei Israelitischen ReligionSgenteinde D ceSden Seite 5 Das Juden-roblem in Sowj^trutzland _ waltiafte Umwcsiiun mp Probleme von bat dt« nraae st / aufgerolli. Der - reife durch Sq eiaener Anfcho winnen. Di« Sowjetrubiand a Reibe von Aufs lt verösf "' deutta. dessen unaebeuv« tum» autzerbalb baden. im Osten aibt ihre Rätzel asif. ' die «elt " liuna. di« die Weltaeschiä te je aeleben. . nie daaewekener Trag«« te gi zeitiat. Sie » drr Zukunft de» ruft schen Judentums . .erlöster bat auf einer l maeien Studiencmjetruplano den Berlul» gemacht, aus aujuna ein Bild der Beibäliviste »u ge- Ergebnisse dieser Studi, n und die in twonnenen Eindrücke lat er in einer en niedergelegt, deren «tften wir hiermit ... J» gilt, die Aufmerksam eit le» gesamten Iudenjtum» auf ein Problem zu lenken, von Tragweite weiteste St eise de» Iudenowietrubland» bisher eine Borstellung Tie Redaktion. Das Schicksal der Finden in Sowjetrußlan > ist! von einer der einen Seite hat e< vielleicht noch besonderen Tragik. Auf nie eine Revolution ges ehen, die für die Juden Bin Tr. Die ae- , bat der eine solche Umwälzung zum Gute r gebracht hätte, toid dst russische. Wenn im Jahre 1811 iist Hinblick auf die geflaute Emanzi patrcn der Juden in Preußen der Staatsrat von Raumer aus dem Kabinett Hardenbergs schreiben konnte „Tie Juden sehnen sich nach dem Ed kt wie nach dem Messias" so hatten wie ich glaube, in viel h »herein Maße die Jud:n" iy Rußland Anlaß, die Revolution as den Erlöser zu begrüßen. ,Gegen über dem Helotentum, ii dem sie sich unter dem zaristischen Regime befunden hatten, hat diest Revolution nicht nur in der Theorie, sondern aud i in der Praxis damit Ernst gemacht, ihnen die ahsolute politische, wirtschaftliche und soziale Gleichberechtigung zu geben. Ran hätte, eigentlich rreinen müssen, ivelches köstlichere Gottegescheut hätte ihnen >»eschreden werden können, als diese Umwälzung. Tie Tragik! liegt nun darin, daß dieselbe Revolution wie ein Sturmwind über die Juden Rußlands hingefegt ist, sie niedergewc rfen und. entivurzelt hat, und zwar ir einem Ausmaß, wie <s vielleicht die ganze neuere Judengeschichte nicht ein zweites Mal aufweist. Wie erklärt sich, der scheinbare Widerspruch? Nicht etwa daraus, daß diese Revolutic n doch im letzten Grr nde irgendwie antisemitisch gewesen wire, sondern daraus, daß dieselben Faktoren an verschiedenen Objekten sich ve schieden auslvirkten. Tie Ideologie des Sowjetismus in die Tat umgesetzt, hat sich eben anbei s gegen die Juden un! > anliers gegen die übrigen Russen geltend gemacht. Tie russishe Revolution war eine antikapitalistisck e, und sie war eine As rarxevolution. Ihre Nutznießer waren die Arbeiter und Pruevn. Unter beiden Berufsschichten be' anden sich die >uden r ur c usnahmsweise. Sie gehörten vielmehr in hervorragendem! Maße zu denjenigen Kreisen, die die Revolution entwurzelt und im Kern getroffen.hat, den streifen des Kapitals : ittb der freien Wirtschaft. Vergegenwärtigt man sich, daß es unter dem früheren Regime eine kleine kapitalistische Obersckicht unter den Juden gegeben hat, die Mehrheit aber den Hcndel, dem Großhandel, dem Laden >andel, vor allem deri Kleinhandel und dem Trödelkram zuxewandt war, so ergibt sich ohne weiteres, wie die Revolution sich für die Juden aus virken mutzte. Tiefe Auswirkungen sind vielleicht noch deswegen-besonders stark gewesen, weil der jüdische Kapitalist in Rußland von eigenem Gepräge war. Zum Teil von autztror deutlichem »Reichtum, zeichnete er sich durch ungewöhnlich starke jüdischsoziale Einstellung aus. Das-, was diese wen gen jüdischen Großkapitalisten für das russische Judentum getan haben, war etwas Ungeheures, lvar Philantropie allergrößten Stils. Daß dieses jüdische Kapital restlos weggefegt is, ist natürlich etwas, was sich in einem Land besonders bem< rkbur machen muß, das neben dieser Oberschicht, ohne jeder Mittelstand, Millionen Armer und Aermster aufweist. Wa; den Handel anbelangt, so ist er verstaatlicht oder vergesellscha iet. Dadurch gehören Millionen von Juden zu denjenigen, denen »er Boden unter den Füßen weggezogen ist und die aus einer wenn auch (00 ha 5 Jsmar Freund i nicht glänzenden Existenz herctüs geworden sind. Diese Situation ergibt sich ohne weiteres eineder russischen Judenfrage. Wi Aufgabe, durch eine vollkom diele Millionen von eristenzlöH fähig zu machen. Auch naiJ zählt Sowjetrutzland noch *2 sal dieser Millionen geht es. gäbe, der wir nicht mehr oi Vogelperspektive zuschauen Wort: „Tua res agitur". Qfj eigensten Angelegenheiten. Rjch! der Welt das Schicksal dieser Rfill l für uns deutsche Juden bedeute^ noch etwas andres. Von dem Wort „Ostjude" anhaftenden!, wir uns befreien und daran de dieses Ostjudentum in Wahrheit der nicht nur zahlenmäßige Niiel tums in den letzten Jahkzehmen richteten wir die Augen nach lfech unerschöpfliche Reservoir. ba$; uns speiste und unfern Bestand diesen Umständen wird die Frtzgc drei Millionen russischen Judsn Lösung des Problems durch eiye Stils ist ernsthaft nicht zu biejnf ■■ liarden, die dazu erforderlich iwäp aufzubringen sind. Zweitens! sib bisher wenigstens, eine Auswasi zuläßt. Für den gewöhnlichesi es heute fast eine Unmöglichke Abgesehen davon, daß nian die^sRH schon dadurch verrammelt, daß son etwa 650 M. kostet, wird wi'iesn Wittel) dt p em bcti zr der Lage ivären, diese Mittel derung durch tausend Schwiefigkjei aus zwingenden Gründen eine Hli jedenfalls nicht für ein Ebepasir. miitzte im Lande bleiben. Aus die Frage einer Verpflanzung! d< wohin immer es sei, von vorn muß im Lande selbst gelöst werdeji gäbe ist: die Berufsumschichtung selbst vorzunehmen. Diese Arvei: nommen und sie wird zunächst e getragen. Es muß anerkannttt Ernst, mit Energie, aber auch mit _ großer finanzieller Mittel der Bexr sein Augenmerk zuwendet. In strebungen dahin, die Juden, sind dern systematisch und in Mafser führen und zu industrialisieren: spielsweise in Moskau allein!hejl Fabrikarbeiter vorhanden sind, so blem der Industrialisierung dex.< Neben dieser Berufsumschichtunä k jenigen Verhältnissen, in dcnen/sie Existenz nicht finden, durch zweck fähig zu machen. Das gilt inöbe Auch für dieses liegen die Ding anders als bei uns. Bei und; n mäßig kleinen Raum ein. In ei KTOt!=WERCI-( zu vollendeten Luftmenschen ist katastrophal. Aus ihr wichtigsten Hauptprobleme nd steht, vor der ungeheuren Umschichtung der Berufe gewordenen wieder existenztrennung der Randstaaten Juden. Um das Schickhandelt sich um eine Aufninder interessiert aus der en, sondern hier gilt das handelt sich um unsre urnur, daß für keinen Juden onen gleichgültig sein kann; dieses russische Judentum seit der Nachkriegszeit dem lichen Beigeschmack müssen was seit Generationen jjllr uns bedeutet hat. Wenn gang des deutschen Judenpessimistisch stimmte, dann Osten und dachten an das it immer neuem Zustrom zu verbürgen schien. Unter was wird aus diesen rund besonders ernst. An eine Passenauswanderung großen n. Einmal, weil die Milen, nirgends auf der Welt :r, weil der russische Staat, derung grundsätzlich nicht terblichen in Rußland ist Grenzen zu überschreiten, glichkeit der Auswanderung Auslandpaß für eine Pe» wenigen, die vielleicht in erschwingen, die Auswaniten unterbunden. Würde reiseerlaubnis erteilt, dann Einer der beiden Eheleute all diesen Gründen scheidet r Massen in daS Ausland, serein aus. Das Problem und die riesengroße Aufder Millionen in Rußland ist bereits in Angriff genmal vom russischen Staat erden, daß er mit großem Einsetzung verhältnismäßig lfsumschichtung der Juden erster Reihe gehen die Bezwar nicht vereinzelt, sonder Landwirtschaft zuzu- Tenkt man daran, daß beite bereits 10 000 jüdische »egreift man, was das Prouden in Rußland bedeutet. es, die Menschen in densind, in denen sie aber eine näßige Methoden eristenzondere für das Handwerk.; in Rußland grundsätzlich mmt cs einen Verhältnisrer Stadt wie Minsk hiniie k ilt l Kakao Schokolade i Pralinen