Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 8 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ge«embe-Iatt der Ifraelirischen Religionsgemeinde Dresden Amtliche« Organ de« Temeindevorstande« <UiUili>ii»»iiii»iiW>i>»»WiW»i»»i»imnii«>, des SäMilbenIiraelittilben Semeindeverbandes ^WWWIWWUUWUIIWWWWIAl^ Ritte«, Berantvortl. Geb Alletalae Aooatn rtftlettvag: Dllwmrrttor L-Ploemacher, Dres «stelle für Ioserase: Zar. Gtrralicht. Zrughai «en-Berta»: Israelitisch« RellgioaSgemeinte Dresden-Druck: KatenLEotup.DreSden-A. sstraße 3, L Telephon 14051 * Ar 29-mm-Ronporeillexilc tostet 30 Pf. laufend Rabatt 4. Jahrgang MH Dn sben, Dezember 1928 Rümmer 8 (l Lie Das jüdische Altertum konnte eine Reihe von Lagen, die als Erinncrungstage an Ereignisse der jüdischen besonders gefeiert wurden kaum mehr etwas von dieser Chanukkah Ehanukkah, das Z«iit unsrer Geschieh! einmal das Probl^ Wir haben dahsr Nummer das Th zu beleuchten. eft, das uns an eine te erinnert, gibt uns $< m jüdischer Erziehung Gelegenheit genom me n. ma von verschiedenen Red.) Von Rabbiner Dr. Albert Wolf h Idenuiülige ' ranlafsuUg,; u erörtern, in dieser enen her Das heutige Jude» tu in iveiß Tagen. Sie sind au Geschichte s dem Bewußtsein des Judentums e>enso geschwunden, wie ,ie aus dem Kalender des Judentuirs verbannt sind. L ie feierten Ereignisse, die zwar zu ihrer Zeit das Leben des Judentums -nachhaltig beeinflußten, deren Wirkung aber durch andre Ereignisse wieder ausgehoben wurde. Sie waren Zeitlich be dingt und mußten aus der < Erinnerung verschwinden, als die Zeitgeschichte, der sie ihre Entstehung verdankteif. üoerholt war. Denn das Judentum hcit eine doppelte Geschichte. Es hat eine Geschichte, die, der Ausdruck ist nicht zu 'kühn, zeitlos ist. Ein Geschehen, d iS den Charakter der Ewigkeit trägt, ist der eine Teil der üdifchen Geschichte. Dieses Geschehen vollzieht sich fast ohi e Zutun der Menschen; sie sind Diener dieses Geschehens, s e beherrschen es nich . Welche zeitbedingten Formen auch immer das Leben Jstacls ange nommen hat, es ist irgendioie bedingt durch sei es zeitlose Geschehen, in dem sich der Ewigkeitssinn des Jude, tu ms auswirkt. Etwas vom ewigen Gerste des Judentums st ivirksam auch in den Handlungen »er Menschen, die in die Zeitgeschichte eingreifen und ihm das Gepräge geten. Alle treibenden' Kräfte des Tuns der Menschen sind zuweist zeitlich bedingt. Sie werden geweckt durch die Not des Gebens, sie entstammen den Bedürfnissen des einzelnen Men chcn, seien es Bedürfnisse geistigen Jnjalts, seien eS solche materieller Art. „Einstweilen, bis der Bau der Welt Philosophie zusammenhält, erhält sie das Getriebe durch Hunger und durch Liebe." Die Geschichte, sov eit sie. von Menschen gelchaffen wird, ist von den zeitlich be»ingten Kräften abhängig. Aber daS Bewußtsein, daß am linde doch alle diese tröste der ewigen Entfaltung des Gütlichen dienstbar sind, wenn auch oft oder fast immer den Trch lern dieser Kräfte unb< wußt, dies Bewußtsein läßt die Mißstimmung überwinden, die einen befällt beim Anblick häßlichen Parteistreites, der oft aus eigennützigen, kleinlichen Motipen geführt wird. Chanukkah gehört zu den Festen, die von der Ewigkeitsgeschichte des Judentums künden. .Wohl zählt es zu der Reihe fener Tage, die an zeitliche Ereignisse erinnern. Ader von den vielen ist Chanukkah das einzige, das uns erhalten geblieben ist. Nicht nur ist es im Festkalender verankert. Auch die jüdische Seele hält an Chanukkah fest, und die Feier dieser Tage gehört zu den schönsten im jüdischen Hause, lind d:eS, obwohl Chanukkah nicht zu den biblischen Feiertagen gehört, und obgleich die Erinnerung an die Kämpfe, die Voraussetzung für den Sieg waren, zeitiveilig säst in Vergessenheit geraten war. Das Judentum als Ganzes denkt m Enngkeits- - begriffen und hält das fast, tvaS zeitlos ist. Für die Erhaltung berj Schriften, die uns über die .dämpfe der Makkabäer, ihre Not und ihren Sieg berichten, har das Judentum fast nichts getan. Es scheint, als habe der historische Sinn -den Juden des Altertums wie des Mittelalters fast ganz gefehlt. Es scheint nur so; denn tatsächlich fußt ja unser Wissen über die Geschichte auf jüdischen Quellen. Es gab im Altertum jüdische Geschichtsschreiber, die sich mit der Geschichte ihres Volkes befaßten, auf deren Mitteilungen sich unsre Kenntnis der jüdischen Geschichte aufbaut. Aber das Judentum hat nichts!getan, diese Schriften spätereil Geschlechtern zu bewahren. Tie eigentliche Literatur des Judentums ist die Bibel, ist in nachbiblischer;zeit der Talmud. Aber der Talmud mit den ihm venvandten Schriften ist das unhistorischste Werk, das eS nur gibt. Auf Geschichte kommt es dem Talmud nicht an. Höchstens, daß in ihm Geschichten erzählt werden, die aber nicht um der historischen Wahrheit willen, als vielmehr des ethischen und religiösen Gehalts wegen.den sie bergen, vorgetragen werden. Die historischen Werke aus der nachbiblischen Zeit (soweit sie erhalten sind) sind nur in griechischer Uebersetzung auf uns gekommen; die hebräischen bzw. aramäischen Originale sind verlorengegangen. Die Bücher der Makkabäer, auf die es uns hier vor allem asrkommt, wurden von Christen den sogenannten Schriften des Alten Testaments beiaefügt, so daß in der christlichen Bibel Chanukkah zum biblischen Feste wird, nicht in der Bibel der Judeiu Automobil - Reparaturwerkstatt und -Vertrieb r. Hans Gerhard« lener PlaiZ 3| (gegenüber dem Hauptbahnhof) Wagen aller DresdeniA^ Reparat torllerte Werl Fernruf: 17197 St« tatt für Chevrolet * Automobile