Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 6 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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fi Gemein dsblatt der Israel tischen Religionsgemeinde Dresden Deutschland leben, wenn map gleichberechtigter Landai beiter viii will, oder nenn Jahre, Um gewerblicher Arbeiter s'in zil ursen. (»lewift, die ReichSarheitSverwaltuna bat either ringfügige Aenderungen vorgetiommen und in den 2estim iiiugen einen Härteparagrapheit anfgenoimnen: an din tat schlichen Härten der Verordn»,ig hat dies aber wen in ge udert. Tie Entwicklung ist min üiiiii Teil über die e Ve iiunnnngen, ziimindcst soweit j sie Handarbeiter betreut», unweggegangen. Ten flrijftteii Teil der Lända bcirer lellen die Polen. Nach Abschlus; des deutsch-pol lischen Vertrages über polnische landwirtsckKiftliche Arbeite! vom ä. September 11>27 haben alle polnischen Landarbeit'r, die or dem l. Januar li)l!< nach Teutschland gekommeii sind. A,* Wecht, hier z» bleiben »nid z > arbeiten. Es wäre qeshalb 2t ,mr recht und billin, das; der ui,en Arbeiter weiter heran ßges >i. iveshalb man Menschen, '.ngang 3»r. Landwirtschaft di per chtan für alle landwirtschast tzt wird, da nicht einznsehen in Tentichland lebe l>, den vehren soll, während nleich ,Iig >» jedem Jahr mehr alb KM) (MK) Landarbeitfr ans hole» nach Teutschland gebrackp ivcrdcn. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den gewerblictiien Ar .eilern. WeNn sie weniger als zehn Fahre in Teutschland lebdu. ist es ihnen kaum inkgliih, einem produktiven Verns luzchzngehen. sie werden zu allen' mönlichen Schleichwegen und Heritöften gegen die gesetzlishen Veslimmunnen gezunngen. u>euu sie es nicht vorzichene diesen Erschwernissen ans dem t'öege zu gehen und sich dem! Heer der unproduktiven kleinen Händler einznreihe». Noch krasser wirken sich diestz Bestiminuiiaen an dän .Ein der» der Ausländer aus. den» Unr jene Eindcr können eine Handwerkslehrstelle annehmen, die vor dem l. Fannc r 1910 bereits im Inlandc, aber noch nicht vierzehn Fahre alt lvaren. beeiin ein solches Eind aber z. Bf im Satire 1920 nach Tentjch!aud kam und heute ein Handwerk erlernen will, um ft es eril nach einer „genehmigten" Stelle suchen. Wer ne Geuehuiigungsprans kennt, nvift, das; damit die »in »er der lusläuder gezwungen werden, unproduktive Bernte zu er -ireifen und dies in einer Zeit. in der geradezu ein Mangel au gewerblichen Lehrlingen fühlbar wird. Tie weit zurückliegende Datierung des. Stichtages bringt ine ganze Anzahl von Un^uträglichkeiten, die offen bar der ’lufiiierffanifcit der Neichsafbeitsverwaltiing entgan,«» sind. :o sind B. die Ausländer gröfttenteils zum Bezug der Arbeitslosenversicherung, führ die sie auch Beiträge zahlen uissen. berechtigt. Es kommt nun sehr häufig vor. das; ein l »Ständer aus einer nicht genehmigten oder seihst ge» uehmigten Arbeitsstelle längere Zeit gearbeitet bat. »Hei Berlik der Arbeitsstelle tritt er ii$ den Genus; der Arbe tsloscnben ist von der regelmässigen veis abhängig. Tiefe erfolgt Seite 17 erüchernng. Der Bezug derse ",'eldung auf dem Arbeitsnach u>ar. aber Arbeitsloser und Arbcitsvermittler sind bon der -imilosigkeit dieser Meldung i in» nur in eine genehmigte 2 dir Erlangung einer solchen uns; wieder ein Arbeitgeber ge uuden werden, der die Genehmigung beantragt und ^erhalten i'ot, >vas nur selten der Fall ist berzeugt, denn der Al sländer rbeitsstelle vermittelt werden. Während dieser Zei bezieht länder, die den Willen und die Fähigkeit zu ehrlicher Arbeit haben, dz'r Versuchung durch schlechte Elcinente erliegen und straffällig, kverden. Wie ist nun die Lage jener Arbeiter, die vor dem l. Januar 1919 bziv. 1. Januar 11M9 nach Teutschland eingewandert siud und angeblich überall das Recht auf Arbeit haben? Sie müssen zunächst einen .sogenannten ..Befreiungsschein" beantragen. Um diesen zu erlangen, müssen sie einen lüchen losen Nachweis über ihren bisherigen Aufenthalt erbringen. Ta in Perioden von Arbeitslosigkeit die Arbeiter sehr oft ihren Wohnsitz wechseln müssen, sind die Belege über den Aufenthalt nicht immer lückenlos zu beschaffen, die Ausstellung des Veirciungsscheines verzögert sich, der Arbeiter ist zum Feiern gezwungen, und wenn er die Arbeitslosenunterstützung nicht mehr beziehen kann, ist er zum Verhungern verurteilt. Ter Besreinngsschein nun. der. falls die Voransfehuiigcii zntressen, erteilt werden mus;, ums; jedes Fahr neu beantragt werden, die Ausstellung kostet (Gebühren, erfordert Zeit, zivingt den Antragsteller, im Polizeirevier vorzm sprechen und verursacht ihm »lannigfache Scherereien. Schon diese wenigen Bestimmnngen. die wir aus der umfangreichen Verordiinng über die Beschäftigung ausländischer Arbeiter hier augezogen haben, zeigen, wie schwierig man es dem arbeitswilligen Ausländer inacht, sich der Volkswirt Kimt als nützliches Mied einzusügen. Tie ganze Verordnung bedarf dringend einer gründlichen Umgestaltung. wenn man schon nicht ans die Eontrolle der ausländischen Arbeiter verzichten und sie ganz ausheben null. Tas Arbeitsrecht müftte dem ei-nzelnen Arbeiter persönlich gegeben werden, die Stichtage müssen fallen gelassen, »nd jedem, der arbeiten will, »in,;, dies gestattet werden. Arbeitende Ausländer können nie so lästig werden wi<? Menschen, denen man jede Möglich feit, durch eigene Arbeit zu leben, .nimmt. Tie Beschrä» kungen gegen ausländische Arbeiter Habs» vielleicht noch Sinn, ivenn sie neu zuwanderude Arbeiter benimmten Bedingungen unterwerfen, sie sind aber sinnlos gegen Menschen, die ei» Jahrzehnt »nd länger in einem Lande leben. Eine durch greifende Neuregelung des Arbeitsrechtes der Ausländer liegt nicht nur im Interesse der Ausländer, sondern auch in dem der deutschen Arbeiterschaft und jener deutschen Arbeitnehmer, die im Ausland nach Arbeit suchen. Gesunde Nahrung R e i ne Spcifcölc, hefefreie Brote u. 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