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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-08-01 · 4 (8.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
4 (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemem-thlalt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden <£4finuMiHimi)tiHiwnHimiHiiwinmnauHittiiniM> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <A»»»»i»i»l»«»ii»»»l»«»l»W»i»»mM»»i<r>' Ult -es SöchWhen iiraelittslßen Gemembeverbanbes Beranttoortl. Schriftlritung: Vürodirrktor L-Vlormachrr. Dreöden^ Verlag: Israelitische RcligionOgemeind« Dresden - Druck: Kaden L Eomp-, Dresden-A. Alleinige Annahmestelle für Inserate: Zar. Sternlicht. Zeughaiissstabe 3,1. Telephon 14051 - Die IS-mm-Ronpareillejeile kostet 30 Pf., lausend Rabatt 4. Jahrgang S? Dresden, August 1928 {§^22 Nummer 4 5zUtn Elul... tm 2d). W o r c l i f1 I zu den Marge nvon der Ai» >7. August begann der jüdische Moiiat Elul, der Rachfolger des schicksalsschweren Monats Ab. In ihm klingt schon viel von der Stimmung i er kommenden ernsten Herbstfeiertage an; geht »och der traditionstreue Jude in den zehn letzten T< gen des Monats täglich noch tzor -Sonnenaufgang „Llichoth", zu den Bußgebete», die in grauer dämmerung noch vor Anlegen der Tefi.lli» Gemeinde gesprochen, mit ihrer tief ergreifenden Schwermut und Innigkeit als seelische!Lori»ercitung über das RenjahrSfest und die daran anschließenden Bußtage zur endlichen Krönung des Bcrfihnungsfesteö führen. Hier! schildert ein feiner os jüdischer Dichter seine KindhchtScrinncrung an die ei lenartige und unvergeßliche Stimmung des Elul. Oft, oft will es mir schcineit, daß die Seelen der Menschen schon ait den Geburtstagen anseinandcrgehen, a»Sl »liegen: die einen dahin, wo her Frühling herrscht ganzen Pracht, um im Reiche der Blumen zu singen jubilieren; die andern dem Herbste entgegen, mi; Schwermut, seinen gelben Blsitterhaufen, mit seine: ach so tiefen Poesie des Wolkesthiinmels, der kalten, tp Winde, der goldblättrigen Bäume dort im großen Skalde. nicht weit von der Landstraße. Und sie werden niemals Zusammenkommen kön um, die beiden fremden Seelen: die den Frühling ersehnt und die sich nach dem Herbste bangt. >Das ist schon so ihr Schicksal. Es gibt Menschen, die nur ist den frohen Frühlings- und in ejnanderseiner und zu seiner tiefen, «urigen dichten Sommermonaten sich wohlfühlen. Nur um diese Zei »ic denken und empfinden, liegt etioas in ihnen, of sie das Beste und Edelste ihres Wesens. Und dann gibt's wieder Leute und lvird's imaier geben, die gerade an den düstern Wolkentagen aufblühen. Sie lieben den! rockencn Herbst, wenn die Bäume flüstern und ihre wunderbaren Ge lieimnisse erzählen, wenn biej ganze Natur wie vo i einem »Gefühle der Verantwortung durchdrungen, alles so t es, ernst und voll verhaltener Traurigkeit ist. Ach, es ist wirklich nicht so leicht, das Lebens zu erlassen . . .!! ' Au«: Die liebe Provinz, F^dischcr Berlag, Berlin. können enbaren Wenn ich im Herbst des Abends vor die Stadt hinausgehe und langsam i» den Wald schreite, begleiten mich die Miunie mit ihrem Raunen und Flüstern: Fa. ja, wir wissen vieles, wir wissen alles, wir sind klüger geworden. Und schütteln die alten Zweige. damit ich besser verstehe. Und ich fühle nicht den -Hancl» des Todes, sondern das Wehen des großen Wissens, des großen Leidens, der Müdigkeit. Die Hilden müssen dein Herbst sich verwandt fühlen. Sind »ie doch der älteste Zweig ans dem alten Baume der Menschheit, ein Bolk mit Vergangenheit, mit so vielen, vielen Ep innerungen. Ein Volk, über das so viele Zeiten hinweggingen, muß von Herbstmotivrn durchzogen sein: von der stillen Trauer des Welkcns, von der grauen Sorge, von Slummer, Erfahrung und Dulden. Und ich bitte den jüdischen Dichter, die Herbstharse in die -Hand zu nehme» und mir -von dem altei, Volke z» singen, dem altersgebückte»: von der alten, verfallenden Schule, »ich von dem einzigen Großen, der ihr irgendwo verblieb, welkt, untergeht und so schön ist. Und vom Monate Elul. Fa. vom Monate Elul. Mehr als alle Monate liebe ich den Elul. das Vorspiel dec „Tage der Furcht"-. an denen der jüdische Geist sich s.» peinigt, Fch liebe sic. die schlichten Tage - Wochentage sollte inan meinen mehr als die Feste. Es ist soviel Schönheit und Stille in ihnen, ein Rüsten zum Wichtigen, Ernsten, das kommen muß, .schon nabe ist, wartet. Heute ist's freilich nicht oft zu finden, höchstens in irgendeinem entlegenen Städtchen, abseits von der Bahn. >vo noch nicht das Grainjmophon den Lchofar verdrängt, wo sich die alte jüdischb Tradition noch eine Gnadenfrist erbeten hat, ehe sie für immer verschwindet. Aber meine Gedanken gehen in di!e Fahre der stindheit zurück, da ich in den Elultagen den ersten Atem des Herbstes fühlte. j Es ist alles so anders als'sonst. Tic Läden sind ja wohl offen. Die Leute gehen ans den Markt, fahren ans Fahr!- märkte, man arbeitet und treibt .Handel. Und doch, wenji man so recht znsiebt. merkt man. daß die Schritte langsaineis, * Oder „furchtbare Tage". So heißen die beiden Reujahrstagjc und der Berföhnungstag (1., 2. und Iv. Tifchri). Automobil - Reparaturwerkstatt and -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden «Ä-, wiener Platz 5 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf; 17197 Reparaturen an Wagen aller Systeme Autorisierte WerKatatt fflr Chevrolet»Automobile 44834795

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