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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-07-01 · 3 (7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
3 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes Uttb I Mitteilungsblatt -es SüMschen tsraeWAen Semelnöeverbmwes Beraattvortl-Schristlettong: Büro-Ircktor L-Plokmachrr. Qieibn Allelalge Annahmestelle für Inserate: Iac. Sternlicht. Zeughaui n-Verlag: Israelitische Religion^gcmeinb« Dresden-Druck: Kaden DLomp.. Drc stratze 3,I. Telepho» 1405 l - Die W-mm-Nonpareillejeile tostet 30 Ps.. lausend «Kn A. labatt 4. Jahrgang O resöcn, Juli 1928 Rumme r 3 Jerusalem wahrend dfr Belagerung unter Bespaftan (68 n.) Ter römische Kaiser sandte Vespasian gegen Jerusalem, das dieser zniei Jahre belagerte. Damals lebten drei reiche Männer in der Stadt: Nakdimon ben Gnrion, b:n Kalba Sabna »nd beit Zizith -Ha'ksath, welche die Stadt aiif eiti' nndzwanzig Jahre hinaus mit 3Veizen, Oierfte und £ olzvorrat hätten halten können. Aber die Barjoni, welche auf den Krieg bestanden und die Friedenspartei, der die Weisen angehörten. hinderten, den Frieden zu schließen, stickten die Weizen- und Gerstenmagazine in Brand (um dle Stadtbevölkerung durch Hunger zu Wutausbrüchen gegen die Belagerer aufzupeitschen) und es entstand Hnngersnvt, von der selbst die Reichsten nicht verschont blieben. Tcnn selbst Martha, die Tochter des Böothus, eine der reichsten Frauen Jerusalems, sandte mehrmals vergebens ihren Diener ans den Markt, um Brot oder Mehl einzukaufe». War er zuerst ausgeschickt, feines Brot einzukaufen, das aber, ais er auf den Markt kanr, nicht mehr vorhanden, so wurdet auch die anderen Sorten verkauft, während er nach Hause gegangen war, um zu fragen, ob er auch eine gröbere Sorte bringen dürfe, und so ging es weiter, bis auch von der geringsten Mehlsorte nichts mehr zu haben war. Run vei suchte sie selbst, in der Stadt nach Nahrung sich umzusehen, denn nagender Hunger hatte sie befallen. Aber sie, die verwöhnte »nd verzärtelte Tochter, deren Fuß nie das Straßenpslaster betreten, die nur den Wagen oder den Tragsessel lannte, sie erlag den ungewohnten Strapazen. Nach einem ar deren Bericht soll sie in ihrem Hunger nach einer auf ö>r Straße liegenden Feige gegriffen, die sie, als sie sie in ien Mund genommen, als eine auf die Straße geworfene aisgesogene Feige erkannt habe: aus Ekel, den sie darob empfc nd,' sei sie gestorben. Mit der Feige verhielt es sich aber folgendermaßen: Ein sehr frommer Mann in Jerusalem. R. Zadok. fastete vierzig Jahre lang. Tag für Tag, um den lntergang der Stadt durch Gebet und Kasteiung abzuwent» n. Diese Lebensweise entkräftete den abgemagerten Mann so, daß er schließlich zum abendlichen Imbiß nichts anderes als Feigen, deren Saft er aussog, zu sich nehmen konnte, und de:en Schale er dann fortwarf: eine solche Feige sei es geiveser, nach der Martha in ihrem -Heißhunger gegriffen hat. Der Schwestersohn des R. Jdchanan ben Sakkai. Abba Sikra, war das Haupt der Barjoni. Zu diesem sandte der ram noch Ta was. Gelehrte, er solle insgeheim zu ihm kommen. Dieser auch, da fragte ihn der Lheim: „Wie lange wollt ihr die Einwohnerschaft durch Hunger zugrunde richten?" antwortete er: „Was soll ich machen.? Tage ich ihnen e , so töten sie mich.". Darauf R. Jochanan: „Weißt du vie leicht für mich eine Gelegenheit, aus der Stadt zum röm schsn Feldherrn zu entkommen? Vielleicht wird es mir dnrct persönliche Verhandlung möglich, etwas zu retten." Da antwortete er ihm: „Stelle dich schnür krank: alle'Welt vird kommen, nach dir zu fragen, und wenn dafür gesorgt ist. daß etwas ins Haus gelegt wird, nws einen schlechten Geruch verbreitet, so wird bald das Gerücht über dich entstehen, du seiest gestorben. Natürlich dürfen nur deine Schüler, die ins Vertrauen gezogen sind, in das angebliche Tterbezimmer kommen und für deine Fortschaffung sorgen: kein Fremder darf sich dabei beteiligen, da die schwerere Last, die ein Toter als die, die ein Lebendiger verursacht, leicht den Betrug inerten läßt. R. Elieser und R. Josua trugen nun den Sarg hinaus. Als sie an das Stadttor kamen, wollten di« Wachtposten, um zu prüfen, ob nichts Verbotenes hinausgebracht iverdo, in den Sarg hincinstechen, aber die Träger sagten: „Wie möchtet ihr dies wagen, würden die Feinde doch sagen, die Juden selbst hätten auf ihren Rabbi gestochen", und so wendeten sie es auch ab, daß man den Sarg schüttelte. Als R. Jochanan nun glücklich dem Sarge entstiegen und vor den Fetöherrn gelangt war, begrüßte er ihn: ^Friede mit dir, König! Friede mit dir, König!" Vespasian-dber entgegnetc: „Tu bist des Todes schuldig: einmal bin ich kein König, und d„ nennst mich König: und dann: b i n ich König, warum bist du bis heute noch nicht zu mir gekommen?" Worauf jener: „Wenn du sagst, du seiest kein König, das ist wahr, aber du wirst König werden, sonst würde Jernsälem nicht in deine Hand fallen, -denn bcsi uns geht die Tradition, daß Jerusalem nur von einem König wird erobert werden, und daß du fragst, warum ich bis jetzt nicht zu dir gekommen, wenn du der König bist, so antworte ich, weil es die Barjoni. die in unserer Stadt sind, nicht zugegeben haben." Darauf der Feldherr: „Wenn uni ein Faß mit Honig sich eine Schlange gewunden hätte, würde man nicht, um die Schlange loszuwerden, das Faß zerbrechen?" Darauf schwieg R. Jochanan. die Weisen aber bcmerken dazu, daß es Verhältnisse im Leben gibt, in denen die Automobil - Reparaturwerkstatt und -Vertrieb Dr. Hans Gerharde Dresden * A.., wiener Platz 3| (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen ari Wagen aller Systeme Autorisierte Werkstatt ftti Chevrolet * Automobile

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