Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 2 (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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- Plauen 2× ep/1045447
- Zittau 1× ep/1046085
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Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes Juni 1928 Protokoll der Ansschohfitzung de« Söchfischea Israelitischen Se»ei»beverbande« a» Sonntag, dem 10. Inni 1928, in der Fraternttasloge U. V. B. B. in Dresden. Morihstrahe 1 b, I. Anwesend sind: Der Vorsitzende Herr Rechtsanwalt Pont Salinger, Dresden (stimmberechtigt); aus Anna Isaak Ehanange (stimmberechtigt), Herr Stellvertreter; aus Bautzen: Herr Julius H (stimmberechtigt); Herr Sturt Riest, Stellvertreter: nitz: Herr Joseph Kahn (stimmberechtigt), Herr Dr. Martin Lappe Istimmberechtigt), Herr Geore bürg, Stellvertreter, Herr. Hermann Schenke l, '■ ctus Dresden: Herr Siegfried Pionkowski ssti Herr Sqnitätsrät Tr. Emil Z i m m c r m a n » (jti Herr Egon Feuerstein, Stellvertreter, Et l a u b e r, Stellvertreter, Herr Dr. John aus Leipzig: Herr Karl Goldsch inidt Herr Wilhckm Breslauer (stimmberechtigt), T u m p o w s k y (stimmberechtigt), Herr Einst I o berechtigt); aus Plauen: Herr Rechtsanwalt Tr. borg (stimmberechtigt); aus Zittau: Herr Hugo yer lstimmberechtigi): Herr ^Prediger Siegfried B Zwickau: Herr Paul Katz lstimmbcrechtigt). Die Vereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen wird von Herrn Rabbiner Dr. Felix öl o l d m a n n, Leipzig, die Sächsische Israelitische Lehrcrvcreinigung von Herrn Prediger Emanuel H e i m a n n, Plauen, vertreten. Ferner nehmen an der Sitzung als <8äste teil: aus E h e in »itz : Herr Rabbiner Tr. Hugo F u ch s, Herr Julius Steinaus Dresden b e r g : .verr Ado f R i ch t c r, a m b u r g c r aus E h e m - Rechtsanwalt M e ck l c n > tellvcrlrctev; nmbcrechligt«, ninberechtigt), Herr Direktor Artur L c v y, Stellvertreter; «stimmberechtigt), Herr Louis rke ,slimm- Jstdor <>lold- Schlesinc l l a k aus Herr Max b e r g, Herr ' Lipa Scharf Lesser, Herr Max L e v i, Herr Sanitätsrat Är. Siegmund Salzburg, Herr Direktor M. Zucker, Herr Rabbiner Tr. Albert Wolf, zugleich für das abwesende Mitglied des Vorstandes Herrn Rabbiner Professor Tr. Jacob Wüster die Fürsorgerin Fräulein Thea Waitzselber; aus Leipzig: Herr Justizrat Le brecht. Der Ehrenvorsitzende der Dresdner Elemciude, Herr Oskar L e s s e r, Dresden, hat sein Fernbleiben von der Sitzung entschuldigt und wünscht der Tagung besten Erfolg. Das Protokoll führt der Vcrbandssckretär Ploe nachcr. 1. Bericht des Vorsitzenden. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung um U'A Uhr mit einer Bcgrüstung der Erschienenen. Er stellt fest, dast die Sitzung nach den Vorschriften der Satzung eiaberufen ist und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, dast alle Gemeinden vertreten sind. Er seho darin einen Beweis >ür das wachsende Interesse an den Arbeiten des Verbandes. Als wichtigster Beratungsgegenstand, so führt der Vorsitzende weiter jaus, erscheint auch auf der heutigen Tagesordnung wieder der Reichsverbauo der deutschen Juden. Rach der politischen Lage ist nicht zu erwarte», dast die sächsische Staatsregierung den Entwurf deS Gesetzes über die öffentlich-rechtlichen ReligionSgcscllschaften dem jetzigen Landtag noch vorlegen wird. — Dasselbe gilt von dem RechSschulgesetz; es sind deshalb diese beiden Gegenstände nicht auf die TageSordnung gesetzt worden. Der Vorsitzende hat über die verschiedensten Fragen, die zum Teil bei Punkt 2 der Tagesordnung vorgetragen werden sollen, mit dem Ministerium ver sandelt. Insbesondere sind hier zu nennen Angelegenheiten der Besteuerung, deS Austritts, Ausweisungen. Für mehrere kleine Gemeinden ist das ganze Besteuerungsverfahren von der Verbanpsleitung neu geordnet und geregelt worden. 2. Eingänge und Mitteilungen, a) Infolge des Verordnung deS Ministeriums für Volksbildung vom 27. Janitar 1027^ die Ueberlassung von Schulräumen für Veranstaltungen gusterhalü deS Schulbetriebs betreffend, find in Leipzig Schwierigkeiten wegen der Bereitstellung staatlicher Schulräume zur Erteilst»« des ijraelitischen Religionsunterrichts entstanden. Speziell handelt cS sich um die Ueberlassung von Räumen im König-Albert-Gymnasium zu Leipzig. Die Verhandlungen, die darüber zwischen der VerbandSleitung und dem Ministerium für Volksbildung und zwischen der Israelitischen ReligionSoemeinde Leipzig mit deist Ministeriuin und dem Rektor des Konig-Albert-GymnasiumS stattgefunden haben, sind noch nicht zum Abschluß gekommen. .... _ l>) Die VcrbandSgeincinde Plaue» hat den Aiitrag gest.llt, der sächsische Israelitische Ökinciiidcvcrbaiid möge bei den zust> ndigen staatliche» Körperschaften um Ucbernahme der Kosten des Israeli, tischen Religionsunterrichts' auf den Staat nachsuchcn, un > zwar im gleichen Umfange, wie d^r Staat für den ReligionSur terricht der zwei staatlich anerkannten christlichen Religionsgcsell chaftcn -Lvrge trägt. Bei der Aussprache hierüber wird auch wiedeium die Frage der Unterstützung leistungsschwacher Synagogcngei >einden durch den Staat berührt. Zur weiteren Bearbeitung de, Sache wird eine Kommission eingesetzt, bestehend aus den Herren Siegfried Pionkowski, Dresden, 'Rabbiner Tr. Albert Wolf, Dresden, und einem noch zu benennenden Dresdner Lehrci. i c) Herr Rabbiner Tr. Gold mann berichtet über e neu inden jüdischen Zeitungen schon behandelten Fall, der die B> frciung seines Sohnes vom Schulbesuch an Sabbaten und jüdische« Feiertagen betrifft. dr' Das Perordnungsblalt des sächsischen Ministeriu, iS für Volksbildung enthält einen «Lehrplan für die Volksschule, ". In diesem Lehrplan ist der evangelische und katholische RcligionSnnterricht ausführlich behandelt, vbm jüdischen Religionsu gereicht ist nicht die Rede. Auch dieser (Gegenstand wird zu der z i i, gewühlten Kvinmission zur weiteren Bearbeitung überwiese,. Von der Eingabe der Verbandsgemeinde Plauen, die Mittelbes hafsung für den geplanten Synagogcnbau in Plauen betreffend, niignn der Ausschust Kenntnis. o) Das Reichsgericht hat am 26. Oktober 1021 -eilt) hieben: «Die Vorschrift in Artikel 137 Absatz 3 Satz 1 der Reichsvei assung, die den Religionsgesellschaften das Recht verleiht, ihre An,elegcnhkitcn selbständig zu ordnen und zu verwalten, ist unn ittelbar geltendes Recht." Tie Eingabe des VerbandSvorstandeS an das Ministerium für Volksbildung vom 0. Oktober 1027, die nch mit der Auslegung dieser Entscheidung befaßt und der auS ührliche Bescheid deS Ministeriums vom 1. November 1027 ist d n Ver bandsgcmeindcn in Abschtift mitgeteilt worden. . k) Tie Eingabe der «Jüdisckien Volkspartei Sachsen" in Zwickau vom -1. Juni 1026, die Aufstellung eines Normalstatuts für die Israelitischen ReligionSgeineiiideii Sachsens betreffend, w cd kurz besprochen und hiernach für ctlcdigt erklärt. . st) Entsprechend dem Beschluß der AuSschußsitzung vom 0. Jui» 1027 ist der VerbandSvorstand beim Justizministerium da in vorstellig geivorde», das; mit der Seelsorge in den G> fangen» anstaltcn die ortszuständigen Rabbiner und Prediger bctxaut werden. TaS Justizministeriui» hcit dem vorgetragenen lwsuchen entsprochen. h) Die Jnlernalionale Frauenliga für .erieden und ,erc oe'it hat die Ausmerksamkeit der Reichsministerien , der Justiz , nd deS Innern und des deutschen Reick)Stägs auf die fortgesetzten Schi,", düngen jüdischer Friedhöfe gelenkt und Abilichrmasinah»,.-» vor. geschlagen. Das sächsische Ministerium für Volksbildung hat den Verband zum Bericht aufgefordert; es ist mitgcteilt Worte», das; nur in Plauen — im Jahre 1025 — ein sehr ernster F< ll einer solche» Schändung des Friedhofs vorgekoinmcn ist. i) Bei der Einweihung neuen Friedhofs der Bi rbands» gemeinde Leipzig am 6. Mai 1028 ivar der sächsische Jsr> elitisihe Geincindevcrbond durch das Mitglied seines Vorstandes, de > Herrn Rabbiner Professor Tr. Winter vertreten. k) Von einem Schriftwechsel mit der Verbandst uncuide Ehemnitz, Mitteilungen der Behörden an die Jfraelitift en ReligionSgemcindcn über den Zuzug von Israeliten be ressend, Nimmt der Vcrbandsausschuß Kenntnis. Der Vorsitzende ti ilt dazir mit, daß auf eine Eingabe der Israelitischen Religionsgeml inde zu Dresden der Präsident deS Landesfinanzamts zu Drei Sen die Finanzämter angewiesen hak, der Israelitischen Religionss eniciisde zu Dresden aus Grund der über das Religionsbekenntni s geforderten Angaben in den HaushaltungSlistcn alljährlich Rami, Stand und Wohnung der steuerpflichtigen Israeliten in Listenfo m mit- *U I) Eine Eingabe der Arbeitsgemeinschaft zur Bekämps r»g der Tuberkulose in Frankfurt a. M. um Unterstützung ihres Liebes- Werkes in der Form, daß der Vereinigung Mitglieder z igefuhrt werden, soll den Verbandsgemeinde» in Abschrift riitgeteilt werden. . .. ---LI rnt ■*».. ..