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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-04-30 · 12 (30.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
12 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 Semetndeblatt der Israelit der griechischen Welt, hat unter Glaube dieses verzückte scheu ReligionSgeme geben der Vernunft und ekstatische Verlassen der Tatsachen verstanden. Ganz etwas andres als der Glaube bei Jesa a. bei dem man das Wort Glauben zum erstenmal in der Religions geschichte findet und der nicht Verzicht ajif die Situation des Sall^^Iayer Altmarkt 10 Ruf 12045 Zeitgemäßer Bürobedarf Auf- Das Fachgeschäft für Schreibmaschinen Alte Arten Drudcsi dien vornehm, schnell, preis sondern dass Ver- Un> > findet, in der ge geaus wert in der Vernunft stehenden Menschen meint, trauen des Sittlichhandelnden bei der sich einstellendtjn übersehbarkeit, die sich bei jeder schöpferischen Tat vo Paulus hat der Kirche des Christentums die Wege griechischen Welt geebnet. Diese Kirchf: l>at aber la, braucht, um alle Cltjmente der heidnisckieu Theosoplste ihrem Bereiche zu etitfernen. Tie Weite der Pauli nische» Mission war durch disese Angleichung ait die gricchischc Tltco sophie möglich geworden. Ter Erfolg ist also trotzdem gering, wenn man die Entfernung von der Frömmigkeit erm ht. die doch der griechischen Welt gebracht werden sollte und die die jüdische war. Ter Christus, der sich durch Paulus d c Welt eroberte, >var nicht der Rabbi aus Galiläa, der ein Sl nd des Judentums war und blieb, den die Rabvinen in ihren Synagogen predigen liehen, der, ein Opfer!des dem Hcroses gejügigen Gerichtes der feudalen SadduKäer (nicht der Pharisäer), von den Römern getötet wurde,! weil man in ihm mit Recht oder Unrecht einen Nationalhclden mit Makkabäeridealen befürchtete. Sondern er >var ^ine Christusfigur, in der der Jude kaum mehr zu erkennen uxir, in dem aber die griechische Welt die alten Sagen von Dionys' Tod und Auferstehung, von der khigenden Göttermutier Temctcr, von Isis' Suchen nach Osiris' zerstückeltem Leichnam und dessen Auf» erstehung und von anderem mehr wiederfand. Ter! Natnrmythos, der das Schema vom Entstehen »nd Vergehen aus der Natur zum Vorbild hatte, verdrängte das tragische Vorbild vom leidenden Knecht Gottes, von dem die Lieder des zweiten Jesaja handeln, und der durch die Opfer, die der sittliche Heros auf sich! nimmt, die Gesamtheit fördert, d e gegen sein Schaffen bliiid ist und ihm w derstrebt. W<nn das Christentum das.Aste Testament aufgeyommen hat. so ist das dnischen die die Natur- Gottes Alte Testament die! Kraft gewesen, dutch die die hei Ucberreste überwunden werden konnten und durch Kirche ihren Christus trotz Paulus nicht im Sinne dei Mythos, sondern iist Sinne des jesajanischen Knechtet versteht. j Das Hauptinterjesse gewinnt Paulus für uns Jud seinen Kampf gegest den Partikularisistus des jüdischen (Ye setzes. Paulus berstst sich bei seinen Bestrebungen, die Sc11- “ interessen des Judentums zugunsten seiner neuen Bell fallenzulassen, auf den Universalismus der Propheten. n durch Lebcnseltkirche Mit Unrecht. Ter Unibersalismus der Propheten, der löhrt, dast der Gott Israels her Gott der Menschheit ist. sielst in der eigenen Gemeinschaft die Plattform, Gott gegenüber sich zu beivähren. Test» das Gute, das geschaffen ,mbJ ist nicht nur für den kleiney Kreis der das Gute schaffenden Menschen, sondern für die ganze Menschheit bedeutsam. Tas! Werden des Guten hat naturnotwendig seine! partikulare Geschichte. das Gute selbst ab inde Dresden Seite 7 wirkende» Bedeut, »g weih nichts von diesem Partikularis mus, es ist univcr der Menschheit, so im Sinne des Pr, in dcineiii Kreise, in Paulus lebt, n r in feinem Wert ,p,d in seiner sich a»sal. Jede wahrhaft gute Tat ist Eigentum dah das Gebot: wirke für die Menschheit! phetismus einfach heihcn darf: tu' Gutes Von diesem Univcrsalisiiius ist das, um» in ganz verschieden. Bei Paulus ist nicht die Liebe, zur Me, schhcit, die ihn die Wcltkirche wählen und das Judentum pr isgeben lässt, das seelisch erste, sondern es ist der Hah, der! cn Inden-Griechen gegen das unbequeme Judentum erfüllt. CS nwr nicht bequem, Jude zu feiy: auhen das Imperium Ro nanum und im Innern die strenge Kirchenzucht der' Rabbinc,. Tiefe Kirchcnzucht hat Paulus, der zur Geihelnifg Pcrurtt ilte, hart zu spüren bekommen. Nicht Jude, noch Grieche — di? Menschheit! Tas ist der schwüle Himmel der Opposition, di? von der eigenen (bemeinschast loskominen will! Apuherlich dasselbe Bekenntnis wie bei den Propheten, aber aus ganz a lderm Motiv, aus einer .Hahliebc. Tiefe -Hahliebe, auf die die Psychologie seit Nietzsche die Aufmerksamkeit lenkt, mai nennt sie Ressentiment, verfälscht hier das Bekenntnis g,r Menschheit. Dadurch wird dieses Bekenntnis, obwohl Ser Anhenstchende den Unterschied vo» dem gleichlautenden, ons der Liebe entstehenden Bekenntnis gar nicht merkt, zu eil,cm Instrument des.Hasses. „Man spricht von Liebe und sch vitzt dabei": Paulus ist Rcnentiii,entmensch. Eine von den wenigen Stellen in dem Werfelschen Paiilns- Trama..die der Historiker anerkennen kann, lautet mit Bezug crmögli Modesc i verbind.:: Qualität Fabrik* nderung ein Schuh erregt ndig mit Eg*Gü gepflegt! forblcs in derZubje die vollkommenste Pflege aller hellfarbigen uhe, schützt diese gegen äußere Einflüsse, rt Fledcenbildungcn und ist unerreicht in und sparsam im Verbrauch. Die Eg-Gü» e sind in allen Fachgeschäften erhältlich. Gute Möbel «e|(nn»e< I»70 A. Nentzsch Dresden & €o. Hule Möbel Telephon Spestalhans für Möbel n«ö Dekorationen vetthnnf«»»n«e in HenfnM: Vqmtzne« »»rnhe 7»—») ln AltffnM: Ornnner Strnhe M—äS

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