Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 11 (31.3.1928)
- Date
- 1928-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I Gememdeblatt der Israelitischen Reliaionsaemeinde Dresden der Ifi eaetttis Al» Gen Religions itliches Organ des Gemein gemeinde Dresden Verantwort!. Schrtfti« Houptannahmefielle f itnnfl: Biirodlrektor LPloemacher. Dresden - Verla«: Israelitische Reli Ir Inserate: Iac. Sternlichi, ZrughauSstratzr 2.1. Telephon 14051 lionSaemeiade Dresden - Druck: Kaden DEomp.. DreSden-A. - Die 29 mm Roapareillezeile tostet 30 Pf , laufend Rabatt | 3. Jahrgang || m m Dresden, öm 31. März! M8 MKK Nummer 11 Was bedeutet dies Von vr. Albert Wolf Um Mitterna i,t ist Israel alls Aegypten gezogen. Es zog a»s, dem Lichte entgegen. Darum feiern win Pessach, uns zu erinnern, >atz immer der Ssacht der Morgen folgt, datz es aus der FinfstrniS einen Aufstieg gibt zum Licht Wie viele Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende sind doch verflossen seit jener Pessachnacht in Aegypten! Als Mumien gräbt man die Pharaonen aus. Von ihrer -Herrscher grötze, ihrer Markt und ihrem Seih künden nur noch! tote Ge bilde, die dauernder waren als die Menschen, die ie geschaffen haben. Israel ab:r lebt noch. DaS kleine bedrückte Volk zog aus Aegypten aus zur Freiheit und zum Leben. Wie pflegen die I Menschen doch so stolz zu sein auf edle Traditionen ihrer Familie. Die Zahl der Ahnen gilt als Matzstab der Vornehmheit eines Geschlechts. Wie ist doch der Agel Israels an solchem Matzstab gemessen so alt und ehrwürdig. Aber wenn wir in derPessachnacht erzählen vom Auszug auS Aegypten, die alten Geschlechter vor unserem Auge erscheinen, da wird die ganze Tradition Israel» lebendig, da fühlen wir, die Einheit Israels ist über Ort und Zeit erhaben. Gibt eS Menschen, auf die daS Ehrwürdige und Heilige keinen Eindruck macht? fvas Pessachfest gibt uns Antchort auf diese Frage. Werda spricht: Was ist euch dieser Dienst? der leugnet den Grund der Welt. Der schlicht sich aus der Gesamtheit aus. Der verleugnet seinenkaterundseine j Mutter, der kennt keine Tradition, der weiß nichts von der Erhabenheit der Geschichte. Wohl gibt es solche Mensche»: aber ihnen soll auch die rechte Antwort werden. Uns hat der Ewige geholfen. Um der späteren Geschlechter willen wurde Israel aus Aegyaten geführt. Wären sie, die Hochmütigen und Selbstsüchtig m dort in Aegypten gewesen, sie nxiren nstht erlöst worden. Ein hoher Sinn lebt in der Geschichte. Sie Wir fei undKindel Rächt? rn das Pessachfest in unsern -Häusern. Eltern sind in heiliger Stimmung vereint. Ter Vater, der im Lebsn. am W-rktage, dem Berufe, der täglichen Arheit nachgeht, können mir Kindes ist »r qkut der Nürnberger tzaggabah scheidet die Unbrauchbaren aus. Am Leben der haben nur die 6 dien, die Liebenden und Gerechten Anteil. Ewigkeit erfdjeint dem .Kinde veredelt, verklärt. Wir lieben, wo wir achten können. Tie Liebendes dort groß und stark, wo es verehrt und anbetct. Zur Anbetüng wird es gestimmt, wo es den Pater heilige Handlung vjerrichlen sieh». Der Weihe des Sederabends enlströml die Kraft der Verehrung und der Liebe. Der Sederabend ist eine der Wurzeln der jüdischen Familie. Die Familie ist der Quell reinen Menschentunis. Tie jüdische Familie ist der Born des Judentums.llm desIudenlmnS und um des Menschentums willen feiern wir dasPessachfest. Zweierlei kann Fragen bedeuten: Unwissenheit und liebendes Jnteresse.Es ist cinbösesZeichen, fo meint ein Weiser, datz die heilige Schrift angedeulet hat, datz die Kinder einst vom Pessachfest sagen werden: Was ist das? Die Unwissenheit ist ein Zeichen des Verfalls des Judentums. Aber ein anderer Weiser meint, die Frage ist ein gutes Zeichen. Sie verrät Liebe nnd.Jnteresse. Wo das Kind, das am Feste teilnehmen darf. Vater und Mutter, die Geschwister in froherund weihevoller Feiervereint sieht.da fragt es voll innerer Freude und Beglückung : Was ist das? Und diese Frage ist Interesse, ist Liebe. Schwer und sorgenvoll ist das Leben Unserer Tage^ Wenig Stunden kur Erhebung des Gemütes bleiben uns. Tic Gefahr ist giotz. datz unsere Seelen stumpf, datz unsere .Herzen hart werdm. Möge in dunkler Nacht das Licht der Weihe wieder crjtrahlen. Möge an diesem Pessach Israel wieder von neuen auszichen zur Freiheit, zur Freiheit der Seele, zur Befreiung unseres Herzens und unseres Gemütes. Möge der Sederabend von Israels ewigem Leben Zeugnis geben, möge lichtk Freude herrschen in unseren Wohnungen, wenn aus kindlichem Munde die Frage kommt: Was bedeutet diese Nacht? Religioasschule der Israelitischen R^ligionsgemeinde Dresden Die Anmeldung neu aufzunehmender für die Religionsschule l in der 1. Volksschule. Psestalozzi- |=| für die strotze 2. Mittwoch In 1$. tpitt, »och»i«>»< I D Ret> Ihr I-j Eck« Gchull « itu «Schüler erfolgt: c. religionsschule II in der 2. Volksschule, Carolastrahe 4. bahnstr.. Mootoo in Zi. Sprit, «ochmtttop« ) Uhr n g.