Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 10 (29.2.1928)
- Date
- 1928-02-29
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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I Nr. 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Gastspiel der tzabima im Albert-Theater Am 2l„ 22. und 23. Februar gab das Moskauer Künstlerthealer auch in Dresden Gastspiele. Tie gesamte Dresdner Presse war des Lobes voll über die erstaunlich hohe künstlerische Leistung. In den Dresdner Neuesten Nachrichten äußert sich Tr. Fantl: Es ist unbestritten ein Pcrdienst der Bühnenlcitung, diese» Ensemble »ach Dresden geladen zu haben. Man weiß i» allen an Theaterkunst wahrhaft iiiteressicrteir Städten schon seit Zähre», ivas diese vor etwa zwei Zahrzehnten in Moskau gegründete Bühne bedeutet. Weiß,,daß diese Thcatcrkuiist jenseits von Politik, Rasscnfrage, Nationalismus, Konfession, Tendenz steht. Daß es hier uni etwas andres geht: um eine Schauspielkunst, in der sich die Seele einer Gemeinschaft spiegelt. Ties das Wesen der Qabima: Theater nicht als gesellschaftliches Ereignis, sondern jüdisch-religiöses Erlebnis. Theater im ältesten, im antiken Sin». Hablma heißt Bühne, aber auch Altar. Man denkt an die griechische Tragödie, an den tpseraltar in der Orchestra. Theater zu Ehren der Religion. Introite, nam ci hic dei sunt! Ein Lessing mußte es seinen Zeitgenossen erst versichern, daß auch im Theater die Götter zu finden seien; für das hebräische Theater ist Religion-die Voraussetzung. Weihcspiel! Zn der heiligen Sprache der Bibel. Dieses Theater, das aus dem Citcit zu uns herüberkommt, zeigt alle Merkmale ostjüdischer Wesenheit. Religiöse Znbrunst. Hang zur Mystik, Sich-Bertiefen in metaphysische Fragen, Qual des Bedrücktscins, Sehnsucht nach Erlösung. So die Dichtung, so das Spiel. Was gespielt wird, ist zuletzt gleichgültig. Gleichgültig auch der Dichter. lleberall Unterordnung unter die Zdce. lind die heißt stets.- Erlösung; Jüdische Familienforschung In der Erkenntnis, daß die Pflege der Faniilienkunde. I insbesondere die Beschäftigung mit der eigenen Familien-{ geschichte den, Zusammenhalt der einzelnen Familienmitglicder stärkt uttdl erhält, in ihnen eist gesundes und berechtigtes Selbstgefühl weckt und durch das Bewnßtwerden der Verant-, Seite 17 wortnng get enüber den nachfolgenden Geschlechtern uns denjenigen inneren Rückhalt gewährt, der das Judentum vor Zerfall und Zersetzung schützt, erstreben ivir in gcineinsamsr Arbeit: „jüüsckie Fainilienforschung''. ‘ Tie Mittel zu diesem Zweck sinh: >0 Führ ing! eines Archives, in .dem Familiengeschichten. Ehro tiken, alte Urkunden und Toknincnte sowie Stau mtafeln (Vorsahreni oder Nachsahrentasel» non iiindestens vier Generationen) im Original oder in A ischriften vereinigt lverden sollen. >>) Znsa nmenarbeit der Mitglieder durch Auskiiitstertei-. Imift über gcincinsaine Ahnest »sw., Einrichtung einer Berattnngsstelle, Erzerpiernng einschlägiger Akten aus össeritlichcn Archiven. •‘) Znsa nnienkünfte der Mitglieder zu Vorträgen und Tiskiissioncn über gemeinsani interessierende Fragen, anch ans den Grenzgebietender (beschichte, der Sozio logie und der Bererbungsivtssenschast. >1) -Heronsgabe eines Mitteilungsblattes. > Mitglie» werden kann^eder^Jnhe nnd'jedc Jüdin, die sich sür unsre Ziele interessieren. Es fvird erwartet, daß sie ibr eigenes Material entweder im Original Zgegebenensalls durch letztwillige Verfügung nach ihrem Tode) oder in Abschrift dem Jüdischen Familien-Archiv übergeben. Ter M tgliedsbeitrag beträgt für .Korporationen M M.. für Einzel! terfonen 10 M. Toch ist der Vorstand besagt, in geeigneten Fällen den Beitrag bcrabziijetzen. um wertvollen Mitarbeite:n unsrer Sache nnter allen'Ilmsränden den Bei tritt zu er nöglichen. . Tr. A. E z e l hi tz e r, Vorsitzender,^Berlin. Potsdamer Str. 7>. Ern st W o l fif, Schriftführer, Bctlin. Nene .Oönigstraßc 70. Adolf S t je r n, Reglernngsbaiimeistcr. >iassensübrer, Berli, W p, Bregenzer Str. j.i (Postscheckkonto lOl <m j. »de von morgen Seidenstoffe, Strümpfe, bringen resden, Ic Strfick waren, Seidenwäsche :o r I a h a u », Waiser\hausstraße Ernst Mbbius Baumeister Dresden-A. ViktoriastraDe 20, Fernruf 19394 Hoch-, Tief- und Betonbauten Ausführung von Neu* und Umbauten aller Art, Schwemmkanalisationen, Rüst-, Abputz*, Zimmerer* und Bautischlerarbeiteri > Veranschlagungen t)nd Auskünfte bereitwilligst lüni an“-Restaurant Raschln -■ Dresden ■- Sorgsamst gepflegte Küche )n Individualität des einzelnen Gastes wird gern ■?edihung getragen. Viele. Hunderte schriftliche \nerkennurigen. Neue (icscllschaftsräumc^für 'aniilien* und andere Festlichkeiten. Große und Icinä Konferenzzimmer. Bevorzugt besonders nach k-m 'Theater. Im Hotel 85 Zimmer mit allen neuzeitlichen Bequemlichkeiten. Bestimmt zu Ihrer Zufriedenheit - brflder Eberstel Mtunnit 7 Älle {Haus* und Küchengeräte, Küchenmöbel Kaffqemakchlnen, Tischgeräte, billige Geschenkbrtikel Qlas. Porzellan, Steingut. Preßkrlstall ' * O Monatsratenzan lungert bedient Sie der Arbeitsnachweis Dresden Maternistraße 17 Fernsprecher 25881