Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 7 (28.11.1927)
- Date
- 1927-11-28
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
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Seite 28 Gemeinjdeblatt der Israelitischen RelFgionsgemeinde Dresden Spiele bet de» Jude« Nr. 7 An den Chanukkah-Abcnden w irden Spiele aller Art vcranslaltet. Was und womit haben unsere Glaubensgenossen in früherer Zeit gespielt? Ter Mi »rasch 'sagt: „schon im Lpiele erkennt man den Knaben, ob er R >scn -oder Dornen hcroorbringen wird." Dem Kinde den unschuldiken. ja vielfach nützlichen Genug am Spiele zu versagen, ist unverr ünfrig und unrecht. Ein Kino, dem man ein Spielzeug in die Hand gibt, kommt in die Laqe^ ohne besondere Anstrengung schon im kleinen den Geist zu üben, und die Spiele mit Altersgenosse, machen den Knaben regsamer und lebhafter.; sie bringen ihn an>cren Menschen näher, mährend solche Kinder, denen schon frühzeiti g weder allein, noch mit anderen zu spielen gestaltet wurde, sich später von den übrigen zurückziehen und auch von niemandem ausgesucht werden. Wie man aber an dem Spielen der Kinder bereits erkennen kann, ob ihr Tun rein und tugendhaft fein kann, so kann man von ihnen auch auf die Sitten un) Neigungen des ganzen Volkes schließen. To finden wir besondirs bei den gebildeten Völke.n aller Zeilen .Kinderspiele erwähn!, die nicht nur den Zweck des Zeitvertreibes hatten, sondern rorzüglich zur Veredelung des Geistes dienten. So erwähnt -der Talmud und Midrasch Kinderspiele. die nicht nur unschädlich waren, sondern sogar wichtige erzieherische Vorteile gewährten, die aber vor allem deshalb besprochen werden sollen, weil sie zutn Teil jetzt noch in Anwendung kommen. Das Targa-Spiel (Stuf nspiel■ besteht darin, daß auf drei aneinandergelcgre Rüsie eine vierte gelegt wird. Gewöhnlich stellt jeder Spieler eine Targa ruf; und sind mehrere Spieler beteiligt, so werden die Targas in Kreisfornt ausgestellt, in dem eine Targa in die Milte komm!. Mit einer möglichst großen Nuß wird von einer vorher beitimt iten Stelle aus nacki den Targas geworfen. Wem es gelingt, derartig zu treffen, daß die oberste Ruß herunterfällr, hat -ie betreffende Targa und gewöhnlich auch alle anderen Targas gewonnen. Das Bechoro-Spicl iErftgcborcnen-Spiel). Von jedem Spielenden wird eine gleiche Anzahl Nüsse eingestellt, die in einer geraden Linie nebeneinander gelegt werden; un > rechts von allen wird e ne Nuß, gewöhnlich die größte (Bechor, E Ztgeborener, Vorzüglich ter) gelegt. Bon einer vorher bestimmte, Stelle wird nun nach d:n Nüssen. geworfen. Wird die größte liuß getroffen, so erhält der Gewinner alle Nüsse, bei jedem anderen Wurf nur diejcni;en, die links von der getroffenen liegen. Beide Spiele bringen dadurch großen Nujtzen, daß sie die Kinder im geschickten Zielen upd Schleudern üben. Eire dritte Spielart besteht darin, daß di! Kinder die von ihnen nufgcrichteten Schcrbenhügel mit ihren da lach geschleuderten Steinen der Erde gleichmachen oder auch neue, aber gesprungene, also nicht mehr brauchbare Tongeschirre durch il re Schleudersteine zerstören. Tiefes Spiel ist unserm heutigen > "opfschlagcn" ähn-. lich. So kaufte auch ein Talmudlehrer seinem S inde zersprungene irdene (Geschirre. Unversehrte wurden niemals genommen, uu, das Gebot „Tu sollst nicht zerstören!" nicht zu i vertreten. Das Ballspiel. Besonders beliebt war das Werfen von Hand zu Hand, und es scheint von den Mädchen vorzüglich geübt worden zu sein. -Aber nicht nur Kinder spielt! n mit Bällen, die ihnen gewöhnlich ihre Mütter verfertigten, son >ern auch Erwachsenc. Ja, diese-erlangten oft so große Geschic lichkeit darin, daß sie auch mit anderen Gegenständen spielten, äh, lich unseren Eqililibristen und Jongleuren; und selbst bedeutend, Lehrer übten sich in dieser Kunst. So spielten ein Talmudlehrcjr am Laubhüttenfcirc mit brennenden Fackeln, ein anderer mit acht Messern, ein dritter mit acht Bechern, ein vierter mit acht E inern. Wie heute, so bereiteten auch die Kinder aus Ton ,/tzügclformcn" und bildeten daraui waren usw. -Tie „Schelle" wurde den Kindern um wie auch an Wiegen als Einschläferungsmitte! das Holzpfcrd i Steckenpferds wird als Cp elzeug im Talmud erwähnt. Tie 'Kinder formten Nüsse oder KürbissHalen zu Waagschalen um, mit denen sic Sand. Steine vL a., was sie beim talmudischer Zeit alle, Arten Backen Hals gehängt, angebracht. Auch DampfmafdianUalt „Tleu JlicclaHtra&e 22 PFUNDS MOLKEREI «fRUFl6280% MAX PINKUS \ Marschallstr, 501: Älteste und bekannteste Großmolkerei In Dresden hält sich der Dresdner Einwohnerschaft bestens empfohlen Nur erstklassige Molkereiprodukte Vollmilch Sahn« » Schlagsahne Yoghurt Buttor g Margarino 45 Ausfahrer / 50 Läden in allen Städtteilen Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund O« m» bi H« Tel. 25246 Dresden-N., Bautzner Straße 75/81 Tel. 25246 00010253020102015300020002234801002353230201022353484800534853534801025323485323234848004823535323484823 86^86706655720896114446861739583024^8760158998979217046886