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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-11-28 · 7 (28.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
7 (28.11.1927)
Date
1927-11-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gtmem-etckalt der MraelitlfGen Religionsgemeinde Dresden > Amtliches Organ des Gemeindevorstandes Deranttvoetl. ©<b Hauptannahmeste riftftifana: Tün ttt für Inserate ilrettor L-Ploemacdrr. Dresden«Brckag: Israelltlscbe Religionssemeiube Dresden - Druck: Kaden 8lEo«p„ Dresdea-A. Zar. Gternlitt, Zeuobausstraße 2.1. Telephon 14051 - Die 29 mm Ronpareillrjrile tostet 30 Pf., lausend Rabatt 3. Jahrgang HM mm Dresden, dm 28. November 1927 Nummrr 7 sie haben alle ihre abend, der sabbatausga», festes oder des sühtifftag« ob erster oder zweiter! achter... Ab« n Das Fest am Werktag igenc Atmosphäre: der Freitagder Vorabend des Wallfahrts- Ja, es ist sogar ein andres, d ist, ein andres siebenter nnd nnd Heller, je länger dn in die Flamme blickst. sie überstrahlen alles Glicht ringsum, nnd nxiren es Tausende nnd aber Tausende Kerzen elektrisclien Lichts. Tn siebst ja nur die Ehannkkah-Lichter, sichst nicht mehr Wahlen nnd scheFs. Pryzeste nnd sitznnge», siehst nicht die Welt von heute... Und es ist ein andnes, tag oder Erinneriiugsfeier TaS ist der Zauber der Jahrhunderten auch heute: änderter Landsckiaft und den, der traditionstreu ist findet, fühlt das Fest — frier und synagogenbcsuc > Lichtfest, Channkkah, He nnd Weihe des Werkta der Reihe der Arbeitstage oder schnee drauße, ringsum scheint sich s tvider die Natur zur ege: i >b großes oder kleines Fest, Fastjiidisclien Feste: er ivirkt ivie vor wirkt trotz veränderter Zeit, verlmgebung: wirkt nicht nur auf nnd Zeit hat, oder sie sich nimmt. zu feiern nnd zum Gattes »ienst zu kommen. Auch der empoft tiefer im Herze» als der sogenannte „Fromme" -4, b« in der Kampf ums Dasein Festesverbietet... eihefest: eine kleine stunde Licht Triiber Tezcmbertag, wie alle in heute. Frühe Dämmerung, Xkebel »stles i n dir, außer dir, alles den Zwang zn empören, der Altbeit zwingt, als wäre es Tag: scheint sich über die Bilutaiität einer Zivilisation zu empöre», die aus Nacht Tag michel will und .Körper und Geist zur Maschine degradiert, Arb'it erpreßt, wo Ruhe natürliches Leben, natürlichstes Gebo iväre. Aber du hast dich daran gewöhnt, denkst nicht |>nri der nach, meinst, es müsse so sein. Was nützte auch dein Wi »erstand? Tu stehst ja mitten im, Wirbel der tollen Zelt i nd mußt mit: nnd unterdrückst, ohne es zu wollen, alles, was noch natürlich ist in dir, .und ivaS gut ist... Aber bist du Jude. >vc ißt du nur noch ein Restclien vom srohen Wissen der Ah ien, fühlst dn dich nur in irgendeinen, letzten Winkelchen deine > Herzens mit ihnen verbunden, dann rettest du ein Fün chen des heiligen Feuers, das du als Erbteil deines herrlichen .Heiligtums im Herzen trägst, das dann und wann, alb heiligen Zeiten einmal, aufglüht für Augenblicke. Und üe verlöschen wird, bist du ein treuer Diener am Astar deines Herzens. Tann legst du am Lichtfest, wenn di§ 3 »ine versnnken ist, wenn Tag und Nacht einander grüßen, die Feder hin in deiner Arbeitsstube, blickst von den Büchern auf, läßt Werkzeug nnd Maschine, und entzündest die Lichter am Ehanukkah-Leuchter. Und siehe — du mußt nur Augen dafür haben und ein.Herz dazu —. gleiches Wustder begibt sich, wie einst in den Tagen der Hasmonäer. Tie keinen, winzigen Lichter, die ein Hauch deines Atems wfjoi: verlöschen kann, sie brennen heller sTa stehst dn. ein Knabe wie einst, vor den Lichter», nnd dein Vater führt deine Hand, in der das Lichtchen zittert, »nd steckt bedächtig die heilige Zahl der Fläinmclx'n an, und dn sprichst ivieder nach, deinem Gedächtnis entringen sich mit einem Male die vertrante» Worte, dn hörst die stimme des Vaters: „lehadlik ner schelachanukkoh" «das Weibclicht zn entzünden), nnd „scheoßo nißim la-awosenir «der mi’joru Vätern Wunder getan). Und durch Trinen er>.i!»rit dn. eine Nachkomme. ein Gli^d der unendliche» Kerle, nach Jahilnii'deiten nnd aber Jahrhunderte» mied» das gioize Wunder des Lichts, das nicht acht Tage, nicht acht Jahre, das taufend Jahre gebrannt bat, das noch brennt in deinem Herzen, das Wunder des Lichts, das Symbol ist des heiligste» Gefühls, der großen Jahrtausende verbindende» Liebe von Geschlecht zn Geschlecht, der Liebe zn unserer Geschichte. {» ii frrer Vergangenheit, zn unser» Väter»? Und vor unierm! A-.ge reiht «ich die Kette der Künftige», der söluie »nd E!'«>', die in fernen Zeiten, wenn Zivilisation noch zivilisi> |..t, Kultur »och kultivierter sein wird - o. »hi? und das al.ks für lächerlich kleine Begriffe vor der Kraft dieses wifizigen Lichtleins immer noch, wenn die ersten Winterlage sich senke», vor den kleinen Lichtlein stehen werde» und sluleclicii: „bajomim hollem bas'man has^'i;um den Tage» der Vorzeit bis zn dieser Frist." ... lind wenn die Lichtlei» im Leuchter verglommen find, daß» merkst dn erst, wie um dich her alles nueder dunkel ist, trotz der taufendkerzige» Lampen. Tan» kriecht die Pflicht heran mit griffigem Finger, der dich packt und in den .Hexentanz der Arbeit reißt. Aber »och ein Weilchen hinter-' her glüht es in dir, und leuchtet ans deinen Auge», und verbreitet Helle und Freude um dich her. Und ein wenig Wärme und Liebe: mitte» im Werktag, i» dcks Klappern der Maschinen, in das .Hämmern und Poclnm. in Telcphongefpräche »nd Autofahrten, in Zinsen und Prozente, Sitzungen und Bilanzen. ... Weil du ei» Jude bist, ein echter Jude, der das erfühlt am Weihefest, den sinn des Spruches: „trajomim bobem das'man haseh" — denn es ist ein segens spruch. Im tiefsten sinne: sprich ihn aus, mit ihm die Lichter zu segnen — nnd er segnet dich. Mit der Weihe des göttlichen Lichtes. Dr. Leo Fantl Automobil - Reparaturwerkstatt and -Vertrieb (Dr. Haas Gerhardt Dresden *Ä., Autorisierte Wiener Platz 3 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 WerKstatt fttr Ctieirrolet« und Citroen>Automobile Reparaturen an Wagen aller Systeme / Verkauf der Chevrolet-Wagen

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