Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 6 (28.10.1927)
- Date
- 1927-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 16 emeind rblatt der Israelitischen ÄeligionSgemeinde Dresden Protol der Sitzung der LandeSwshlfahrtSsttzlle des Sächsischen Israelitischen GrmeindeverbandrS am 23. Lktiber 1927 in Zwickau Anwesend waren: Rechtsanwclt Paul Salinger als Vorsitzender des Sächsischen Israelitische t Gemeinde Verbandes, Julie Salinger, EKarlottc Salinger. Schwc sternverein der FraternitaSt.'o,w. Tlrea Waitzfelder, Geschaftsfühcerin der LandeswohlfahrtSirelle, Tr. Schornstein, Mischenes Ehaulim, Hilfsverein, AgudaS Roschim, Cf lobcth MuUmaim, Wohl fahr tsstelle, sämtlich aus Dresden, Frieda Weinreich, Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden. Berlin, IrinlT-Pl^ut, Flora Eahn, Hanna Pollak, Israelitische Religivnsgeiiieindc Leipzig Wohlfahrtsst lle, Rahcl ttuchs. Jüdischer Frauenbund und Wohlfahrtsamt Ehernnitz, Joses Eahn, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeindc, S. Gutmann, Wohlfahrtsstellc Etiemnitz, Elise steinbcrg, Julius Tteinberg, Wohlfahrtspflege Ebemnitz, Hermiiie Löwenthal, Israelitischer Frauenverein, Plauen, Siegfried Bellas, Wohlfahrtsstellc Zittau, Rabbiner Dr. Eugen l'iärrner, Wohlfahrtsstellc Zwickau, Simon Schocken, Vorsitzender der Israelitischen Rcligionsgemeinde Zwickau, Paul Katz, 3. Vorsteher der Israelitischen Religionsgerieinde Zwickau, Karl Stern, Snndikus der Israelitischen Religio isgemeinde Zwickau, Fanny Tobias, Israelitrfche Frauenvercinigu ig Zwickau. .Ter Vorsitzende,' Herr Rechtsanrbalt Salingcr, eröffnet um l.2 llhr im Sitzungssaal der-Firma I Schocken Söhne die Tagung und begrüsil die Anwesenden mit warmen Worten. Vor dem Eintriit in die Tagesordnung wünscht Fräulein Frieda Weinreich als Vertreterin der Zcntralwohlfahr »stelle der Deutschen Juden der Tagung einen .guten Verlar f. Sie spricht überdie Formen und Methoden der modernen Wohlfahrtspflege, insbesondere über die Zentralisationsbestreb ingen. Für unsere jüdische Nrltz Gemeinschaft ist dies von besonderer Wichtigkeit, tinmal, um bjcn kleinen Gemeinden und den auf dem Lande zerstreut lebenden Glaubensgenoffen Hilfe bringen, zum and:rn, um als geschloffenes Ganze den Behörden gegenübertreten zu könnän. AuS diesem Gedanken heraus entstanden die ört ichen Zentralen' der Wohlfahrtspflege, die, in den Landes- und Pro nnzialverbänUen zusammengefatzt, in der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden ihre Spitze finden.. Hierauf erteilte der Porsihende Frau Julie Salingrr zu ihrem Referat „Die wichtig st en neucfren Rechtsgrundlagen der Wohlfahrtspflege" das Wort. Frau Salinger gibt einen knappen Ucb< rblick über taS Rcichsgesctz für Jugendwohlfahrt, das Sächsische Wohlfahrtspfle,egcsetz, das Jugendgerichtsgesetz, das Gesetz zur Bek »npfung bettle schlechtskrankheitcn, den Entwurf des Arbeitsschutzgesetzes und las Gesetz übe; Arbeitsvermittlung und Arbcitsi osenverffcheru,g. ferner über das Deutsch-Polnische Abkommen vom 14. Juli 1t 27 betreffend Erwerbslosenfürsorge. ES entspinnt sch eine lebhafte Diskussion über die Stellung der Ausländer iM neuen Arbei slosenversicherungsgesetz, über das Gesetz zur Bekä npfung der Geschlechtskrankheitcn und die Stellung der Frau im Strafvollzug. Herr Schocken regt an, daß die Zentralwoi,lfahrtsstelle für. die in der Wohlfahrtspflege ehrenamtlich.tätigenKräfte einen Leitfaden der neueren sozialen Gesetzgebung sowie Durchführung he rausgeben möchte. - Dieser Artrag Tätigkcitsber cht Fränleist Weinreich zur Kenntnis genommen und -stelle cheitergelcitct werden. Sodann erstattet Fräulein Waitzfelder den der Landeswohlfahrtsstclle des Sächsischen Israelit schcn Gemeinde- Verbandes; die sich daran anschliebendc Aussprach: gibt vor all:,,, der Freude darüber Ausdruck, hast für besondere 5 fälle, noch Mi: tel vorhanden sind. CLufruf! hrer praktisck en wird t vn der zuständig en C*e,7 dem Ende des Weltkrieges ist der Hilfsoerein der deutschen Juden nicht an die Glaubensgenossen m t der Bitte herangetreten, größere Mittel für seine Aktion zur Verfügung zu stellen. Jetzt glaubt der Hilfscerein de Zeit gekommen, zur Fortführung sein. \r Arbeit in Deutschland auf dem Gebiete der Emigranten-, Pogromwaisen- und Siudentenfürsorge sowie zur Wiederaufnahme seiner Tätigkeit in Rußland und im Orient die Mitwirkung der deutshen Juden wieder in stärkerem Maße in Anspruch nehmen zu dürfen. , Unter dem Drucke wirtsd aftlicher Notwendigkeiten vollzieht sich gegenwärtig in Rußland der Uebergartg der Juden zum Ackerbau und zur industriellen Arbeit. Die zuständigen russischen Behörden fördern die ländliche Ansiedlung der Juden, die großen jüdischen Wohlfahrtsgesellschaften beteiligen sich an ihrer Durchführung. Der Hilfsoerein, der als Vertreter der deutschen Judenheit für jüdische Auslandshilfe in Deutschland :eit Anfang des Jahrhunderts den Juden ir Osteuropa und im Orient in bewegtesten Zeiten zur Seite gestanden hat, r schnei auch jetzt auf die tatkräftigste Unt ’.rstützung der deutschen Juden, die es ihm ermöglichen soll, an der Lösung der zur Zeit im Vordergründe stehenden große n Aufgaben mitzuwirken. I Am! 5. März 1927ist Dr Paul Nathan, einer der Begründer und Führer unserer Organisation,nach kurzem Leiden tiefbetrauert aus dem Leben ge schieden. Wir deutsche Juden ehren sein Andenken auf die würdigste Weise, u enn wir für! das jüdische Qitfstuerfk, da^ Lebenswerk Paul Nathans, unsere ganze Kraft ein^ptzen. i Unsere Sammelaktion beginnt im September 1927 in Berlin und im Reiche. Spendet and werbet für unsere CLktio Qitfsue.rzin der deutschen Juden! Gr, h. c, James Simon! Vorsitzender | Ibt^nhdirektor 79L, ' Stelle. Schatzmeister n! i (jenera/lbonsuf tagen Candau Curt Sobernhelm Stelle. Versitzender Direkter der Commerz- und Privatbank Schatzmeister Trofe Gr, TKorltr Scfraefer Obersiudienrat L A, Schriftführer Trau gen riefte 7Kay Stelle. Sa riftfährerin Dr. Leo Boedt, Berlin; 1 Ellstaetter. Berlin; Profez ’atztr, Bremen; L Goldfeld, Geh., nhard Kahn, Berlin; Dr. F. J" Justieret Dr. Mttrm, Stettin; ■uke; Professor Dr. Eugen Mit ]alt Paul Salinger, Vorsitzender des 1 rf/n; Solomon Simon, Bonn; Professor j er Dr. Stein, Sduseinfart; M. A. . des Geutsdbe Aa Dr. Leo Beerwald, München; Justieret Dr. Blau, Frankfurt a. M-; Dr. Cohnt Staatsrat a. D. und Falkenheim, Geh. Mediziaalrot, Königsberg L Pr.; Dr. Wilhelm FeilchenfeU, Sanitätsrat. Berlin; D. Fri izrat, Landgerkhtsdtrektar L FL, Breslau; Jakob Hodtedyer. Hamburg; Berthold Israel. Inhaber der Firma mn, Frankfurt a. M.; Dr. phtl. S. Leoi, Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde, Mainz; Rechtsanwalt Marx, Königsberg; Hermann Marx, Direktor der Deutschen Bank, Filiale Königsberg; Dr. Mager, Geh. Berlin; Oberland* sgetihisrat Dr. Neumeyer, Präsident des Verbandes Bayrischer Israelitischer Gemeinden, Israelitischen Gemeindeoerbandes and Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden; r. M. Sobemheim, Berlin; Ludwig S<ht0, Frankfurt a. M; Dr. Paul Schottländer, Breslau; Julius Schwarz Karlsruhe; Berthold Timendorfer, Geh. Justtxrat, Berlin; Dr. Benno Walter, Berlin; Max M. Wt Professor Dr. J. Winter, Rabbiner, Dresden. /*c$e %<uük9 Dc^. ÄSSW / %*rttn, Stegtttzer Straß* 11/ Telephone Cütxoiu 6136. l \anhhonto / %*rttn W 9, Potsdamer Straß* 127/126. Post*«b*dk6onto t Utrfbt 33126. J tsiixrai. Dessau; nn, Hamburg; IV. Israel, Berlin; ' Felix Makocßer, Oberregtenmgsrat, } fänchen; Jüchts- ' rt Sedfelsohn, : •tin; Bezirks- 'c^rburg, Hamburg; |