Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 5 (28.9.1927)
- Date
- 1927-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Äemeinbeb attber Jiraelitischen ReligionSaemeinde Dresden Seile 9 Sine Werbewvche de! der gildische« Jllgeadvev BerbaibeS iaeDeiitschlaabs iDer Vevband ber Jüdischen Jur enbvereine Deutschlanbs veranstaltet in nächster Zeit im ganze r Reich eine Werbewoche. Nicht aus Not unb Schwäche, sondtrn weil er sich nach ber Entwicklung ber letzten Jahre starl genug fühlt, seine Bestrebungen in weiteste Kreise des I, identums zu tragen. Er will werben für die Erfüllung dessen, was der jüdischen Jugend not tut. Sein Weckruf ergeht an die Gemeinden. Die Wechselbeziehung zwischen der Jugend und den Gemeinden soll dadurch vertieft verden. Das Ziel der Jugendarbeit ist die neugestaltet; Gemeinde. Zur Erjüllung dieses Strebens, das zug eich die Grundlage für die Gesundung des Gemeindeleber s bedeutet, darf sich die Gemeinde nicht länger dem lebei ibtgen Geist einer zielbewußten Jugend verschließen. Die geistigen Aufgaben der Gemeinde fär die Jugend umfassen die Gebiete der Jugendertiehung in und nach der Schulze t, das Erwecken und Befriedigen der religiösen Sehnsucht rnd Pflicht, die Fürsorge iw sozialer Hinsicht. In den ent cheidenden Entwicklungsjahren des jungen Menschen müss;n die in ihm liegenden Möglichkeiten richtig erfaßt und ge! eitet werden. > Auch den praktischen Notwendigkeiten der Jugenderziehung: Bereitstellen von Heim m, den dringend nötigen (Älldmitteln, Bibliotheken, vor allem: Errichtung von Jugenddezernaten sollten die Grmeinden sich nicht verschließen! Die Erneuerung deS jüdischen!!ebens wird aus der Gemeinde kommen, die einen gesunder Organismus darstellt, dadurch, daß sie zu einer inneren Einhe it geworden ist.. Jeder einzelne fühle sichverantwortlich als not vendiges Glied des Ganzen, dgs Ganze bedeute eine Erfüllung für jeden einzelnen! Ter Weckruf des Jugendverbandes: Jugendlichkeit in die Gemeinde!" verhalle nicht ungestört, auf daß dem Streben der Jugend ein großes Ziel, dem Wirken der Gemeinde eine sinnvolle Grundlage gegeben sei! Der XV. Aionistenlougreb in Basel Der Kongreß wurde am Abend des 30. August eröffnet. Es waren zirka 300 Delegierte aus allen Ländern, in denen Juden leben, vertreten. Die Zahl der öäfte ging in die Tausende. Einige hundert Mitglieder jüdischer Jugendverbände waren freiwillig aus allen benachbarten und fernen Ländern hergekommen, um Ordnungsdienst zu leisten. Der Präsident, Professor. Tr. Weizmann, begrüßte die Anwesenden besonders die Vertreter der fremden Regierungen. Nachdem der Vertreter der Schweizer Regierung und der Bürgermeister von Basel ihrer Freude Ausdruck gegeben hatten, daß ihr Land und ihre Stadt als Kongreßstadt erwählt wurde, hielt Nahum Sokolow. der Präsident der zionistischen Exekutive, eine hebräische Rede über die Entwicklung der zionistischen Idee in den lebten dreißig Jahren, seit Herzl mit Hilfe Max Nordaus hier in Basel den Grundstein für den heutigen Zionismus legte. Damals nahm der zlveitaufendjährige Traum des jüdischen Volkes konkrete Solide.tonsdiöiie PIANOS b«r Anzahlung nach Vereinbarung und kleinsten monatlichen Raten JULIUS FEURICH Planohan^luni^ai^m. b. M. \ AN DIE DEUTSCHEN JUDEN! Die bedeutsame Zeit des jüdischen Jahres steht vor der Tür. Rosch Haschonoh und Jom Hakippurim rufen zum Gotteshause und zu stiller Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Aufruf zur .Besinnung, zur Einkehr und Umki hr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brü( ern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die! üeit scheint dahin zu sein, da die geschlossenen Geschäfte der jüdischen Kaufleute an Sabbaten und Festt« gen, am Rosch Haschonoh und Jom Hakippurim ein stummes, aber eindringliches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor aller Welt ablegten. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern,1 sprecht n Not und Druck der jüdischen Seele. Unsere Verantwor ung, unsere Sorge bewegt uns deutsche Rabbiner zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Gern g des Leids, daß so vielen von uns der Sabbat, dieser Quellpunkt unseres Familienlebens, die Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verlo engegangen ist. Sollen nun auch die ehrfurchlgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum ( pfer fallen? Die „Tage der L inkehr“ nahen. Möchte ein jeder den Willen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und ungesc imälert zu feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den[hohen Tagen befreien. Möchten die Treuesten der Treuen, denen es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzeis ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbate und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen in Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. Euch, alle aber bitten wir: Setzt alles daranT daß] unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum Fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die F stigung und Erhöhung des Judentums. _ . Im Geiste eng mi: euch allen verbunden, wünschen wir euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von euch v eichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle eurer Kraftl“ DER VORSTAND DES RABBINERVERBANDES ‘ IN DEUTSCHLAND.